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Marburg Grüne appellieren an Landesregierung
Marburg Grüne appellieren an Landesregierung
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14:00 01.11.2021
„Die sich stetig verschlechternden Arbeitsbedingungen“ sind für die Marburger Grünen der Grund dafür, dass medizinisches Personal zuletzt wieder das Universitätsklinikum verlassen hat.
„Die sich stetig verschlechternden Arbeitsbedingungen“ sind für die Marburger Grünen der Grund dafür, dass medizinisches Personal zuletzt wieder das Universitätsklinikum verlassen hat. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Fraktion und Parteivorstand von Bündnis 90/Die Grünen zeigen sich besorgt über die Situation am Marburger Universitätsklinikum und fordern die Landesregierung zum Handeln auf.

Das Universitätsklinikum sei das einzige Krankenhaus, das die medizinische Grundversorgung der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Marburg sowie des Landkreises Marburg-Biedenkopf vorhält, schreiben die Grünen in einer Pressemitteilung. Die Privatisierung, die „mittlerweile fast unisono“ als großer Fehler bezeichnet werde, habe dem Klinikum bisher nur negative Schlagzeilen und weder für die Patienten noch für die Qualität von Forschung und Lehre Vorteile gebracht.

„Die sich stetig verschlechternden Arbeitsbedingungen führten auch jüngst wieder zur Abwanderung von medizinischem Personal und Pflegekräften“, heißt es weiter. Seit 2012 habe die Stadtverordnetenversammlung immer wieder an die Landesregierung appelliert, die Leistungen des Klinikums als Vollversorger sowohl durch Investitionen in die Infrastruktur sicherzustellen, als auch für ausreichendes und qualifiziertes Personal durch gute Arbeitsbedingungen zu sorgen.

„Durch den Eigentümerwechsel von der Rhön-Klinik AG zu Asklepios hat sich die Situation in den letzten Monaten noch einmal dramatisch verschärft“, schreiben die Grünen in Reaktion auf die Berichterstattung der vergangenen Tage. Das eingesetzte Kapital solle Rendite erwirtschaften. Mittlerweile kündigen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen ganzer Abteilungen ihre Arbeitsverhältnisse. „Ärztinnen und Ärzte stehen ebenfalls unter einem gewaltigen Druck, sich vorrangig um lukrative Patient*innen zu kümmern.“

Unhaltbare Zustände müssen gestoppt werden

Diese Entwicklung müsse gestoppt und die unhaltbaren Zustände müssten dringend behoben werden. „Zum einen erwarten wir, dass die neue Bundesregierung das renditeorientierte Krankenversicherungssystem mit seinen Fallpauschalen schnellstmöglich reformiert“, so Stadtfraktion und Stadtvorstand weiter.

Zum anderen müsse auch das Land Hessen „im Rahmen seiner Möglichkeiten“ umgehend handeln, damit eine gute gesundheitliche Versorgung der Marburger Region sichergestellt wird und die Medizinische Fakultät der Universität Marburg, ihr guter wissenschaftlicher Ruf in Forschung und Lehre nicht in Misskredit gerät. Zuständige Wissenschaftsministerin ist die Marburgerin Angela Dorn.

Die Marburger Grünen unterstützen andere Vorschläge, etwa der Marburger Linken oder des CDU-Landtagsabgeordneten Dirk Bamberger, zur Rücküberführung des UKGM in öffentliches Eigentum: „Wir appellieren an die Landesregierung, bald Vorschläge für die Lösung der aufgezeigten Probleme vorzulegen und die Rückabwicklung der Privatisierung ernsthaft zu prüfen.“

Aus Sicht der Marburger Grünen wäre die Überführung in die öffentliche Hand beziehungsweise eine öffentliche Rechtsform die stabilste und zukunftsfähigste Lösung für das Marburger Universitätsklinikum.

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Von Till Conrad