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Marburg Thema erhitzte Gemüter im Ortsbeirat Cappel
Marburg Thema erhitzte Gemüter im Ortsbeirat Cappel
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00:17 20.04.2019
Die Initiative „Gleis X“ residiert mit ihrem Wagenplatz am ­Ortenberg.  Quelle: Björn Wisker
Cappel

Auslöser für die Diskussion war der Unmut der Cappeler Bürger über einen möglichen Umzug der Wagenplatzbewohner der Initiative „Gleis X“ in den bürgerlich geprägten Eselsgrund (die OP berichtete).

Das Thema bewegte und erhitzte phasenweise sogar die Gemüter bei den Sitzungsteilnehmern. „Ich war schockiert, dass diese Menschen in den sozialen Netzwerken mitunter als ‚Pack‘ beschimpft wurden“, meinte Tanja Bauder-Wöhr (Linke). Erika Richter (Grüne) sprach gar von „rechter Hetze“, die im ­
Internet herumgegeistert sei.

Ortsvorsteher Peter Hesse (SPD) berichtete vom Feedback, das er von Cappelern erhalten habe und das sich deutlich gegen den Umzug aussprach. „Persönliche Angriffe und Verunglimpfungen gefallen mir gar nicht. Aber wenn die Bürger dagegen sind, muss man das ­akzeptieren“, sagte Hesse.

Dem Diktat der Mehrheit müsse sich schließlich jeder fügen. Die Form des Wohnens der Wagenplatzbewohner erfordert nämlich die Duldung der Stadtteilbewohner.

Dr. Andreas Krisp, der sich stellvertretend für die Cappeler Anwohner gegen den Umzug der Wagenplatzbewohner gewehrt und sich bezüglich des Themas gegenüber der OP geäußert hatte, hielt sich weitgehend zurück.

Er schwieg auch, als sich mehrere Anwohner über den Mangel an Informationen beschwerten. „Ich hatte das Gefühl, dass wir hier einfach mit etwas überrollt werden. Dass jemand in unsere Nachbarschaft zieht, ­ohne dass wir gefragt werden“, ärgerte sich eine Cappelerin.

n Neben der Debatte um den geplatzten Umzug der mobilen Wohngruppe ging es insbesondere ums Forstmanagement. Rede und Antwort zu den derzeitigen Forstarbeiten in Cappel stand Bernd Wegener, kommissarischer Leiter des Forstamtes Kirchhain.

Votum für Wochenmarkt bleibt aus

Unmut förderten besonders die Wegebaumaßnahmen zutage, die laut mehreren Ortsbeiratsmitgliedern ungenügend umgesetzt seien. „Wir versuchen das bestmöglich umzusetzen. Aber wir können auch nur mit den finanziellen Mitteln arbeiten, die uns zur Verfügung stehen“, sagte Wegener.

Letztlich äußerte das Gremium Verständnis dafür, dass das Problem ein politisches ist und der Unmut über die Verteilung der Geldmittel sich gegen die zuständigen Politiker richten müsse.

 Außerdem diskutierte der Ortsbeirat, wie er zu einem ­Wochenmarkt auf dem August-Bebel-Platz stehe. Uneinigkeit bestand darüber, ob sich überhaupt Händler finden würden, die dort ihre Waren anbieten wollen. Zwei Mitglieder stimmten für die Maßnahmen, die für die Errichtung eines Wochenmarktes nötig seien. Ebenso viele stimmten dagegen. Bauder-Wöhr sah den Sinn dieser Abstimmung nicht und gab keine Stimme ab.

von Benjamin Kaiser