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Marburg Test aus Marburg weist das Virus nach
Marburg Test aus Marburg weist das Virus nach
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16:02 08.06.2020
Eva-Maria Landmann, Dr. Frank Vitzthum und Dr. Andreas Rechner präsentieren Diagnostik-Geräte von Siemens Healthineers, mit deren Hilfe das Coronavirus bestimmt werden kann.   Quelle: Till Conrad
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Marburg

„Die Labordiagnostik fristet zwar im Medizinbetrieb oft ein Mauerblümchendasein“, sagt Geschäftsführer Dr. Frank Vitzthum von Siemens Healthineers, „tatsächlich fallen aber bis zu 70 Prozent aller kritischen Entscheidungen im Gesundheitssystem mithilfe der Ergebnisse aus der Labordiagnostik“.

Die Covid-19-Pandemie und die Notwendigkeit entsprechender Testungen hat auch medizinischen Laien drastisch vor Augen geführt, wie wichtig die Labordiagnostik für die Bekämpfung der Pandemie ist.

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Siemens Healthineers haben sofort, nachdem das SARS-CoV-2-Virus im Januar in China erstmals als Auslöser der Corona-Erkrankung identifiziert war, damit begonnen, molekularbiologische Tests zum Nachweis des Virus im menschlichen Blut zu entwickeln, berichtet Marketing-Manager Eva-Maria Landmann im Gespräch mit der OP. „Damals musste man schon davon ausgehen, dass wir vor einer Pandemie größeren Ausmaßes stehen“, so Landmann.

Tests sind CE-zertifiziert

Das Virus ist zuverlässig nachweisbar durch den sogenannten PCR-Test, der Erbgut des Virus im Körper nachweist. „Ohne richtige Diagnose keine richtige Therapie“, sagt Dr. Vitzthum zur Bedeutung dieses Nachweises.

Der PCR-Test weist nach, ob der Patient aktuell an Covid-19 erkrankt ist – während ein Antikörpertest eine überstandene Covid-19-Erkrankung nachweist, wichtig etwa für Personen, die wissen wollen oder müssen, ob sie immun sind und etwa in der Krankenpflege arbeiten können.

„Die Antikörpertests, die wir herstellen, sind CE-zertifiziert“, sagt Dr. Andreas Rechner vom wissenschaftlichen Marketing bei Siemens Healthineers. Ein serologischer Antikörpertest wird unter anderem in Glasgow entwickelt und über das Verteilzentrum in Duisburg vertrieben.

Spätfolgen noch unerforscht

Möglicher Begleit- und Spätfolgen von Covid-19 wird man sich erst nach und nach bewusst. Eine der wichtigsten Folgen ist eine erhöhte Blutgerinnung bei schweren Verläufen. 30 bis 70 Prozent aller Covid-19-Patienten leiden unter Thrombosen oder Lungenembolien, eine der Hauptursachen für das Versterben von schwer erkrankten Covid-19-Patienten. Und die Rolle von entzündlichen Prozessen im Körper des Patienten bei Covid-19 ist so richtig noch gar nicht erforscht.

Siemens Healthineers bietet, so formuliert es Dr. Vitzthum, „die komplette Diagnostik im Zusammenhang mit Covid-19“. Gemeint sind Nachweise zur Blutgerinnung, Marker für den Nachweis von inflammatorischen (Entzündungs-)Prozessen, Reagenzien zur Bestimmung von Blutgaskonzentrationen und zur Blutanalyse.

2,5 Millionen Kits (Analysesätze) wird Siemens Healthineers nach Einschätzung von Eva-Maria Lange hergestellt haben, bestehend aus jeweils unterschiedlichen Reagenzien, mit denen die einzelnen Untersuchungen gemacht werden können.