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Marburg Großes Theater im kleinem Stadtteil
Marburg Großes Theater im kleinem Stadtteil
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20:16 09.03.2020
Großes Theater auf kleiner Bühne boten die Dilschhäuser Darstellerinnen und Darsteller im Bürgerhaus und boten ihrem Publikum allerbeste Unterhaltung. Quelle: Foto: Volker Kubisch
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Dilschhausen

Wenn die reiche Erbtante aus dem feinen Hamburg per Brief schon für den nächsten Tag ihren Besuch ankündigt, dann ist auf einmal Feuer unterm Dach. Familie Bauer bangt im selben Moment um ihr Erbe, denn Tante Dora ist nicht nur schwerreich, sondern obendrein auch noch sehr fromm und hat hohe moralische Ansprüche an ihre Angehörigen.

Deren „sündiges“ Dasein dürfte Tante Dora schwer aufstoßen. Mutter Marlene fährt gerne mit ihren Freundinnen ins Wellness-Wochenende, Papa Fritz mit seinem Kegelclub in den Sauerland-Stern, Ines lebt in vorehelicher Sünde mit ihrem Freund zusammen und Oma Maria, Tante Doras Schwägerin, will per Zeitungsannonce einen potenten Liebhaber finden, wie sie dem verdutzten Rest der Familie offenbart. „Eich hu häi emol wos uffgesatzt, basst uff“, und liest ihre Kontaktaufnahme zum potenziellen Liebhaber vor, der bei ihr, nach so langer Abstinenz „endlich für erotische Stunden und ein erfülltes Sexleben“ sorgen soll.

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Das alles geht nun gar nicht, und alle Familienmitglieder müssen sich extrem am Riemen reißen, ehe ein verrückter Zufall der Geschichte eine irre Wendung gibt.

Im Dilschhäuser Bürgerhaus jedenfalls, das aus allen Nähten platzte, kam das Stück riesig an und sorgte für schallendes Gelächter.

Hans Otto Beer aus Goßfelden, der seit 2010 jedes Jahr zu den Aufführungen kommt: „Es macht einfach Spaß, der Theatergruppe zuzuschauen. Sie spielen jedes Mal so herrlich unbeschwerte Stücke, und das auch noch auf Platt. Wenn man vom Dorf kommt, versteht man aber natürlich trotzdem jedes Wort. “

Alle Aufführen sind ausverkauft

Andrea Fichtner und Susanne Werner, beide aus Oberrosphe, waren zum ersten Mal bei einer Aufführung der Dilschhäuser Theatergruppe. „Wir kennen zwei der Darsteller und wollten uns mal anschauen, was die hier so auf die Beine stellen. Und der Weg hierher hat sich auf jeden Fall gelohnt. Die Atmosphäre ist so locker und ungezwungen, ganz anders als in den ‚großen‘ Theatern. Und lustig war’s auch noch.“

Und Eckard Bamberger, selbst Dilschhäuser meint: „Wenn man die Darsteller persönlich kennt und weiß, wie sie sonst so sind, macht das Ganze doppelt Spaß.“ Für Freitag, 6. März, und Samstag, 7. März, sind zwar noch zwei weitere Aufführungen geplant, Tickets gibt’s aber wohl nur noch auf dem Schwarzmarkt.

Von Volker Kubisch

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