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Marburg Umzugsplan für „Turm-Besatzung“ steht
Marburg Umzugsplan für „Turm-Besatzung“ steht
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08:59 21.05.2022
In den repräsentativen Schäferbau vor der Uni-Bibliothek sollen zwischen 2027 und 2031 die Philosophen der Universität einziehen.
In den repräsentativen Schäferbau vor der Uni-Bibliothek sollen zwischen 2027 und 2031 die Philosophen der Universität einziehen. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Von den Uni-Hochhäusern an der Stadtautobahn in die historischen Bauten in der Innenstadt: Der Umzug der geisteswissenschaftlichen Institute ist im vollen Gange. Die aktualisierten Planungen stellten Maja Turba und Kathrin Renken-Wiesner vom Uni-Baudezernat im Uni-Senat vor.

Dabei kam die Universität bereits bis zum vorigen Jahr in mehreren Schritten voran. So befinden sich jetzt schon in den Räumen der ehemaligen Hals-, Nasen-, Ohrenklinik unter anderem die Institute der Europäischen Ethnologie/Kulturwissenschaft und das Institut für neue Deutsche Literatur. Und ganz aktuell bezog das Institut für Politikwissenschaften zum Beginn des Sommersemesters das ehemalige Pharmaziegebäude im denkmalgeschützten Haus an der Ketzerbach 63.

Bis 2026 stehen auch weitere Umzüge an, für die die Finanzierung schon avisiert ist. So soll der Fachbereich Erziehungswissenschaften im Gebäude in der Bunsenstraße 3 unterkommen. Und im ehemaligen Sammlungshaus direkt vor der UB soll das Institut für klassische Sprachen und Literaturen voraussichtlich ab 2025 seine neuen Räume finden.

Der Campus Firmanei

Den Ausgangspunkt für die Umzugsplanungen der Geisteswissenschaften vom Campus an der Stadtautobahn in die Innenstadt stellten nach der Klinikums-Privatisierung im Jahr 2006 die Kliniks-Umzüge aus dem Nordviertel auf die Lahnberge dar. Damals entstand im Uni-Präsidium die Idee des Campus Firmanei. Namensgebend dafür ist der Firmaneiplatz direkt im Schatten der Elisabethkirche.

Das Herzstück ist die neue Uni-Bibliothek. Rund um diesen auf dem Areal der ehemaligen Uni-Frauenklinik am Pilgrimstein errichteten und 2018 fertiggestellten Neubau sollen die Institute der sozial- und geisteswissenschaftlichen Fächer gruppiert werden. Sie kommen vorwiegend in den ehemaligen Kliniksbauten und Gebäuden der vorklinischen Fächer unter, die allerdings erst noch für die neuen Nutzungen saniert und hergerichtet werden müssen. Gefördert werden der Umzug sowie die Sanierungen der neu zu beziehenden Gebäude über die Hochschulbauprogramme „Heureka“ der Landesregierung. Das Ziel ist es nun, bis spätestens 2031 Zug um Zug weiter die Philosophische Fakultät freizuziehen, machte Turba deutlich.

Direkt zwischen der UB und dem Alten Botanischen Garten steht der aus Sandstein erbaute und besonders repräsentative Schäferbau. Bis vor einigen Jahren befanden sich dort noch das Botanisch-Pharmakognostische Institut und eine ausgewählte Sammlung von Heilpflanzen. Seit 2016 steht der Schäferbau jedoch leer, uni-intern gab es einige Interessenten dafür. Jetzt steht die Entscheidung des Uni-Präsidiums fest: Das Uni-Institut für Philosophie soll dort einziehen. Geld gibt es dafür aber voraussichtlich erst zwischen 2027 und 2031.

Ebenfalls in dieser Periode wird der Umzug des Fachbereichs Geschichte sowie des hessischen Landesamtes für Geschichte erfolgen, die beide noch im sogenannten „Historikerturm“ an der Stadtautobahn residieren. Für die Geschichtswissenschaftler wird Platz geschaffen in den bisherigen Gebäuden der Zellbiologie und der Anatomie – und zwar nach dem Umzug beider Institute auf die Lahnberge.

Schließlich folgen ganz am Ende noch Nachzügler, zu denen Turba als Letzte die Medienwissenschaftler und das Zentrum für Gender Studies nannte, deren Umzug für 2031 angesetzt ist. Sie sollen dann in einem „Neubau Lückenschluss Kinderklinik“ untergebracht werden, wofür das ehemalige Bettenhaus der Klinik an der Deutschhausstraße 12 rückgebaut werden soll.

Zu guter Letzt warf Turba noch einen kleinen Blick auf die mittelfristige Zukunftsplanung: Die Gebäude der Philosophischen Fakultät sollen ab dem Jahr 2040 zur „Campus-Insel“ werden (die OP berichtete), was schon die ehemalige Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause kurz vor ihrem Abschied angekündigt hatte. Dafür gibt es bereits eine Machbarkeitsstudie. Entstehen könnten dort vielleicht in den Türmen Räume für studentisches Wohnen und Feiern.

Von Manfred Hitzeroth

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