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Marburg Michelbach fiebert Kommissionsbesuch entgegen
Marburg Michelbach fiebert Kommissionsbesuch entgegen
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18:00 11.03.2022
Die Bewohner des Marburger Stadtteils Michelbach bereiten sich auf den Besuch der Bewertungskommission des Wettbewerbs „Unser Dorf“ vor.
Die Bewohner des Marburger Stadtteils Michelbach bereiten sich auf den Besuch der Bewertungskommission des Wettbewerbs „Unser Dorf“ vor. Quelle: Thorsten Richter
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Michelbach

Zweimal verschob die Kommission schon ihren Besuch im Marburger Stadtteil, nun sollen sie aber am 17. Mai wirklich in den Ort kommen und bewerten, was Michelbach für den Wettbewerb „Unser Dorf“ vorzuweisen hat. „Wir haben ungeheuer viel zu bieten“, ist Heiner Heinzmann überzeugt, der mit Ortsvorsteher Peter Aab und Anne Leibfried, der stellvertretenden Vorsitzenden des organisierenden Vereins „Unser Michelbach“, über den Stand der Vorbereitungen informiert.

Die sind weit gediegen, denn Stoff gibt es mehr als genug. So viel, dass die Organisatoren sich fragen, wie sie das alles in den zur Verfügung stehenden zwei Stunden präsentieren können. Nur 120 Minuten gewährt die Jury für den Gang durchs Dorf. Also tüftelten die Michelbacher einen Zeitplan aus und strukturierten den Ablauf, wie sie die Kommissionsmitglieder durch den Ort führen und dabei an acht Stationen über Besonderheiten informieren.

Dies übernehmen an jeder Station viele Helfer und ein „Pate“. Für die Kulturscheune übernahm Dr. Peter Pittner diese Aufgabe, an den Höfen Drouard und Schneller ist es Baldur Heit, Station vier, der Kirchplatz, hat mit Marita Schäfer, Barbara Grenz und Agnes Kaminski mehrere Patinnen, die dazugehörige Kirche, Kirchgasse und das Gemeindehaus meistern Barbara Grenz und Bernd Geiler. Station 5, Hof Wagner, obliegt der Patenschaft von Peter Wagner, für die Hessenwiese zeichnet Günter Neunziger verantwortlich und an der siebten Station heißen die Paten Dr. Peter Pittner und Heiner Heinzmann.

Kinder des TSV treten im „Ewigen Tal“ auf

Der ist froh, dass er sich im Gegensatz zu den anderen Paten keine Gedanken um einen „Plan B“ machen muss. Denn im „ewigen Tal“ gibt es keine Möglichkeit, den Unbilden des Wetters zu entfliehen. Dort treten unter den Augen der Kommission Kinder des größten örtlichen Vereins TSV Michelbach auf. „Die Fußballer sind das Spielen bei Regen gewöhnt“, sagt Heinzmann ganz entspannt. Und auch die zweite Attraktion im Tal befindet sich im Freien: die Kunstinstallation „Zollstock“.

An den anderen Stationen warten auf die Kommissionsmitglieder 122 Obstsorten, die Martinskirche mit ihrer 800-jährigen Geschichte, die Direktvermarktung von Lebensmitteln, Erläuterungen, wie sich Baukultur und Arbeitsweisen im Laufe der Jahrzehnte veränderten, oder auch eine Ausstellung mit Objekten von Kindern zur Zukunft des Ortes. Ferner wird es einen Imagefilm geben, der die Vorzüge des auf Wachstum ausgerichteten Ortes mit derzeit noch 2 250 Einwohnern vermitteln soll. Der Imagefilm und eine 32-seitige Broschüre dienen in Zukunft zur Information der Neubürger. An allen Stationen bieten Mitglieder der Vereine kurzweilige Auftritte in ihren Spezialgebieten.  

200 Michelbacher werden beteiligt sein

Von den derzeit rund 2.250 Michelbachern werden mindestens 200 Menschen von der ersten bis zur achten Station beteiligt sein, schätzt Anne Leibfried. An der letzten Station am Lindenplatz zeigen Ortsvorsteher Peter Aab und Martin Kaminski, der Vorsitzende des Vereins „Unser Michelbach“, die Entwicklung des Ortes auf. Zurück zum Startpunkt geht es dann mit einer Bimmelbahn, die dabei noch einen Schlenker durch den Ort dreht.

Damit alles wie am Schnürchen läuft, gibt es am 4. April einen Testdurchlauf und am 9. Mai die Generalprobe. Auch dabei wird der „Klingelbernd“ – er ist an der Figur des ehemaligen Ausrufers „Klingelheinrich“ angelehnt – auf das Einhalten der Zeiten achten. Ein offenes Ende folgt, nachdem die Kommission abgereist ist. Dann setzen die Michelbacher ihren besonderen Tag mit einer Feier am Feuerwehrgerätehaus fort.

Die Teilnahme an „Unser Dorf“ bildet den Startpunkt für das gemeinsame Engagement hin zum Bilden eines Zusammengehörigkeitsgefühls für den schnell wachsenden Stadtteil, das über den Wettbewerb hinaus anhalten soll. Dafür wollen die Mitglieder des Vereins „Unser Michelbach“ sorgen, dessen Gründung auf die Bewerbung Michelbachs für den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ zurückzuführen ist. Der Ort bewarb sich vor vier Jahren, doch Corona verzögerte die Teilnahme am Regionalwettbewerb.

Von Gianfranco Fain