Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Ungeimpfte sollten finanzielle Konsequenzen tragen
Marburg Ungeimpfte sollten finanzielle Konsequenzen tragen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:32 13.09.2021
Am Rande seines Besuches des Universitätsklinikums am Freitag (10. September) auf den Lahnbergen stellte sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn den Fragen von Presse und Rundfunk.
Am Rande seines Besuches des Universitätsklinikums am Freitag (10. September) auf den Lahnbergen stellte sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn den Fragen von Presse und Rundfunk.  Quelle: Gianfranco Fain
Anzeige
Marburg

Herr Spahn, was ist der Grund Ihres Besuches?
Ich bin im Wahlkampf viel in Deutschland unterwegs, und da ich schon im Gießen am UKGM war, bat mich Stefan Heck, doch auch das Haus in Marburg zu besuchen.
Was haben Sie beim Besichtigen Interessantes erfahren?
Ich habe eine sehr eindrucksvolle Spitzenforschung mit Parkinson-Erkrankten in der Neurologie gesehen. Wie diesen Patienten durch Operationen am Gehirn geholfen werden kann, war für mich etwas ganz Neues. Außerdem ist mir die Diskussion mit den Beschäftigten, den Pflegekräften, den Betriebsräten wichtig, um die Probleme und Aufgaben zu hören sowie zu vermitteln, an was wir schon arbeiten.

Die große Impfaktions-Woche

Passiert vor der Bundestagswahl noch etwas Entscheidendes hinsichtlich der Corona-Pandemie?
Nächste Woche findet die große Impfaktions-Woche statt, zu der hoffentlich auch viele Vereine und Verbände, Kirchengemeinden, Ärzte und Apotheken Impfaktionen organisieren können. Ich hoffe, dass in Marburg und Hessen sich viele Menschen beteiligen und kann nur die noch Zögernden dazu auffordern: Machen Sie bitte mit. Sie schützen nicht nur sich, sondern auch andere. Denn wir haben gerade eine Pandemie der Ungeimpften. Auch hier auf der Intensivstation der Uni-Klinik sind 95 Prozent der Covid-19-Patienten Ungeimpfte. Deshalb: Bitte impfen lassen.

Solange Sie Gesundheitsminister sind, bleibt es bei der Freiwilligkeit?
So lange ich Gesundheitsminister bin, bleibt es bei der klaren Bitte, sich impfen zu lassen. Einfach aus Solidarität zu anderen, die sich zum Beispiel nicht impfen lassen können. Eine verpflichtende Impfung würde aus Spannungen in der Gesellschaft, wie wir sie erleben, Spaltungen werden lassen und das möchte ich vermeiden.

Was sagen Sie zum gerade diskutierten Wegfall der Lohnfortzahlung von Infizierten im Quarantänefall. Spielt das nicht Geimpfte gegen nicht Geimpfte aus?
Gleichgültig ob geimpft oder nicht geimpft: Wir versorgen alle gleich gut, fragen nicht nach der Ursache. Das wird so bleiben. Bei den Kostenfragen, zum Beispiel für die Tests bei Drei-G oder die Lohnfortzahlung bei Quarantäne finde ich es nicht richtig, dass dafür der Steuerzahler aufkommen muss. Das sind diejenigen, die sich haben impfen lassen und auch andere schützen. Wer sich entscheidet, die kostenlose Impfung nicht anzunehmen, der sollte die finanziellen Konsequenzen auch tragen.

Von Gianfranco Fain

10.09.2021
Marburg Corona-Zahlen - 19 Neuinfektionen
10.09.2021