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Marburg Traurige Überbleibsel der Kommunalwahl
Marburg Traurige Überbleibsel der Kommunalwahl
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13:54 12.08.2021
Bereits seit dem Kommunalwahlkampf im Frühjahr hängen die Plakate der Parteien an einem Standort in der Frauenbergstraße. Die Plakatwand ist mittlerweile in einem arg ramponierten Zustand.
Bereits seit dem Kommunalwahlkampf im Frühjahr hängen die Plakate der Parteien an einem Standort in der Frauenbergstraße. Die Plakatwand ist mittlerweile in einem arg ramponierten Zustand. Quelle: Manfred Hitzeroth
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Marburg

Die Plakate sind vergilbt, abgerissen und teilweise gar nicht mehr erkennbar. Eigentlich sind die Kommunalwahlen aus dem März ja schon längst politische Geschichte. Doch einige Plakate feiern noch ein etwas trauriges Weiterleben. Insgesamt geben die „politischen Überreste“ der Kommunalwahl an dem offiziellen Plakatstandort in der Frauenbergstraße seit Monaten ein nicht sehr repräsentatives Bild der Marburger Parteiendemokratie ab. So sind die Bilder auf den Plakaten in den beiden obersten Reihen immerhin noch teilweise erkennbar. Doch die Motive der untersten Reihe sind schon ein Opfer der Zeitläufte geworden.

Aber warum werden die Plakate nicht entfernt, wenn die Wahlen vorbei sind? Die OP wollte es genauer wissen und fragte bei der städtischen Pressestelle nach. „Die Stadt Marburg stellt den Parteien/Kandidierenden sechs Wochen vor einer Wahl 24 Plakatwände für kostenlose Wahlwerbung zu Verfügung“, erläutert die städtische Pressesprecherin Birgit Heimrich. In der Innenstadt seien das zehn bestehende Plakatwände an wechselnden Standorten. Diese Plakatwände miete die Stadt Marburg über die Firma Ströer Deutsche Städte Medien GmbH an und stelle sie den Parteien zur Verfügung. Weitere 14 Plakatwände stelle die Stadt für Wahlwerbung in den Stadtteilen auf.

Wahlplakate hängen noch Monate später

In der Woche nach der Wahl werden die 14 Tafeln, die die Stadt Marburg in den Stadtteilen aufstellt, üblicherweise wieder abgebaut. Der Mietzeitraum für die zehn Großflächen in der Innenstadt sei dann ebenfalls beendet. Werde die Fläche neu vermietet, beklebe die Firma Ströer die jeweilige Plakatwand mit dem Motiv des nächsten „Anzeigenkunden“.

Die Stadt Marburg kontrolliere oder reinige diese privaten Großflächen nach der Wahl allerdings nicht. „Sollten auf einer Großfläche wie der in der Frauenbergstraße vergilbte Wahlplakate noch Monate später hängen und die Umgebung des Standortes dadurch negativ beeinflussen, kann man sich gerne bei der Stadt melden, die diese Beschwerde an Ströer weitergibt. Oder die unansehnliche Plakatwand direkt bei Ströer melden“, so die Antwort der Pressestelle.

Womöglich löst sich das Problem allerdings von selbst auf. Denn nach der Wahl ist bekanntlich vor der Wahl. Und in diesem Fall folgt bekanntlich die Bundestagswahl Ende September. Und so könnten am Standort in der Frauenbergstraße schon bald ganz neue Wahlplakate zur Bundestagswahl die alten Motive überdecken. Dann werden die verbliebenen „Wahlhelden“ Dirk Bamberger, Dr. Thomas Spies, Renate Bastian und Co. wohl durch die Konterfeis von Sören Bartol, Dr. Stefan Heck und weiteren Bundestagsbewerbern ersetzt. Die Abgabefrist für die neuen Plakate war übrigens am Dienstag, sodass laut Stadt-Pressestelle ab dem 13. August geklebt werden kann. Stellt sich allerdings nur die Frage, wie lange dann Folgeplakate hängen bleiben, die für die Bundestagswahl werben.

Von Manfred Hitzeroth