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Marburg Unistadt geht auf Höhe von Breidenbach, Biedenkopf und Stadtallendorf
Marburg Unistadt geht auf Höhe von Breidenbach, Biedenkopf und Stadtallendorf
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14:00 13.12.2021
In Marburg ist die Absenkung des Gewerbesteuer-Hebesatzes im Gespräch.
In Marburg ist die Absenkung des Gewerbesteuer-Hebesatzes im Gespräch. Quelle: Jens Wolf
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Marburg

Die Gewerbesteuer zählt zu den wichtigsten Einnahmequellen der Städte und Gemeinden, in einigen ist sie sogar die wesentliche. Im vergangenen Jahr beschlossen 54 hessische Kommunen, ihren Gewerbesteuerhebesatz anzuheben. Hintergrund hierfür kann zum Beispiel die Notwendigkeit sein, den Ausgleich eines defizitären Kommunalhaushalts zu erreichen. Nach Angaben des Bundes der Steuerzahler Hessen legte die Gemeinde Schwalmtal im Vogelsbergkreis am kräftigsten zu, während zum Beispiel Langenselbold ihren Hebesatz um 10 Punkte senkte.

Marburg würde unter den Durchschnitt rutschen

Das Herabsetzen des Gewerbesteuerhebesatzes ist nun auch in Marburg im Gespräch. Von 400 auf 357 Punkte soll dieser sinken, schlägt der Magistrat vor. Hintergrund dürfte die Ankündigung der Stadt Mainz sein, ihren Hebesatz von 440 auf 310 zu senken. Auslöser: eine Anfrage von Biontech-Vertretern an den Oberbürgermeister um ein Gespräch über eine mögliche Senkung des Gewerbesteuersatzes.

Bekanntlich hängen die Steuermehreinnahmen der Stadt in Höhe von rund 300 Millionen Euro mit dem Engagement des Impfstoffherstellers in Marburg zusammen. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz allerdings in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt, die dieses Jahr mit wesentlich mehr Steuermillionen von Biontech rechnen kann. Im Vergleich aller hessischen Kommunen würde Marburg unter den durchschnittlichen Hebesatz von 387 Punkten rutschen, wäre im Landkreis mit 357 Prozent auf einer Höhe mit Stadtallendorf und Breidenbach. Die Stadt und die Gemeinde nahmen nach Angaben des Statistischen Landesamtes im vergangenen Jahr brutto 32,8 beziehungsweise rund 3 Millionen an Gewerbesteuer ein, Marburg dagegen 102,2 Millionen Euro.

Niestetal hat mit 527 Punkten die Spitzenposition

Derzeit rangiert Marburg unter den rund 180 der 422 Kommunen, deren Hebesatz über dem Durchschnitt liegt, die Universitätsstadt sogar unter den zwei Dritteln, die 400 und mehr Punkte verlangen. Spitzenreiter ist nach mehreren Jahren nicht mehr Reinhardshagen. Die nordhessische Gemeinde senkte in diesem Jahr ihren Hebesatz von 550 auf 450 Punkte. Die Spitzenposition nahm nun die ebenfalls in Nordhessen liegende Gemeinde Niestetal mit 527 Punkten ein. Deutlich über 400 liegen Fuldabrück (495), Frankfurt (460), Wiesbaden (454), Baunatal und Kassel (440), Eschwege (430), Alsfeld (425), während Borken und Gießen einen Satz von 420 aufweisen. Am geringsten werden die Gewerbesteuerzahler mit 300 Prozentpunkten in Gründau, einer Gemeinde im Main-Kinzig-Kreis, belastet.

Im Landkreis Marburg-Biedenkopf werden die Unternehmen mit Gewerbesteuersätzen in der Bandbreite von 300 bis 400 Prozentpunkten veranschlagt. Am wenigsten verlangt die Stadt Amöneburg, die 333 Prozentpunkte in Rechnung stellt, allerdings mit den Einnahmen in Höhe von rund 492 000 Euro im vergangenen Jahr auch am unteren Ende noch vor Münchhausen (423 000 Euro) und Wohratal (229 000 Euro) rangierte. Im Landkreisvergleich stechen Biedenkopf und Dautphetal hervor. Die ehemalige Kreisstadt nahm rund 5,7 Millionen Euro bei einem Hebesatz von 355 ein, in der Nachbargemeinde waren es 3,9 Millionen bei einem Hebesatz von 340.

380 Prozentpunkte erheben Bad Endbach, Cölbe, Fronhausen, Kirchhain, Lahntal, Münchhausen, Neustadt, Rauschenberg, Weimar und Wetter. Die Gemeinde Ebsdorfergrund verlangt 368 Prozentpunkte.

Den Landkreis-Höchstsatz von 400 Punkten verlangen neben Marburg noch die Hinterlandkommunen Angelburg, Gladenbach und Steffenberg sowie im Restkreis Lohra und Wohratal.

Von Gianfranco Fain

13.12.2021
12.12.2021