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Marburg Brandbrief aus der Kinderklinik
Marburg Brandbrief aus der Kinderklinik
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16:12 24.10.2021
Trübe Aussichten am UKGM Marburg: Nun haben auch die Assistenzärzte der Kinderklinik einen Brandbrief wegen Überlastung geschrieben.
Trübe Aussichten am UKGM Marburg: Nun haben auch die Assistenzärzte der Kinderklinik einen Brandbrief wegen Überlastung geschrieben. Quelle: Thorsten Richter
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„Seit langem arbeiten wir sowohl auf den pädiatrischen und neonatologischen Intensivstationen als auch auf den Peripheriestationen über das geplante Maß hinaus, um die Patientenversorgung aufrecht zu erhalten“, heißt es in dem Schreiben von Assistenzärzten und Asistenzärztinnen, das der OP vorliegt. Durch Zeitmangel, Multitasking und dauerhafte Ermüdung verletzten die Assistenzärzte letztlich die Rechte der kleinen Patientinnen und Patienten hinsichtlich ihres Rechts auf Information, Mitbestimmung und bestmögliche Gesundheit. Die Assistenzärzte fragen, ob „wir als Universitätsmedizin mit Versorgung auf Spitzenniveau“ dieses Niveau verlassen möchten.

20 Prozent für Forschung und Lehre

Die Mediziner blicken sorgenvoll auf das Wintersemester und die damit verbundene curriculare Lehrbelastung. „Wir möchten die Medizinstudierenden und damit zukünftigen Kollegen auf höchstem Niveau ausbilden, brauchen dafür aber Zeit. Die für uns wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kinderklinik in den Arbeitsverträgen festgelegten 20 Prozent Forschung und Lehre kann im Moment nur durch Überstunden beglichen werden. Zeit für Lehre ist nur möglich, wenn die Stationsarbeit zu dieser Zeit ruht.“

Eine Bemerkung mit Hintergrund, denn der Wissenschaftsrat hatte vor der Privatisierung in einem Gutachten bestätigt, dass auch an einem privatisierten Universitätsklinikum die Wissenschaft und die Lehre sichergestellt seien.

Reaktion der Geschäftsleitung

Die Geschäftsleitung reagierte schnell auf das Schreiben. „Wir werden dies selbstverständlich aufgreifen und uns mit den Kolleginnen und Kollegen zusammensetzen, um die aktuelle Situation und die zukünftigen Perspektiven zu besprechen“, sagte Thomas Steiner von der Pressestelle des UKGM Marburg. „Wir sagen ihnen zu, dass wir alles in unserer Macht Stehende tun werden, um sowohl die Patientenversorgung wie auch die Aufgabenwahrnehmung im Bereich Lehre und Forschung sicherzustellen und um dauerhafte Überlastungen zu vermeiden.“

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