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Marburg Tarife vergleichen spart Geld
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11:58 29.07.2022
Das Zählwerk an einem Gaszähler zeigt den Verbrauch von Gas in einem Privathaushalt an. Themenfoto: Jens Büttner/dpa
Das Zählwerk an einem Gaszähler zeigt den Verbrauch von Gas in einem Privathaushalt an. Themenfoto: Jens Büttner/dpa Quelle: Jens Büttner/dpa/Themenfoto
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Wechseln oder nicht? Diese Frage stellen sich derzeit viele Hausbesitzer und auch Mieter, die mit Gas heizen, besonders wenn der Bezugspreis aufgrund der Liefersituation mit Russland wie in den Vortagen einen weiteren Sprung nach oben macht.

Zu der schon schwierigen Lage mit den aktuell schnellen Preisschwankungen unterliegenden Neukundentarifen vieler Anbieter kommt nun für die Verbraucher auch das realistische Problem hinzu, dass die Lieferanten bald ihre gestiegenen Bezugskosten an die Abnehmer durchreichen könnten.

„Wir empfehlen grundsätzlich immer, die Preise zu vergleichen“, sagt Lundquist Neubauer, Pressesprecher des Vergleichsportals Verivox. Dies sollten die Kunden in regelmäßigen Abständen tun, jedoch spätestens dann, wenn der eigene Versorger eine Preiserhöhung ankündigt. Das muss sechs Wochen vor der Erhöhung erfolgen.

Preis seit Januar hat sich verfünffacht

Beim Vergleich gelte es, auf den Unterschied von Bestandskunden- zu Neukundenpreis zu achten. Sollte der eigene Versorger, zum Beispiel die Stadtwerke, günstiger sein, rät Neubauer von einem Wechsel ab. Dies, weil die Grundversorger langfristige Verträge abschließen konnten, andere Anbieter, die ihr Gas kurzfristig erstanden, mussten zuletzt wegen der hohen Kosten aufgeben (OP berichtete). Die Grundversorger mussten diese Kunden auffangen.

„Von Januar bis jetzt hat sich der Preis in der Grundversorgung verfünffacht“, sagt Neubauer, weswegen einige Grundversorger ihre Tarife für Neukunden anpassten, andere nicht. Da die Neukundentarife laut des Verivox-Mannes „recht schnell“ auf Preisschwankungen reagieren, rät er auch hier zu regelmäßigem Vergleich.

Stadtwerke Gießen will Erdgas-Produkte überarbeiten

Ein von der OP durchgeführter Test zeigt, dass die Marburger Stadtwerke sowohl mit ihrem ab 1. April gültigen Erdgas-Premium-Tarif als auch mit dem Grundversorgungstarif Erdgas-Plus fast um die Hälfte günstiger sind als die Angebote auf den Vergleichsportalen. Jedoch nehmen nicht alle Stadtwerke Kunden auf.

Die Stadtwerke Gießen zum Beispiel kündigen auf ihrer Homepage an, aktuell ihre Erdgas-Produkte zu überarbeiten, da sie die stark gestiegenen Beschaffungskosten in ihrer Preisgestaltung berücksichtigen wollen. „Daher können wir Ihnen momentan kein Erdgas-Produkt außerhalb der Grundversorgung anbieten.“

Die EAM wirbt bei einem Gasverbrauch von 20.000 Kubikmeter mit einem Gastarif von 750 Euro pro Monat im ersten Jahr ohne Preisgarantie und einer Kündigungsfrist von einem Monat bei einem Arbeitspreis von 44,44 ct/kwH. Vattenfall kostet nur gut die Hälfte: 431,40 Euro, Arbeitspreis 25,60 Cent pro kWh. Die Stadtwerke berechnen seit dem 1. April für ihr Produkt Erdgas Premium einen Arbeitspreis von 12,20 Cent je kWh und einen Grundpreis von 11,84 Euro je Monat.

Von Gianfranco Fain

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