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Marburg 250 Beschäftigte streiken
Marburg 250 Beschäftigte streiken
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18:21 13.07.2022
250 Beschäftigte des UKGM versammelten sich am Mittwoch zum Warnstreik vor dem Mutter-Kind-Zentrum auf den Lahnbergen.
250 Beschäftigte des UKGM versammelten sich am Mittwoch zum Warnstreik vor dem Mutter-Kind-Zentrum auf den Lahnbergen. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

250 Beschäftigte des UKGM beteiligten sich am Mittwoch (13. Juli) am Standort Marburg an einem Warnstreik vor dem Mutter-Kind-Zentrum. Mit einer Kundgebung eröffnete die Gewerkschaft Verdi den zweitägigen Streik. Sie weist auch heute auf die weiterhin unklare Situation der Beschäftigten des UKGM hin.

OP-Pfleger und Betriebsratsmitglied Frank Eggers sagte: „Wir schauen zu, wie die Leute scharenweise weglaufen. Damit das Ganze ein Ende findet, erinnern wir Arbeitgeber und das Land Hessen daran, vernünftig zu handeln.“

Am Mittwoch, so Eggers, werde am Klinikum gestreikt, „Donnerstag gehen wir vor die Stadthalle, um auch Öffentlichkeit zu schaffen.“ Für die Streiktage sei eine Notdienstvereinbarung mit dem Arbeitgeber getroffen. „Im OP-Bereich laufen allerdings von 28 OP-Sälen lediglich 7“, berichtete Eggers. Er zeigte sich auch damit zufrieden, dass „trotz der dünnen Personaldecke 250 Menschen streiken“. Darunter seien auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Nebenberufsgruppen wie zum Beispiel dem Transportdienst. „Wir zeigen damit, dass alle Bereiche am Krankenhaus gebraucht werden, ohne sie hätten wir ein mächtiges Problem.“ Verdi-Sekretär Fabian Dzewas-Rehm ergänzte: „Wenn der Transportdienst nicht arbeitet, staut es sich auf den Stationen. Wenn der Sozialdienst nicht arbeitet, dann können Patienten nicht verlegt werden. Wenn die Küche nicht arbeitet, gibt es keine Versorgung. Es gehören alle zusammen. Wir brauchen alle. Hier darf kein Arbeitsplatz wegfallen, keine einzelne Abteilung“.

Schon im Streikaufruf stellte die Gewerkschaft Verdi fest, dass seit der Kündigung von Verträgen mit dem Land Hessen durch den privaten Betreiber grundlegende Sicherheiten auf dem Spiel stehen.

Ab dem kommenden Jahr wären damit Ausgliederungen und Kündigungen möglich, zudem läuft die Übernahme der Azubis aus.

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Mit dem erneuten Warnstreik unterstreicht die Gewerkschaft Verdi die Forderung nach einem Tarifvertrag Beschäftigungssicherung. „Das UKGM könnte mithilfe einer tariflichen Regelung Sicherheit schaffen. „Sollte es bei der Weigerung des Konzerns bleiben, einen Tarifvertrag abzuschließen, werden wir zeitnah reagieren“, unterstreicht Dzewas-Rehm.

Von Thorsten Richter