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Marburg Vegan durch den Januar
Marburg Vegan durch den Januar
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10:00 18.01.2022
Koch Kevin Keil präsentiert den veganen Burger, der im „Emils“ sehr beliebt ist.
Koch Kevin Keil präsentiert den veganen Burger, der im „Emils“ sehr beliebt ist. Quelle: Nadine Weigel
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Marburg

„Hasenfutter“, „Vegan ist doch so teuer“, „Da wird man doch nicht satt von“. Die vegane Ernährung ist mit vielen Vorurteilen behaftet. Der „Veganuary“ lädt die Menschen dazu ein, sich einen Monat lang mit veganer Ernährung auseinanderzusetzen und auf tierische Produkte zu verzichten. Im Gegensatz zur vegetarischen Ernährung, verzichtet die vegane Küche nicht nur auf Fleisch, sondern auf sämtliche tierische Produkte, so auch auf Milch, Käse, Eier und sogar Honig. Zum Start unserer „veganen“ OP-Serie haben wir uns einmal angeschaut, wie im Landkreis mit dem Thema umgegangen wird, denn auch vor der Gastronomie macht der „Veganuary“ nicht Halt: Das Wirtshaus Emils im Stümpeltal hat sich für den Januar und Februar eine Auswahl von veganen Gerichten überlegt unter anderem eine vegane Kohlroulade und natürlich den Klassiker: der vegane Burger.

Aber Burger ohne Fleisch? Ja, das geht, und zwar ganz ohne Fleischersatzprodukt. „Wir setzen auf selbst gemachte Patties aus Kichererbsen und Süßkartoffel“, erklärt Küchenchef Kevin Keil. „Wir wollen zeigen, dass auch ein veganes Menü eine vollwertige Mahlzeit sein kann und dass man nicht jeden Tag tierische Produkte essen muss.“ Das habe laut Geschäftsführer Peter Heinzmann etwas mit Gewohnheit zu tun. Auf vieles könne verzichtet werden. „Wenn die Oma damals mit Butter gekocht hat, mache ich das dann auch“, sei oftmals ein Grund dafür, dass nicht auf pflanzliche Alternativen zurückgegriffen werde. „Das Ziel unserer Aktion ist es, veganes Essen attraktiv zu machen“, sagt Heinzmann, „denn gerade im ländlichen Raum wird Veganismus oft belächelt.“

Die vegane Ernährung ist gewiss nicht einseitig. Der vegane Burger beispielsweise besteht aus mehreren Komponenten. Fruchtige Süße entsteht durch die kandierten Birnen; eine säuerliche Note verleiht die selbst gemachte Zwiebelmarmelade. Denn die nötige Würze liefert das Kichererbsen-Süßkartoffel-Patty sowie die selbst gemachte vegane Burger-Sauce. Babyspinat sorgt für den nötigen Biss. Dazu werden Rosmarin-Kartoffeln gereicht.

Küchenchef Keil hat sich von den aktuellen Trends inspirieren lassen: „Der vegane Burger ist eigentlich der Standard in vielen Restaurants. Ich wollte allerdings eine eigene Note einbringen und bin deshalb auf die Süßkartoffel-Kichererbsen-Kombi gekommen“, sagt er. Trotz der veganen Neujahrsvorsätze, bleibe das Wirtshaus Emils seinem Motto „Tradition und Fortschritt“ treu. So finde man auf der aktuellen Karte auch alle traditionellen Fleischgerichte, versichert Heinzmann. Die Aktion „Veganuary“ soll im Emils noch bis Mitte/Ende Februar laufen.

Haben Sie eigene vegane Rezepte, die sie unseren Leserinnen und Lesern nicht vorenthalten wollen? Dann schicken Sie uns doch gerne das Rezept Ihres veganen Leibgerichtes inklusive Foto unter www.op-marburg.de/rezepte. Wir sammeln alle Einsendungen und veröffentlichen sie als Galerie.

Hintergrund

Veganuary ist eine gemeinnützige Organisation, die 2014 in Großbritannien gegründet wurde und Menschen jeden Januar dazu inspiriert, sich mit veganer Ernährung auseinanderzusetzen. Vor zwei Jahren startete die erste deutschsprachige Kampagne. Im vergangenen Jahr nahmen bereits 1,5 Millionen Menschen weltweit teil. Laut des offiziellen Presseberichts der Veganuary-Organisation bleiben 40 Prozent der Teilnehmenden auch über den Januar hinaus vegan und 75 Prozent wollen ihren Fleischkonsum halbieren. Auch Prominente befürworten die Aktion. So hat beispielsweise Dr. Eckart von Hirschhausen, Comedian und Professor an der Philipps-Universität Marburg zur Aktion geschrieben: „Alleine durch pflanzen-basierte Ernährung können wir jedes Jahr 150 000 Todesfälle in Deutschland verhindern. Weniger Fleisch zu essen ist also ein echter Verzicht, nämlich auf Herzinfarkt und Schlaganfall. (…) Exzessiver Fleischkonsum macht uns nicht nur krank, er zerstört auch unsere Umwelt, unser Klima.“

Von Larissa Pitzen