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Marburg Uni stellt Zelte und Food-Trucks auf
Marburg Uni stellt Zelte und Food-Trucks auf
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09:58 24.11.2020
So könnte der Uni-Campus Lahnberge aussehen: Vor dem Chemie-Neubau stehen Buden und Zelte. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

„Wir haben uns um Orte gekümmert, an denen sich Studierende außerhalb der Lehrveranstaltungen aufhalten können“, erläuterte die Marburger Universitäts-Präsidentin Professorin Katharina Krause im Uni-Senat.

Das sind einerseits Orte innerhalb der Uni-Gebäude wie das „Café Leonardo“ – das momentan ungenutzte Bistro des Studentenwerks im Hörsaalgebäude, aber auch das Foyer und die Umgänge im Neubau Chemie auf den Lahnbergen sowie „Mo’s Diner“ im Mehrzweckgebäude auf den Lahnbergen.

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Zudem sollen auch durch die Universität Zelte ausgeliehen werden, die den Studierenden in den Wintermonaten vor der Kälte geschützte überdachte Aufenthaltsorte im Freien auch außerhalb der Uni-Gebäude bieten könnten, in denen der Aufenthalt für Studierende außerhalb der Hörsäle und Seminarräume eher stark begrenzt werden soll.

Vor allem an den Standorten der Naturwissenschaften auf den Lahnbergen kommt aber noch etwas Anderes ins Spiel. Dort will die Uni-Leitung für weitere Essensangebote zusätzlich zu den Angeboten des Studentenwerks wie vor allem der Mensa Lahnberge sorgen. „Wir sind dabei, Food-Trucks und Imbissbuden anzuheuern, die in der Nähe dieser Aufenthaltsorte aufgestellt werden. Und die Studierenden sollen dort dann auch nicht im Regen stehen, wenn sie etwas essen“, sagte die Präsidentin.

Weil das Ganze in Corona-Zeiten eine logistische Herausforderung darstelle, könne es allerdings noch einige Wochen dauern, bis in dieser Angelegenheit Vollzug gemeldet werden könne.

Auf Nachfrage der OP konkretisierte Uni-Sprecherin Dr. Gabriele Neumann die Pläne der Präsidentin und teilte zu den Hintergründen Folgendes mit: „Durch die Corona-Pandemie wurden die Möglichkeiten des Studentenwerks für die Essensversorgung generell deutlich eingeschränkt.

Das Studentenwerk hat mit hohem Engagement unter Beachtung der jeweiligen Rechtslage auch auf den Lahnbergen trotz der schwierigen Rahmenbedingungen Essen angeboten, soweit ihm das möglich war.

Notwendigerweise ist das Angebot jedoch deutlich geringer als in der Zeit vor Beginn der Corona-Pandemie. Vonseiten der Beschäftigten wurde die Universität deshalb gebeten, zusätzliche Essensangebote durch entsprechende externe Anbieter, zum Beispiel Food-Trucks, zu ermöglichen“. Die Universität habe daraufhin verschiedene Anbieter kontaktiert und Standortoptionen geprüft. Aktuell werde ein Standort auf dem Platz zwischen Hörsaalgebäude Chemie, Mehrzweckgebäude und Altbau Chemie favorisiert. Die Gespräche mit den Anbietern seien aber noch nicht abgeschlossen.

Einige Uni-Bedienstete auf den Lahnbergen freuen sich unterdessen über die Uni-Initiative, wie die OP erfuhr. Denn schließlich gibt es von mehreren Seiten schon seit einigen Jahren die Forderung nach einer Ausweitung des gastronomischen Angebots auf den Lahnbergen, wo immerhin rund 11 000 Uni-Mitarbeiter und Studierende täglich lernen, lehren, forschen und arbeiten.

Die Vorgehensweise der Universität sorgte allerdings für Verwunderung bei den Verantwortlichen des Marburger Studentenwerks. „Über die Pläne, mit zusätzlichen Foodtrucks oder Imbissbuden die Versorgung auf den Lahnbergen aufzustocken, ist mit uns bislang noch nicht gesprochen worden. Wir sind also entsprechend überrascht“, sagte Franziska Busch, die Sprecherin des Marburger Studentenwerks auf OP-Anfrage.

Nach ihren Angaben werden in der Mensa Lahnberge aktuell täglich rund 400 Essen ausgegeben. „Damit sind wir bei Weitem nicht ausgelastet“, sagte Busch. „Wir könnten – wenn der Bedarf da wäre - bis zu 2 000 Essen täglich anbieten“.

„Auch wir müssen natürlich Corona-bedingt genau planen, an welchen Stellen es für uns sinnvoll ist, Personal einzusetzen und Waren einzuplanen“, betont die Studentenwerks-Sprecherin. „Insofern haben wir aktuell nicht alle unsere Cafeterien geöffnet – denn es sind natürlich auch viele Studierende nicht vor Ort und auch viele Universitätsbedienstete im Homeoffice. Aber für die, die da sind, versuchen wir, so weit uns das möglich ist, eine Versorgung zu organisieren – das ist vollkommen klar“.

Zusätzlich zum Angebot in der Mensa und der Cafeteria Lahnberge hat das Studentenwerk sogar einen eigenen Foodtruck – das Mensa-Mobil – auf den Lahnbergen mit einem erweiterten Angebot und mehr Haltestellen im Einsatz.

Dieses erweiterte Angebot bedeute, dass dort neben Kaffee, Snacks, Brötchen, Schnitzel und Kuchen auch ein täglich wechselndes Eintopf-Essen angeboten werde.

Von Manfred Hitzeroth