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Marburg Umgekehrte Fluchten
Marburg Umgekehrte Fluchten
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16:57 13.03.2020
Tobias Wulff und Lara Mehler spielen in „Upside Down“ ein Paar, das von Marburg nach Uganda geflüchtet ist. Das Stück ist in der Waggonhalle dort erstmals am 16. März zu sehen. Quelle: Heike Döhn
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Marburg

Fluchtpunkt Afrika: Die Menschen flüchten aus Europa und suchen Schutz und neue Hoffnung auf dem afrikanischen Kontinent. Da stimmt doch etwas nicht? Das ugandisch-deutsche Theaterstück „Upside Down“ dreht die Verhältnisse um und ermöglicht so einen ganz neuen Blick auf die Themen Flucht und Migration. Theater Gegenstand präsentiert die Premiere am Montag, 16. März, in der Waggonhalle.

„Upside Down“ spielt in einer nicht allzu fernen Zukunft. In Deutschland sind Rechtsradikale an die Macht gekommen und verfolgen Andersdenkende. Tausende flüchten über das Mittelmeer nach Afrika – vor allem nach Uganda, „der „Perle Afrikas“, wo sie sich Hilfe erhoffen. Das Stück erzählt von einer Familie aus Marburg, die in einem Flüchtlingslager landet und dort unter elenden Bedingungen leben muss. Das stellt ihre Beziehungen und Überzeugungen auf eine harte Probe.

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Arbeiten zum Stück begannen 2016

Geschrieben haben das Stück der ugandische Theatermacher Rogers Williams Mpaata und die in Marburg lebende Miriam Richter. Kennengelernt haben sie sich in Ruanda bei einem Theaterfestival. Rogers Williams Mpaata ist Schauspieler und Theaterpädagoge, hat Theater studiert und an vielen Projekten mitgewirkt, auch internationalen. Auch in Marburg hat er bereits an anderen Produktionen mitgewirkt. Miriam Richter hat in Marburg Friedens- und Konfliktforschung studiert und ist dadurch nach Ruanda und Uganda gekommen. Sie befasst sich mit partizipativem Theater, bei dem das Publikum stark einbezogen wird.

2016 haben die beiden begonnen, ein Stück gemeinsam zu erarbeiten, seither haben sie es immer wieder überarbeitet. Aktuell ist Rogers Williams Mpaata im Rahmen des Bundesfreiwilligendiensts in der Waggonhalle, und so kommt es nun endlich zur Uraufführung von „Upside Down“. Die Aktualität dieses Stücks sei angesichts politischer und gesellschaftlicher Entwicklung gerade wieder ganz besonders hoch, betonen die beiden Autoren.

Passagen auf Deutsch, Englisch und Luganda

„Upside Down“ ist Teil der Internationalen Wochen gegen Rassismus in Marburg und wird von der Stadt Marburg gefördert. „Es ist toll, dabei mit so vielen unterschiedlichen Menschen arbeiten zu können“, freut sich Inga Blix von Theater Gegenstand. Auf der Bühne werden sieben Personen stehen, einige von ihnen Deutsche, andere Ugander, unter ihnen auch der Autor.

Dazu gibt es Livemusik von einem ugandischen Musiker. Gesprochen wird zum größten Teil Deutsch, es wird aber auch Passagen auf Englisch und in der ugandischen Sprache Luganda geben. Regie führt die renommierte und preisgekrönte ugandische Theaterregisseurin Rehema Nanfuka. „Upside Down“ ist geeignet für Zuschauer ab 14 Jahren und dauert eine Stunde ohne Pause.

Zu sehen ist „Upside Down“ am 16. und 17. März ab 20 Uhr in der Waggonhalle, am 18. März ab 20 Uhr in der Lutherischen Pfarrkirche. Für den Sommer ist bereits eine Wiederaufnahme geplant.

Von Heike Döhn

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