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Marburg Vatertag mit den "Rhythm Torpedoes"
Marburg Vatertag mit den "Rhythm Torpedoes"
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11:01 25.05.2020
Rhythm Torpedoes im OP-Livestream am Vatertag.  Quelle: Nadine Weigel
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Marburg

In der atemlosen Show präsentierten Sänger Arne Runzheimer, Bassist Jeremiah „Johnson“ Nickel, Gitarrist Daniel Heberling und Schlagzeuger Mathis Pfeifer mehr als 20 Songs. Darunter waren Rockabilly-Klassiker und -Versionen von Johnny Cash, Sanford Clark und als zweite Zugabe „Surfin Bird“ von „The Trashmann“ aber auch sehr viele eigene Songs etwa aus der Feder des Gitarristen Daniel Heberling, die sich hinter den US-Originalen keineswegs verstecken müssen. Das Konzert wurde wieder gekonnt und mit Witz moderiert von der Kamera-erfahrenen OP-Redakteurin Nadine Weigel.

Die Show der „Rhythm Torpedoes“ war der inzwischen dritte Konzert-Live-Stream, den die Marburger Unternehmen flashlight, Vila Vita, Oberhessische Presse und mr//media in Corona-Zeiten präsentierten. Nach den Marburger Singer-Songwritern Robert Oberbeck in der OP-Druckerei, dem Marburger Gypsy-Jazz-Trio „Bloody Merry“ im Hofgut Dagobertshausen traten „The Rhythm Torpedoes“ nun in einem Lager von flashlight auf – damit verbunden war ein „Garagen“-Ambiente, in dem viele Bands ihre Karrieren gestartet haben. Die Show war von den Marburger Veranstaltungsprofis von flashlight wie immer perfekt ausgeleuchtet, der Ton top und der Stream hatte TV-Qualität. So erfüllen diese Shows gleich mehrere Zwecke: Einerseits sind sie für die Zuschauer eine willkommene Abwechslung in Corona-Zeiten, andererseits sind sie eine tolle Werbung für die Bands, die perfekt in Szene gesetzt werden.

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Wow, was ein geiles Vatertagskonzert der Rhythm Torpedoes im Livestream der OP. Fotos: Nadine Weigel

Für die 2011 gegründeten „Rhythm Torpedoes“ war das Konzert im Garagen-Ambiente also ein wenig ein „zurück zu den Wurzeln“. Inzwischen haben die Mannen um Sänger Arne Runzheimer eine beachtliche Karriere hingelegt. Sie haben drei Alben produziert, sind als erste und einzige deutsche Band bei dem in Hollywood ansässigen Label „Wild Records“ unter Vertrag und haben sich – durch US-Tourneen und vor allem mit Auftritten bei „Viva Las Vegas“, dem größten Rockabilly-Event der Welt – selbst in den USA eine echte Fangemeinde erspielt. Nach wie vor aber haben alle vier „Rhythm Torpedoes“ ganz bodenständig noch Berufe – sie machen ihre Musik semi-professionell.

"Live wird immer ungebremst und mit Volldampf gespielt"

Getreu ihrem Motto „live wird immer ungebremst und mit Volldampf gespielt“ legten Runzheimer und Co. auch beim OP-Live-Stream los wie die Feuerwehr. Die Ansagen machten sie auf English – auch das unterstrich ihre Internationalität. Schlag auf Schlag folgte Song auf Song. 20 Lieder hatten sie auf ihrer Liste, am Ende kamen noch zwei, vom Netz geforderte Zugaben dazu. Vor allem für Sänger Arne Runzheimer war dies kräfteraubend. „Ich bin langsam zu alt für den Scheiß“, meinte der Sänger zwischendurch, nachdem Nadine Weigel vor den Zugaben gewitzelt hatte: „Aber erst muss Arne wiederbelebt werden.“

Rockabilly hat weltweit eine eingeschworene Fangemeinde – hierzulande etwa sichtbar an dem „Golden Oldies“-Festival in Wettenberg. Die Musikrichtung, eine mit Country-Elementen angereicherte Spielart des Rock’n’Roll entstand in erster Linie in den Südstaaten der USA und erlebte in den 1980er-Jahren ein Revival. Warum das so ist, zeigen die „Rhythm Torpedoes“ mit ihrer gut 60-minütigen temporeichen Show: Die Musik der 50- er ist nach wie vor sehr tanzbar, rhythmisch – genau das Richtige für eine Vatertagsparty in den eigenen vier Wänden.

Einen Appell an die Zuschauer hatte Arne Runzheimer noch: „Unterstützt auch andere Bands.“ Denn nicht nur bei den „Rhythm Torpedoes“ sind wegen der CoronaPandemie alle Shows und damit viele Einnahmen weggebrochen.

von Uwe Badouin

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