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Marburg Das Präsenz-Semester steht vor der Tür
Marburg Das Präsenz-Semester steht vor der Tür
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09:00 06.03.2022
Die Marburger Universitätsbibliothek. Das kommende Sommersemester soll wieder in Präsenz stattfinden.
Die Marburger Universitätsbibliothek. Das kommende Sommersemester soll wieder in Präsenz stattfinden. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Das Sommersemester steht vor der Tür, und es soll an Hessens Universitäten wieder komplett in Präsenz ablaufen. An der Marburger Hochschule rannte die hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) mit ihrer dahingehenden Vorgabe offene Türen ein. Schließlich hatte Uni-Vizepräsidentin Professorin Evelyn Korn schon im Januar-Senat angekündigt, dass die Philipps-Universität nach vier „Corona-Semestern“ mit überwiegenden Online-Elementen in der Lehre prinzipiell wieder ein Präsenz-Semester plane.

„Das ist ein Aufbruch in ein neues Normal“, sagte Korn zu den Präsenzplänen für den universitären Lehrbetrieb in einem Interview mit dem ZDF. So sieht das auch Professorin Kati Hannken-Illjes, die Korns Nachfolgerin als für Studium und Lehre zuständige Uni-Vizepräsidentin ist. Sie hat in dieser Woche offiziell ihr Amt im Präsidium angetreten und ist jetzt dabei, das Sommersemester mit vorzubereiten.

„Es ist ganz wichtig, dass das Sommersemester wieder in Präsenz stattfindet“, sagte Hannken-Illjes im Gespräch mit der OP. Wieder zurück auf dem Campus: Diese Devise gilt jetzt sowohl für Studierende als auch für Lehrende. „In den vergangenen beiden Jahren haben wir aber auch in unglaublichem Tempo viel dazugelernt“, sagt Hannken-Illjes. Neu gewesen sei besonders eine Vielzahl von innovativen Online-Lehrformaten. „Aber an vielen Stellen haben wir auch gelernt, dass digitale Formate das gemeinsame Lernen nicht ersetzen“, betont sie.

Lust auf Rückkehr

Und auch bei den Studierenden gebe es wieder große Lust auf eine Rückkehr in die Hörsäle und Seminarräume, sagt die neue Vizepräsidentin. Besonders die neue Studentengeneration müsse sich jetzt das Studieren in Gemeinschaft erst wieder erarbeiten.

Aber auch die Lehrenden werden sich wieder daran gewöhnen müssen, an breiter Front aus ihren „Rückzugsräumen“ im Homeoffice wieder in die Universitätsräume zurückzukehren. Auch nach außen wird zu Beginn des Sommersemesters wohl schon in wenigen Wochen wieder sichtbarer werden, dass die Studierenden zurück in der Stadt sind. Denn ein Großteil der Orientierungseinheiten wird dann schon wieder in Präsenzform angeboten – inklusive der bei den Studierenden beliebten und für die Bildung eines Gruppengefühls essentiellen Stadtrallyes.

Normalität mit großen Schritten

Wenngleich die Normalität mit großen Schritten an der Universität wieder einkehrt, bleibt eines doch ganz klar: Die Pandemie wird auch im kommenden Sommersemester im Lehrbetrieb noch ein Stück weit ganz sichtbar präsent bleiben. „Wir werden alle noch mit Masken in den Räumen sitzen“, kündigte Hannken-Illjes an. Denn schließlich sei die Omikron-Welle wohl auch Anfang April zum Semesterstart hin noch nicht vollständig abgeflaut. So wird wahrscheinlich bei Lehrveranstaltungen auch noch immer die 3G-Vorgabe gelten. Und zudem wird es wohl stichprobenartige Nachverfolgungen geben. Die genauen Regelungen hängen aber vor allem von den Vorgaben der Gesundheitsbehörden und des Ministeriums ab.

Immerhin sollen jetzt im Gegensatz zu den vorigen Semestern nicht nur Seminare, sondern auch wieder möglichst viele Vorlesungen im Präsenzmodus über die Bühne gehen.

Und zumindest aus Sicht einer Geisteswissenschaftlerin ist die Sprechwissenschaftlerin Kati Hannken-Illjes darüber sehr froh. „Vorlesungen haben viel Potenzial. Es kommt aber natürlich auf das Wie an“, sagt sie. Bei einer guten wissenschaftlichen Vorlesung könne man dem Vortragenden gewissermaßen „beim Denken zuschauen“, ergänzt sie.

Von Manfred Hitzeroth

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