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Marburg UKGM kämpft um Pflegekräfte
Marburg UKGM kämpft um Pflegekräfte
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10:19 02.10.2021
Corona verschärft den Pflegekräftemangel. (Symbolfoto)
Corona verschärft den Pflegekräftemangel. (Symbolfoto) Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Seit heute ist das UKGM ohne ärztlichen Geschäftsführer. Der Vertrag von Professor Dr. Harald Renz endete gestern. Ein Nachfolger wurde bislang noch nicht vorgestellt. Man werde „zeitnah“ mit Bewerberinnen oder Bewerbern reden, hieß es aus der Rhön-Zentrale in Bad Berka. Eine erneute Frage der OP, wann die Stelle besetzt werde und mit wem, blieb gestern unbeantwortet.

Die Vakanz auf der Position des Ärztlichen Geschäftsführers tritt ausgerechnet zu einer Zeit auf, in der es rumort am UKGM. Viele fürchten sich vor weiteren Kürzungen, der Betriebsrat, der sich nächste Woche ausführlicher äußern will, spricht von einem „Transformationsprozess“.

Nach zuverlässigen OP-Informationen haben 15 von 16 Pflegekräften auf einer Station gleichzeitig gekündigt. Der Pressesprecher des UKGM, Frank Steibli, bestätigte auf Nachfrage der OP, dass auf einer Station des Universitätsklinikums in Marburg „ein Teil der Pflegekräfte“ zum 31. Mai 2022 gekündigt hat. Laut Informationen der OP haben sie alle bereits ein neues Arbeitsangebot. Zu diesen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen habe die Ärztliche Direktorin Professor Dr. Rita Engenhardt-Cabillic unmittelbar Kontakt aufgenommen, um die Beweggründe für die Kündigungen zu erfahren. „Maßgeblich für die kollektive Kündigungswelle war hier eine spezielle Situation, die sich so nicht auf das Universitätsklinikum insgesamt verallgemeinern lässt“, ließ das UKGM verlauten.

Mehrere Kündigungen in der Radiologie aus dem medizinisch-technischen Bereich habe das UKM besetzen können. „Gleichzeitig ist es uns als Universitätsklinikum wichtig, den Bereich der Radiologie über alle Berufsgruppen hinweg weiter zu stärken und mit zusätzlichem Personal auszustatten“, sagte Steibli.

Zur Verunsicherung am UKGM trägt auch die Meldung aus Kreisen der Belegschaft bei, dass eine dreistellige Zahl von Betten wegen Personalmangels gesperrt sei.

„Unsere Bettenkapazitäten richten wir an den verfügbaren Pflegekräften und geltenden Personalbemessungsschlüsseln aus“, so Steibli. Es komme daher immer wieder vor, dass Betten temporär gesperrt werden müssen. Es treffe jedoch nicht zu, dass – wie angeführt – eine dreistellige Anzahl an Betten derzeit nicht betrieben werden kann, da Pflegepersonal fehlt.

Von Till Conrad

Den ausführlichen Artikel finden Sie hier.

01.10.2021
01.10.2021