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Marburg Mathilda darf zur Therapie in die USA
Marburg Mathilda darf zur Therapie in die USA
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14:57 28.04.2020
Mathilda unterzieht sich seit Monaten einer experimentellen Krebstherapie in den USA – trotz des Einreiseverbots für Europäer angesichts der Corona-Pandemie gibt es für ihre Familie jetzt eine Ausnahmegenehmigung für den Aufenthalt im Krankenhaus in New York. Quelle: privat
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Marburg

Die kleine Mathilda unterzieht sich seit Monaten einer experimentellen Krebstherapie in den USA, bekommt in einem New Yorker Krankenhaus regelmäßig Spritzen.

Wegen des Einreisestopps für Europäer im Zuge der Corona-Pandemie bangte ihre Mutter Rebecca Schmidt, die als Lehrerin in und um Marburg arbeitete, wochenlang um die Fortsetzung der Therapie (die OP berichtete).

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Die Gesundheit, die Genesung der an einem Neuroblastom erkrankten Sechsjährigen stand auf dem Spiel. Immerhin schlug die Therapie zuletzt gut an, es gab positive Zeichen. Nun die erste Erleichterung: Die Familie hat trotz fehlender US-Staatsbürgerschaft eine Ausnahmegenehmigung zur Einreise ausgerechnet im Corona-Hotspot New York bekommen.

Das Medikament erlaubt keinen Aufschub

Problem: Gibt es überhaupt Flüge dorthin? Wie sind neben Abstandsregeln überhaupt alle nötigen Sicherheitsvorkehrungen für das schwerkranke Mädchen angesichts des omnipräsenten Corona-Virus einzuhalten?

„Das alles verlangt uns sehr viel ab. Wir haben Angst vor einem Rückfall, Angst vor einer Ansteckung, Angst, dass ihr irgendetwas passieren könnte“, so die Mutter, die Mathildas Geschichte auch auf Instagram erzählt.

Im Memorial Sloan Kettering Cancer Center bekommt Mathilda seit November 2019 Krebs-Impfungen. Zuletzt war sie im Februar dieses Jahres dort. Da die Wirksamkeit der experimentellen Arznei, die spätestens 20 Minuten nach der Herstellung in der Klinik verabreicht werden muss, nachlässt, muss Mathilda die nächste Dosis am 5. Mai bekommen. Zudem ist das Mädchen Teil einer internationalen Studie, in der für alle Erkrankten dieselben Bedingungen gelten müssen.

Familie hofft auf guten Ausgang

Das Mädchen sei nach den ersten drei von insgesamt sieben Spritzen bis Ende dieses Jahres in einer „ganz kritischen Phase“, sagt Rebecca Schmidt, da ihr Körper laut den US-Ärzten nun zeigen müsse, was er in den vergangenen Monaten durch die Therapie gelernt habe: Greift das Abwehrsystem neue bösartige Zellen an oder bleibt das aus, gibt es gar einen Rückfall?

Das New Yorker Krankenhaus selbst wisse zwar noch nicht, wie genau es während der Corona-Pandemie mit der Therapie, der Studie weitermachen solle. Aber Rebecca und Patrick Schmidt machen das, was sie seit Jahren machen: „Wir hoffen.“

Von Björn Wisker

28.04.2020
28.04.2020
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