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Marburg Was man für den Urlaub einpacken sollte
Marburg Was man für den Urlaub einpacken sollte
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09:00 23.07.2022
Wer mit dem Auto verreist, hat in der Regel viel Platz für Gepäck und muss beim Packen nicht so konsequent sein.
Wer mit dem Auto verreist, hat in der Regel viel Platz für Gepäck und muss beim Packen nicht so konsequent sein. Quelle: Guido Kirchner/dpa
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Marburg

Beim Kofferpacken gibt es zwei Extreme. Wer die wunderbare Komödie „Besser geht’s nicht“ mit Jack Nicholson und Helen Hunt gesehen hat, kennt eines dieser Extreme: Jack Nicholson spielt einen neurotischen Schriftsteller, der seinen Koffer für einen Kurzurlaub packt. Er hat eine Liste gemacht, auf dem Bett liegen akkurat gefaltet die Kleidungsstücke. Kurzum: Der Koffer ist perfekt gepackt.

Das andere Extrem heißt Mr. Bean. Auch der will in Urlaub, legt sich irgendwelche Sachen zurecht, Klamotten, eine Dose Bohnen (man weiß ja nie) – und stellt fest, der Koffer ist zu klein. Damit alles irgendwie reinpasst, werden kurzerhand die Hosenbeine abgeschnitten. Es geht ja schließlich ins Warme.

Die meisten Kofferpacker pendeln vermutlich zwischen diesen beiden Polen, zwischen dem Zwangsneurotiker und dem Chaoten. Aber es gibt ja Hilfe, jede Menge Tipps, die man beherzigen kann und die es einem erleichtern, den Koffer zu packen.

Koffergrößen

Bei Leder Rhiel in der Marburger Oberstadt wird derzeit vor allem Fluggepäck nachgefragt –  insbesondere Koffer für das Handgepäck, sagt Gerald Specht. Die Farben? „Möglichst leuchtend.“ Die Standardgröße für Handgepäck im Flugzeug ist 55 mal 40 mal 20 Zentimeter. Doch sollte man sich sicherheitshalber bei den Fluggesellschaften informieren, welche Größen sie zulassen, denn die unterscheiden sich erheblich. Ebenso das Gewicht, das große Koffer haben dürfen.

Wer mit einem Kombi oder einen SUV in die Berge oder an die See fährt, der kann einfach alles Mögliche hinten reinschmeißen und sollte nur darauf achten, dass durch den Rückspiegel der Verkehr noch zu sehen ist. Festzurren ist auch angebracht. Und weil man so viel Platz hat, nimmt man meist mehr mit, als man braucht.

Backpacker sind das Gegenteil: Sie müssen alles selber tragen, also kommt nur das Nötigste in den Rucksack: Unterwäsche, ein paar T-Shirts, maximal zwei Hosen – eine lange, eine kurze, Badesachen, vielleicht eine dünne Jacke (man weiß ja nie), Zahnbürste, Zahncreme, eine Seife. Und – ganz wichtig – eine Waschpaste, um die Klamotten zur Not waschen zu können.

Der Kofferpack-Profi

OP-Geschäftsführerin Ileri Meier entpuppt sich als Pack-Profi. „Mindestens eine Woche vor Urlaubsbeginn suche ich mir in der Wohnung einen Platz aus, auf dem ich mich ausbreiten kann“, sagt sie. Toilettenartikel, Kosmetika und Föhn werden ebenso bereitgelegt wie Medikamente für die Reiseapotheke: von Kopfschmerztabletten bis Kühlspray und Augentropfen (falls die Augen austrocknen).

Dann kommt die Urlaubskleidung: Unterwäsche, T-Shirts, kurze Hosen, Sachen für den Strand, Flip Flops, Sandalen und Pumps für den Abend. Dazu Abendhandtasche, Handtasche für den Strand, Handtasche für das Einkaufen, eine kleine Handtasche für Handy und etwas Geld und Karten, Schmuck für jeden Anlass, Sonnenhut und Cappy – schon ist die Garderobe fertig.

„Ohne eine richtige Planung, ohne diesen besagten Platz in der Wohnung, würde es nicht so rund laufen. Denn schließlich muss ja an alles gedacht werden. Wenn alles bereitsteht, wird am Abend vor der Abreise alles ordentlich und gebügelt in den Koffer gelegt. Die einzelnen Bereiche werden in gesonderte kleine Taschen gepackt. Am nächsten Morgen wird der Koffer geschlossen, die ,normale’ Handtasche genommen und los geht’s“, so Ileri Meier.

Schwieriger wird es, wer mit seiner Familie eine Flugreise plant. Zwei Wochen Hotel oder Ferienwohnung. Was nimmt man mit? Wie packt man?

Damira Burk (28) ist ein Ordnungscoach. Seit zwei Jahren betreibt sie in Dautphetal das Unternehmen Burk-Dienstleistungen. Sie räumt Kleiderschränke auf, bringt Ordnung ins Büro, die Küche, den Dachboden oder Keller. „Alles, was man sechs Monate nicht anhatte: weg damit“, sagt sie. Wenn sie zu Besuch war, hat man wieder Platz.

Aber auch für das Packen von Koffern hat sie einige wertvolle Tipps. „Man sollte sich sehr genau überlegen, was man braucht“, sagt sie – und vorher auf jeden Fall eine Liste machen. Damira Burk meint: „Frauen neigen dazu, eher mehr mitzunehmen, als nötig. Männer dazu, die Hälfte zu vergessen.“ Daher die Liste.

Sie rät: „Man sollte nur das Wichtigste mitnehmen, denn im Urlaub kaufen sich viele Leute ja noch neue Sachen. Ist der Koffer voll, ist dafür kein Platz mehr. Und außerdem ist der Koffer vielleicht ohnehin weg“, meint sie lachend mit Blick auf das Flughafenchaos.

Tipps für ein leidiges Thema

Der erste Tipp betrifft das Handgepäck: Das wird immer wichtiger angesichts chaotischer Szenen an deutschen Flughäfen mit abertausenden Koffern, die nicht ans Ziel kommen. Ins Handgepäck gehören die Wertsachen und Elektronik wie Kamera oder Laptop. Gleiches gilt für Medikamente. Auch Ersatz-Akkus müssen mit ins Handgepäck. Inzwischen raten Experten auch dazu, eine Wechselgarnitur im Handgepäck mitzunehmen, falls der Koffer zurückbleibt. Ansonsten gilt:

  • Eine Liste machen, alles in Ruhe und zeitig bereitlegen. Nicht auf den letzten Drücker packen – das macht nervös, weiß die Reisebloggerin Jasmin.
  • Kleider und T-Shirts rollen: So geht mehr in den Koffer rein. Aber Achtung: Nicht ganz vollpacken, damit Platz für Souvenirs und Einkäufe vorn Ort bleibt.
  • Leerräume füllen – Socken in die Schuhe, Unterwäsche in Lücken stopfen.
  • Möglichst darauf achten, gut kombinierbare Kleidung mitzunehmen. Also vorher genau überleben, was man unternehmen will.
  • Keine großen Shampoo- oder Duschgel-Flaschen mitnehmen. Die brauchen zu viel Platz. Also Toilettenartikel in praktischen Reisegrößen kaufen. Man kann sie auch vor Ort einkaufen – das spart zusätzlich Platz.
  • Falls etwas ausläuft, ist das sehr ärgerlich: Solche Dinge zusätzlich in kleine Plastiktüten verpacken.
  • Schuhe in einem separaten Sack verstauen, damit sie die Kleidung nicht verschmutzen.
  • Zerbrechliches in Socken packen.
  • Ladekabel in einem eigenen Etui verstauen – das vermeidet Kabelsalat. Und man hat sie schnell griffbereit.
  • Am Ende den Koffer mit einem Band verschließen und sichern. Und ihn möglichst auffällig markieren, um Verwechslungen zu vermeiden. So kann eigentlich nichts schiefgehen, wenn der Koffer denn mitkommt. Gute Reise.

Von Uwe Badouin

22.07.2022
22.07.2022