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Marburg Termin für Teil-Eröffnung noch unklar
Marburg Termin für Teil-Eröffnung noch unklar
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00:19 08.09.2018
Die Bauarbeiten auf der Weidenhäuser Brücke sind wegen statischer Probleme und extremer Wetterphänomene in Verzug geraten. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Vor Beginn des Wintersemesters 2019/2020 soll die Brücke wieder auf beiden Seiten befahrbar sein. Dieser Termin ist, Stand heute, nicht in Gefahr, sagt Bürgermeister und Baudezernent Wieland Stötzel (CDU).

Was offenbar in Gefahr ist, ist die geplante halbseitige Eröffnung vor dem Beginn des Weihnachtsgeschäfts. Der vorgesehene Eröffnungstermin Ende Oktober ist wohl nicht zu halten, sagt Stötzel. „Es wird wohl ein bisschen später werden.“

Was genau das heißt, darauf wollte sich der Baudezernent nicht festlegen. Man versuche, so schnell wie möglich an den Punkt zu kommen, an dem aus der Vollsperrung eine Teilsperrung werden kann. Andererseits: „Wir wollen natürlich, dass die Brücke nach den Bauarbeiten wieder voll belastbar ist“, so Stötzel zur OP.

„Wir haben das mit der Wirtschaft schon kommuniziert“

Die „besonderen Wetterlagen“ in diesem Jahr hätten die Arbeitsabläufe erschwert, sagte Stötzel bereits in der vergangenen Woche im Parlament auf eine kleine Anfrage der Abgeordneten Tanja Bauder-Wöhr (Marburger Linke): strenger Frost zu Baubeginn, Starkregen und Hochwasser im Frühjahr zur Zeit der Wasserhaltung und anhaltende Hitze in den Sommermonaten.

Hinzu kommt ein anderes Problem: Beim Rückbau der Fahrbahn und der Auffüllung wurde am östlichsten der drei Brückenbögen, also dem Bogen zur Weidenhäuser Straße hin, eine erhebliche Höhendifferenz zu den Plänen entdeckt. Das führte dazu, so der Bürgermeister, dass die Statik für den Aufbeton neu berechnet und Pläne neu gezeichnet werden mussten. Dies habe zu erheblichen Verzögerungen geführt. „Wir haben das mit der heimischen Wirtschaft aber schon kommuniziert.“

Wer darf zuerst fahren: stadtein- oder auswärts?

Die Mehrkosten für die erschwerte Wasserhaltung und die Planänderungen muss die Stadt bezahlen, ihre Höhe ist laut Stötzel noch nicht absehbar. Bei einem Treffen mit Vertretern des heimischen Einzelhandels, der besonders von der Sperrung der Brücke betroffen ist, soll nach OP-Informationen in dieser Woche über das weitere Vorgehen gesprochen werden.

Dabei ist wohl nicht nur der Termin für die Teil-Eröffnung Thema, sondern auch die Frage, ob die Brücke stadteinwärts oder stadtauswärts geöffnet werden soll. Eine Ampelregelung, die den Verkehr abwechselnd in Richtung Innenstadt und in Richtung Stadtautobahn zulässt, hat offenbar keine Chance, weil die Rotphase zu lange dauern würde. Einen neuen Zeitplan werde es zunächst aber nicht geben.

von Till Conrad