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Marburg Polizei warnt vor Telefonbetrügern
Marburg Polizei warnt vor Telefonbetrügern
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19:18 11.01.2022
Eine Frau telefoniert mit einem Festnetztelefon. Die Polizei warnt vor einer neuen Welle an Schockanrufen.
Eine Frau telefoniert mit einem Festnetztelefon. Die Polizei warnt vor einer neuen Welle an Schockanrufen. Quelle: Karl-Josef Hildenbrand
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Marburg

Eine neue Welle an Betrugsversuchen hat am Dienstag, 11. Januar, den Landkreis erreicht, die Polizei warnt eindringlich vor organisierten Betrügerbanden, die koordiniert versuchen, mit Schockanrufen aus ihren Opfern Geld herauszupressen. Einige Wochen war es mehr oder weniger ruhig, nun häufen sich seit Montag im Landkreis erneut Hinweise auf Schockanrufe oder andere Betrugsmaschen: Es kommt etwa zu Anrufen falscher Polizeibeamter, die telefonisch über einen angeblichen schweren oder gar tödlichen Verkehrsunfall berichten, in den der Sohn oder die Tochter verwickelt sei.

In dem Zusammenhang fordern sie ihre Opfer auf, Geld zu bezahlen. Die Polizei stellt klar: „Diese Geschichte entbehrt jeder Grundlage, sie ist falsch. Die Polizei würde so niemals vorgehen.“

Besonders perfide: Die Täter sind geübt darin, andere zu überzeugen und nutzen gezielt die Sorge um Familienangehörige aus, um Menschen mit erlogenen Geschichten über Unfälle oder auch Krankheiten wie Covid-19 – eine weitere Betrugsmasche – zu schockieren. Ziel ist, den Moment der Verzweiflung auszunutzen, im Schock sind besorgte Menschen eher bereit, den Geschichten zu glauben und unüberlegt alles dafür zu tun, um zu helfen. Selbst wenn das bedeutet, sein gesamtes Geld einem Fremden zu übergeben, Hauptsache es wird dem Kind geholfen.

Auffällig beim Vorgehen der Tätergruppen ist die Regionalität – nach den Erfahrungen der Polizei ziehen die Banden von Region zu Region und gehen koordiniert vor. Denn für den Fall, dass der Betrug am Telefon Erfolg hat, müssen diejenigen, die das Geld abholen, schnell vor Ort sein und reisen schon im Vorfeld an: „Die Geldabholer müssen ja dann losgeschickt und natürlich entsprechend positioniert werden – daher beschränken die sich auf eine Region und ziehen dann ein paar Tage später weiter“, erklärt Martin Ahlich von der Marburger Polizei.

Er rät dringend dazu, wachsam und misstrauisch zu sein, sich nicht unter Druck setzen zu lassen und auch Angehörige, Freunde und Bekannte zu sensibilisieren: „Legen Sie sofort auf, wenn es bei einem unerwarteten Anruf ums Geld, Vermögen oder Daten geht, lassen Sie sich nicht von den Geschichten täuschen.“

Von Ina Tannert

Tipps der Polizei

- Seien Sie wachsam, misstrauisch und besprechen Sie sich mit einer Vertrauensperson, bevor Sie überhaupt an eine Abhebung von Bargeld oder Überweisung oder die Übergabe des daheim gelagerten Geldes denken!

- Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen!

- Geben Sie niemals vertrauliche Informationen preis. Behörden und seriöse Unternehmen agieren nicht in dieser Form und fragen niemals am Telefon nach sensiblen Daten.

- Rufen Sie zurück

- Verwenden Sie dabei niemals Rufnummern, die man Ihnen mitteilt oder die sie auf dem Display sehen, sondern immer nur die selbst herausgesuchten Telefonnummern. Wählen Sie bewusst neu! Benutzen Sie nicht die Rückruftaste!

- Wählen Sie die Notrufnummer 110 oder die Festnetznummer der zuständigen Polizei, die Sie im Telefonbuch oder über das Internet ermitteln können.

Hinweise und Tipps zu den Vorgehensweisen und zum Schutz vor Betrügern am Telefon wie zum Beispiel zu den Betrugsphänomenen Anrufe falscher Polizeibeamter, Enkeltrick oder Schockanrufe finden Sie im Internet unter www.polizei-beratung.de oder auf der Präventionsseite unter www.polizei.hessen.de/Prävention

11.01.2022
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