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Marburg UKGM übernimmt Ionenstrahl-Therapie
Marburg UKGM übernimmt Ionenstrahl-Therapie
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17:32 05.08.2019
Die Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH (UKGM) wird die neue Betreiberin des Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrums. Quelle: Nadine Weigel
Marburg

Im September 2018 war für das Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrum (MIT) ein Insolvenzantrag gestellt worden. Der Betrieb der Beschleunigeranlage erfolgte bis zum 31. Juli weiterhin durch das Universitätsklinikum Heidelberg, das technische Personal wurde durch die Marburger Ionenstrahl-Therapie Betriebs-Gesellschaft gestellt. Durch die vollständige Übernahme der Gesellschaftsanteile der Betriebs-Gesellschaft seitens der Rhönklinikum AG wurde nun nach Angaben des hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz das drohende Insolvenzverfahren abgewendet. Die Anlage werde künftig durch die Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH (UKGM) betrieben.

Das Hessische Umweltministerium hat nach eigenen Angaben als strahlenschutzrechtlich zuständige Genehmigungsbehörde dem UKGM bereits im März die erforderlichen Genehmigungen nach Strahlenschutzgesetz für den Betrieb der Ionentherapieanlage in Marburg erteilt. Die rechtliche und technische Übergabe der Anlage durch das Universitätsklinikum Heidelberg an das Universitätsklinikum Marburg sei jetzt zum 1. August vollzogen worden.

Seit Oktober 2015 wurden laut Ministerium im Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrum (MIT) etwa 800 Patienten erfolgreich strahlentherapeutisch behandelt. Eingesetzt werde die Bestrahlung, durch hochenergetische Protonen und Kohlenstoff-Ionen, vor allem bei Tumoren, die relativ unzugänglich, das heißt in der Nähe von Risikostrukturen, angesiedelt sind und deshalb mit konventionellen Therapieansätzen meist nicht behandelt werden können. Diese Form der Strahlentherapie, bei der das gesunde Gewebe optimal geschont werde, gibt es in Deutschland nur an wenigen Standorten.