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Marburg Nur Siebte – und doch glücklich
Marburg Nur Siebte – und doch glücklich
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12:00 14.11.2019
Friseur-Jungmeisterin und Hessenbeste Tessa Schönfeld nahm am Wochenende am Bundesentscheid der Friseure teil und wurde Siebte. Quelle: Andreas Schmidt
Marburg

Es war ein riesiger Trubel am vergangenen Wochenende in Erfurt. Denn sowohl die Deutschen als auch die Mitteldeutschen Meisterschaften im Friseurhandwerk, die „Hair Games“, wurden als Programmpunkte des Events StyleCom ausgetragen. Und mittendrin: Tessa Schönfeld aus Kirchhain.

Die 21-Jährige hat ja eine Blitzkarriere hingelegt: Drastisch verkürzte Ausbildung, Abschluss als Innungsbeste, Siegerin des Leistungswettbewerbs Hessen – und „nebenbei“ auch noch den Meistertitel absolviert. Entsprechend hoch waren ihre Erwartungen auch an den Bundesentscheid.

„Für einen Platz auf dem Treppchen hat es leider nicht gereicht“, sagt die Jung-Meisterin im Gespräch mit der OP. „Aber der siebte Platz ist auch in Ordnung.“ Ein bisschen enttäuscht sei sie schon, gibt Tessa Schönfeld zu, „eine höhere Platzierung wäre natürlich schöner gewesen. Aber ich komme damit gut klar – und vor allem hat es jede Menge Spaß gemacht, ein solches Event miterlebt zu haben“.

"Es war eine tolle Erfahrung"

Einen wahren Adrenalinschub habe sie gehabt, als sie vor so vielen Leuten frisieren musste. Für die Friseurin ist klar: Auch der siebte Platz „macht sich später gut im Lebenslauf, und die Resonanz, die ich insgesamt erfahren habe, ist schon großartig“.

Und: Sie habe sich in Erfurt von den anderen Friseuren auch den einen oder anderen Griff anschauen können – „ich habe also auch noch was gelernt“. Ihre „Konkurrenten“ hätten mit wettbewerbsspezifischen Frisuren gepunktet, „die im Friseuralltag jedoch eher untypisch sind“.

Dennoch habe die Kirchhainerin beispielsweise bei den Hochsteckfrisuren Platz drei erreicht. „Es ist doch toll, dass es im Handwerk solche vergleichenden Wettbewerbe gibt“, freut sich Schönfeld. „Es war eine coole Erfahrung – und ich würde jedem, der die Möglichkeit hat, an einem Wettbewerb teilzunehmen, ermutigen, die Chance zu nutzen.“

Und wie geht es nun weiter? „Ich werde jetzt intensiver in die Bewerbungsphase bei verschiedenen Salons in Europa gehen, um kommendes Jahr dann gerne für ein Dreivierteljahr in unterschiedlichen Salons zu arbeiten.“ Vorher steht noch kurz Urlaub an – „dann geht es auch schon in die heiße Phase vor Weihnachten“.

von Andreas Schmidt