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Marburg CSL-Produkte stärker nachgefragt
Marburg CSL-Produkte stärker nachgefragt
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20:10 14.08.2019
Standortleiter Michael Schröder (links) und Finanzchef Wolfgang Thiel freuen sich über das gute Ergebnis von CSL Behring Marburg im abgelaufenen Geschäftsjahr. Quelle: Till Conrad
Marburg

CSL Limited hat im vergangenen Geschäftsjahr 2018/19 einen Umsatz von 8,539 Milliarden US-Dollar und einen Reingewinn von 1,919 Milliarden US-Dollar erreicht.

Die Gewinnsteigerung von 17 Prozent bestätigt das erfolgreiche Jahr für den weltweit tätigen australischen Biotechnologiekonzern.

Vor allem in den Bereichen Immunglobuline und Albumin, beides Therapien, die größtenteils aus Bern kommen, aber auch in der Hämophilie, ist CSL Behring stark 
 gewachsen. CSL Behring ist einer der führenden Hersteller von Medikamenten, die aus menschlichem Blutplasma gewonnen werden.

Zuwachs bei Grippeimpfstoffen

Am Marburger Standort konnte CSL Behring die Produktion deutlich steigern. Haegarda etwa, ein Medikament gegen die seltene Erbkrankheit „hereditäres Angioödem“, bei der es zu Schwellungen (Ödemen) der Haut, Schleimhäute und an inneren Organen kommt, wurde um 61 Prozent mehr verkauft.

Privigen und Hizentra, beides Medikamente, die bei Immundefekten eingesetzt werden, wuchsen und 23 beziehungsweise 22 Prozent. Deutlich höhere Verkaufszahlen erzielten auch Grippeimpfstoffe. Insbesondere der Impfstoff aus Zellkulturen, der für die Impfung gegen vier Virenstämme geeignet ist, wurde stärker nachgefragt.

Thiel: Wire sind für die Zukunft gut gerüstet

Zudem befinden sich mehrere Medikamente in klinischen Studien, man hofft auf die baldige Zulassung, um das Portfolio noch auszuweiten. „Damit sind wir für die Zukunft gut gerüstet“, sagt Finanzchef Wolfgang Thiel, während Standortleiter Michael Schröder darauf hinweist, dass die Erfolge vor allem auf den hohen Einsatz am Standort Marburg zurückzuführen sind, aber auch auf die enge Vernetzung der Standorte. „Aber die Konkurrenz ist groß, und wir dürfen uns nicht zurücklehnen.“

Nachhaltig erfolgreich sein könne CSL Behring Marburg mit Zuverlässigkeit und Einsatzbereitschaft, aber auch mit Innovation und dem Bewusstsein, dass man nur gemeinsam mit den anderen Standorten stark sein kann.

Arbeitskreis Mobilität
 will Vorschläge machen

Stichwort Innovation: Thiel und Schröder freuen sich, dass es gelungen ist, ein neues Rechensystem zu implementieren, das die Standorte enger miteinander verbindet und den schnelleren Austausch von Ergebnissen ermöglicht.

Angesichts der in der Vergangenheit viel diskutierten Verkehrsproblematik von und zu den Standortfirmen teilte Schröder mit, CSL arbeite mit den anderen Firmen in einem „Arbeitskreis Mobilität“ zusammen. Dort würden Konzepte erarbeitet und besprochen, „und erst wenn wir so weit sind, wenden wir uns an die Politik“, sagte Schröder.

Er hält nichts davon, in der Verkehrsdebatte in kurzen Abständen einen neuen Vorschlag zu präsentieren. Schröder wendet sich zudem gegen die Meinung, dass die Mitarbeiter der Behring-Nachfolgefirmen für das Verkehrsproblem in Marburg verantwortlich seien. „Bestenfalls sind wir ein Teil des Problems.“

von Till Conrad