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Marburg Lebenslange Haft für Elena W.
Marburg Lebenslange Haft für Elena W.
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16:34 05.12.2019
(Archivfoto) Im Marburger Frühchenprozess wird am heutigen Donnerstag das Urteil erwartet. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Zehn Monate dauerte die Verhandlung, nun ist das Urteil gefallen. Die angeklagte Kinderkrankschwester muss lebenslang in Haft. Sie war angeklagt, mehreren Frühchen im Uniklinikum nicht verordnete Medikamente verabreicht zu haben.

Die Kinder gerieten dadurch laut Staatsanwaltschaft in lebensbedrohliche Zustände. Die Angeklagte hatte auf der Frühchenstation des Universitätsklinikums in Marburg gearbeitet und soll den drei Babys zwischen Dezember 2015 und Februar 2016 Beruhigungsmittel gegeben haben, die nicht auf dem Behandlungsplan standen. Die Frau schweigt zu den Vorwürfen.

Zwei Kinder überlebten, ein Kind starb. Der Tod des Mädchens soll aber nichts mit den angeklagten Taten zu tun haben. Die Staatsanwaltschaft hatte zwölf Jahre Haft für die Angeklagte gefordert, die Verteidigung Freispruch.

von Björn Wisker und unserer Agentur

Die Urteilsbegründung folgt. 

Aus dem OP-Archiv

31.01.2019: So war der erste Prozesstag.

06.02.2019: Der zweite Prozesstag: Gutachter erklärt Medikamente

07.02.2019: Gutachter ringen mit Unklarheiten

09.02.2019: Bedrohliche Dosis Narkosemittel in Blutproben der Frühchen

14.02.2019: Das sagen die Eltern des toten Frühchens

20.02.2019: Mia lag da "wie eine Puppe"

21.02.2019: "Als wäre kein Leben in ihr drin“

28.02.2019: Kind wirkte wie narkotisiert

01.03.2019: Rätsel um Narkosemittel für Babys

04.03.2019: Angeklagte bricht in Tränen aus

05.03.2019: "Es hat immer ein bisschen geknirscht"

07.03.2019:  Leitende Ermittlerin sagt aus: "DNA der Angeklagten gefunden"

13.03.2019: Erstmals kamen Aussagen der Angeklagten zur Sprache.

15.03.2019: Kooperativ gegenüber Kripo

17.03.2019: Elena W. reagierte mit Tränen auf Haar-Analyse

27.03.2019: Verdacht erhärtet sich

28.03.2019: Ärzte haben unterschiedliche Ansichten

28.03.2019: Wurde Frühchen Leni falsch behandelt?

03.04.2019: Arzt sieht kein Mobbing bei Elena W.

04.04.2019: Krisenstab beschloss, Kripo zu rufen

10.04.2019: Kinderärztin hält Kinderkardiologen für "absolut zuverlässig"

11.04.2019: Medikamente werden von Schwestern bestellt

08.05.2019: Aussagen des Ex-Freundes verwirren

10.05.2019: Arzt schildert Reanimation

17.05.2019: Kinderarzt sagt aus

18.05.2019: „Sie verzettelt sich halt gerne“

20.05.2019: Experte: Es gibt keine Erfahrungen

08.06.2019: Kollegin beschreibt Elena W. als freundlich

12.06.2019: Hat Klinikangestellte Zeugen beeinflusst?

18.07.2019: Jungschwester hatte schweren Stand

07.08.2019: Elena W. war „eine schwache Schülerin“

01.08.2019: Zeugen: „Nett“ oder „hinterhältig“

02.08.2019: DNA von Elena W. auf Dormicum-Verpackung

15.08.2019: Toxikologe äußert sich zu Ketaminspuren

16.08.2019: „Ein totales Chaos“

28.09.2019: Leni galt als „Hochrisikofrühchen“

30.08.2019: Gutachter sieht Symptome von Narkosemittel

05.09.2019: Experte nennt Daten zu Gift-Dosis

06.09.2019: LKA-Experte findet neue DNA-Spur

19.09.2019: "Ohne ärztliches Eingreifen wäre sie gestorben"

25.09.2019: "Frühchengutachter weist extreme Gift-Dosis nach"

25.10.2019: Urteil verzögert sich

07.11.2019: Gericht bringt niedere Beweggründe ins Spiel 

08.11.2019: „Russisch-Roulette mit Leben der Kinder“

20.11.2019: Verteidigung fordert Freispruch für Krankenschwester