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Marburg Untertunnelung der Stadtautobahn und mehr Platz für Radfahrer
Marburg Untertunnelung der Stadtautobahn und mehr Platz für Radfahrer
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14:00 08.03.2021
Die Untertunnelung der Marburger Stadtautobahn im Stadtzentrum gehört zu den verkehrspolitischen Forderungen von zwei Marburger Initiativen.
Die Untertunnelung der Marburger Stadtautobahn im Stadtzentrum gehört zu den verkehrspolitischen Forderungen von zwei Marburger Initiativen. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Von Stadtplanung bis Verkehrspolitik: Was fordern heimische Initiativen von den künftigen Verantwortlichen der Marburger Stadtpolitik kurz vor der Kommunalwahl. Die OP hörte sich um und befragte dazu drei Gruppierungen.

Diese drei Forderungen hat die Initiativgruppe Marburger Stadtbild und Stadtentwicklung (IG Marss), wie deren Sprecher Claus Schreiner mitteilt:

Als Erstes fordert die IG Marss, dass der Magistrat mit der nächsten Generation von Stadtplanern eine städtische Gesamtplanung in Angriff nimmt. Diese solle die derzeitigen aus Sicht der Initiativgruppe „unkoordinierten und konfliktbehafteten“ Detailplanungen ablösen und sich so den Namen „Integrierte Stadtentwicklungsplanung“ verdienen.

Forderung Nummer 2: Die Strukturen der neu eingerichteten Bürgerbeteiligung in Marburg soll reformiert und korrigiert werden. Die Beteiligung und Information der Bürger müsse grundsätzlich in allen Gremien transparent sein, erläutert Schreiner das Ansinnen seiner Gruppierung. Vor allem dürfe sie nicht nur auf die von der Stadtverwaltung beschränkten Projekte beschränkt sein, sondern müsse auch Uni-Projekte, private Vorhaben oder Verkehrsprojekte berücksichtigen.

Als dritte Forderung nennt die IG Marss die Entwicklung des Konzepts für ein Mobilitätszentrum an den Uni-Türmen, verbunden mit der Untertunnelung eines zentralen Streckenabschnitts der Stadtautobahn. Davon hänge die Zukunft der Oberstadt und deren Verkehrsentlastung ab.

Und so lauten die drei Kernforderungen der BI Verkehrswende, wie Sara Müller und Johannes M. Becker auf OP-Anfrage mitteilen:

Forderung Nummer eins ist die konsequente Bevorzugung des Radverkehrs auf der Fahrbahn in Marburg, damit die Fußgänger auf ihren Flächen nicht beeinträchtigt werden.

Forderung zwei: der „radikale Ausbau“ des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) mit einem integralen Taktfahrplan und Bedarfs-ÖPNV („on demand“) in Außengebieten. Dabei könnten nach den Vorstellungen der BI Verkehrswende kleinere Transportfahrzeuge genutzt und Fahrer mit Personenbeförderungsschein eingestellt werden, bis sie zu Busfahrern ausgebildet werden.

Als Drittes fordert die Bürgerinitiative eine Lebensmittelversorgung durch dezentralisierte Standorte, und Einkaufsmöglichkeiten in jedem Stadtteil. Zudem sei dort zur Verkehrsreduktion eine nachhaltige Verkehrsanbindung unabdingbar.

Folgende Forderungen stellt die AG für Nachhaltige Stadtentwicklung der Lokalen Agenda laut ihrem Sprecher Martin Turek:

„Wir wünschen uns einen Magistrat, der auf Basis offener Planungsgrundlagen im Dialog mit den Bürgern zukunftsorientierte Lösungen erarbeitet. Ein integriertes Stadtentwicklungskonzept sehen wir dafür als geeignet an.

In puncto Verkehrspolitik fordert Turek, dass das Stadtparlament nachdrücklich auf die Umsetzung seiner Beschlüsse achtet, um endlich die enormen Belastungen durch den Durchgangsverkehr zu reduzieren. So gebe es schon seit langem die Forderung einer Temporeduktion im Straßen- und Schienenverkehr im Marburger Stadtgebiet. Schließlich werde aufgrund der ab 40 Stundenkilometern dominierenden Reifengeräusche auch die Elektromobilität künftig unter anderem auf der Stadtautobahn keine Lärmentlastung bieten, meint Turek. Auch über die Untertunnelung der Stadtautobahn müsse nachgedacht werden, fügt er an.

Bei der Abstimmung der Bauleitplanung fordert die AG in Marburg, dass mit den noch zur Verfügung stehenden Flächen sorgsam umgegangen wird. Dem Leitmotto der Lokalen Agenda „Global denken, lokal handeln“ entsprechend solle das Ziel der Bundesregierung, bis 2050 den Flächenverbrauch auf Netto-Null zu bringen, auch in Marburg verwirklicht werden – unter anderem durch die Umnutzung schon versiegelter Flächen wie der Philosophischen Fakultät. Vom Magistrat fordert die „Lokale Agenda“-AG auch,“ angesichts der seit Jahren nicht steigenden Zahl der Marburger Bevölkerung und des deutlichen Rückgangs bei den Studierendenzahlen“, das Augenmerk auf den Bedarf an bezahlbarem und nicht zwingend neugebautem Wohnraum zu legen.

Von Manfred Hitzeroth

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