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Marburg Ulrich Harder erzählt vom Glück und der Schönheit kleiner Dinge
Marburg Ulrich Harder erzählt vom Glück und der Schönheit kleiner Dinge
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12:58 23.05.2021
„Heimwärts“ hat der Marburger Maler Ulrich Harder dieses Gemälde betitelt. Es zeigt die typische Silhouette seiner Heimatstadt Marburg.
„Heimwärts“ hat der Marburger Maler Ulrich Harder dieses Gemälde betitelt. Es zeigt die typische Silhouette seiner Heimatstadt Marburg. Quelle: Foto: Schekanski
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Marburg

Etwa seit dem 17. Jahrhundert entwickelte sich die Landschaftsmalerei zu einem eigenen Genre in der bildenden Kunst. Wer zeitgenössische Landschaftsmalerei mag, der kommt an dem Marburger Maler Ulrich Harder eigentlich nicht vorbei. Harder ist ein großartiger, handwerklich perfekter Maler mit einem extrem guten Gespür für Landschaftsstimmungen. Und er ist im Grunde ein Romantiker, insofern passt er ausgesprochen gut ins Haus der Romantik.

Am Pfingstsonntag, 23. Mai, eröffnet das kleine Marburger Museum am Markt 16 um 11.30 Uhr die Ausstellung „Drinnen und Draußen – von Glück und Schönheit kleiner Dinge“ mit neuen Bildern des Otto-Ubbelohde-Preisträgers. „Das Haus der Romantik ist am Sonntag erstmals seit langer Zeit wieder geöffnet“, sagt Professorin Marita Metz-Becker, die Vorsitzende des Vereins, der das Romantikmuseum betreibt. Die Eröffnung findet vor dem Haus statt – „wir hoffen auf gutes Wetter“, so die Vorsitzende.

Sechs Besucherinnen und Besucher dürfen die Ausstellung gleichzeitig betreten. Ein vorheriger Corona-Test werde empfohlen, sei aber nicht Bedingung für den Besuch. Die Adressdaten würden vor Ort erfasst. Die Gäste erwartet „ein kleiner Umtrunk und ein sicheres Hygienekonzept“.

Zu sehen sind „hoch illusionistische Bilder aus den Themenbereichen Stillleben und Landschaft“, heißt es in der Einladung. Mit seinen Bildern führe der Maler „aus der geistigen Leere, die aufgrund der Pandemiesituation durch die Schließung der Kultureinrichtungen entstanden ist“. Harder zeigt in seiner Ausstellung Motive aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf neben Berglandschaften und sorgfältig arrangierten Stillleben. „Landschaft ist zuallererst mein persönlicher Begriff von Schönheit und Schönheit ist abbildbar“, meint der Maler. Seine Landschaften sind sorgfältig komponierte Sehnsuchtsorte, Landschaften, in die man eintauchen möchte. Das Verblüffende: Es sind einerseits echte Szenarien und gleichzeitig Visionen. Fast immer sind sie menschenleer. Allenfalls findet man in seinen Bildern Relikte des Menschen, die dominierende und oft zerstörerische Spezies des Planeten.

„Ich danke Gott, dass ich hier lebe und arbeite“, sagte Ulrich Harder einmal der OP. Harders Sujet ist die Landschaft und „hier“, das ist Mittelhessen mit seinen sanften Hügeln, Tälern, Flüssen und Wäldern. Immer wieder setzt er sich in seinen Bildern mit der Region auseinander. Der Maler will „die Landschaftsmalerei endlich dem Dunstkreis der Unprofessionalität und Heimatseligkeit entreißen“ – dafür aber braucht es ein herausragendes malerisches Handwerk. Beinahe fotorealistisch sind die Idyllen des 1963 in Frankfurt geborenen Künstlers – die er altmeisterlich als lasierende Tafelmalerei mit Ölfarbe und feinem Pinsel auf Hartfaserplatten bannt. Es gibt nicht viele Maler, die das können, und schon gar nicht in der Qualität.

Von Uwe Badouin

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