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Marburg Tagesgäste suchen Informationsstelle in der Oberstadt
Marburg Tagesgäste suchen Informationsstelle in der Oberstadt
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20:35 22.09.2021
In die Verkaufsräume der ehemaligen Metzgerei Müller will ein Regionalvermarkter künftig nicht nur sein Sortiment anbieten. An dieser Stelle der Oberstadt könnte auch eine weitere Tourist-Information der Stadt angesiedelt werden.
In die Verkaufsräume der ehemaligen Metzgerei Müller will ein Regionalvermarkter künftig nicht nur sein Sortiment anbieten. An dieser Stelle der Oberstadt könnte auch eine weitere Tourist-Information der Stadt angesiedelt werden. Quelle: Foto: Gianfranco Fain
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Marburg

Mit den Stimmen der Fraktionen von SPD, Grüne, Klimaliste und Linke empfiehlt der Hauptausschuss der Stadtverordnetenversammlung, einem Vorschlag des Magistrates zuzustimmen. Gegen das Einrichten einer weiteren Tourist-Informationsstelle in der Oberstadt sprachen sich dagegen die CDU- und FDP-Vertreter aus. Der Abstimmung ging am Dienstagabend eine lange und derart lebhafte Diskussion voraus, dass sich Steffen Rink genötigt sah, gegen das „MSLT-Bashing“ Stellung zu beziehen.

Die Diskussion um die „Marburg Stadt Land Tourismus“ (MSLT) ins Rollen brachte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies mit seiner Bemerkung, dass die derzeitige Lage am Erwin-Piscator-Haus (EPH) zwar für das „Backoffice“ gut aber ansonsten nicht optimal sei. Denn, so Spies, gerade Tagestouristen, die selbst, also nicht mit einem Busunternehmen nach Marburg anreisten – wofür die Lage am EPH wiederum gut sei –, suchen in der Oberstadt nach einer Tourist-Information.

Zusammenarbeit mit Regionalvermarkter geplant

Eine solche werde auch zur Belebung der Innenstadt gefordert und wurde von den Stadtverordneten Anfang Januar mit dem Zukunftskonzept Oberstadt schon beschlossen. Vorgeschlagen wird nun, eine Oberstadt-Tourist-Information als Anlaufstelle für Beratung, Informationsmaterialien, Ticketverkauf und Merchandising gerade zum bevorstehenden Stadtjubiläum „Marburg800“ zu installieren. Dazu biete sich die Zusammenarbeit mit einem Regionalvermarkter in den ehemaligen Räumen der Metzgerei Müller und später Parfümerie Douglas an, erklärte Spies. Bei den Regionalvermarktern handelt es sich um die gerade prämierten Katharina und Carsten Marin, die die Marktscheune in Wittelsberg betreiben.

Die MSLT am EPH anzusiedeln sei ein großer Fehler gewesen, sagte Andrea Suntheim-Pichler (Bürger für Marburg). Sie könne sich auch schwer vorstellen, dass in dem Regionalladen links Schweinefleisch, rechts Gemüse und in der Mitte Tickets verkauft würden. Das sei eine Krücke und Marburgs nicht würdig. Die Stadt sollte doch in der Lage sein, eine Tourist-Information in der Oberstadt selbst zu finanzieren. Es handele sich nicht um eine Krücke, erwiderte Spies. Eine solche Kombination von Regionalvermarktung und Touristen-Service sei in anderen Orten besonders erfolgreich und werde empfohlen. Es würden auch keine Eier oder Milch verkauft, sondern Produkte, die Touristen als Souvenir mitnehmen.

Christdemokrat Jens Seipp sprang Suntheim-Pichler bei. Ja, man wolle in der Oberstadt etwas haben, aber nicht so, sagte der Christdemokrat und brachte Fragen auf nach der räumlichen Trennung und ob nicht Doppelstrukturen geschaffen würden, die dann bestehen bleiben. Da solle man lieber die Tourist-Information am EPH gleich schließen, da sie offenbar nicht gefunden werde. Mit „unten Murks, oben gut“, sprach sich Michael Selinka von der FDP für die Idee aus, fragte aber auch nach der Kostenstruktur und ob es nicht eine Vorteilsnahme durch den Regionalerzeuger gebe.

Schließlich ergriff SPD-Fraktionschef Steffen Rink das Wort. Die Annahme von Doppelstrukturen sei falsch, da MSLT die Stadt nicht nur an der Ladentheke vermarkte, sondern die 80 Prozent, die die Mitarbeiter leisten, nicht zu sehen seien. Es gebe jetzt einen privaten Anbieter, der eine tolle Idee habe, da könne man nicht auf einmal wieder alles alleine machen wollen. „So kann es auch nicht gehen“, stellte Rink fest.

Die Stadtverordneten tagen am Freitag, 24. September, ab 16 Uhr im großen Saal des Erwin-Piscator-Hauses.

Von Gianfranco Fain

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