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Marburg Denkmäler sind wieder öffentlich
Marburg Denkmäler sind wieder öffentlich
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07:58 09.09.2021
Nach erfolgter Renovierung wurde das Marburger Kunstmuseum Ende Oktober 2018 wiedereröffnet. Auch am Sonntag, dem „Tag des offenen Denkmals“, wird es für Besucher geöffnet sein.
Nach erfolgter Renovierung wurde das Marburger Kunstmuseum Ende Oktober 2018 wiedereröffnet. Auch am Sonntag, dem „Tag des offenen Denkmals“, wird es für Besucher geöffnet sein. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Der Tag des offenen Denkmals findet nach der Corona-Zwangspause an diesem Sonntag (12. September) wieder statt. Zur zentralen Veranstaltung für Hessen kommt Wissenschaftsministerin Angela Dorn schon am Samstag (11. September) nach Marburg und eröffnet im Kunstgebäude der Philipps-Universität Marburg die feierliche Veranstaltung, die für die Öffentlichkeit per Livestream übertragen wird.

Das Motto des Denkmalstags lautet in diesem Jahr „Sein & Schein – in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege“ und dreht sich um das Spiel mit Sinneswahrnehmungen: Was ist echt, was Imitation, Rekonstruktion oder gar Illusion? Welche Wirkungen werden mit täuschend echten Materialien oder mit den Mitteln der Perspektive erzielt und was macht ein Denkmal überhaupt zu einem Denkmal?

Aktionsstände zu traditionellen Handwerkstechniken

Dazu hält der Direktor des Museums für Kunst- und Kulturgeschichte Dr. Christoph Otterbeck einen Vortrag. „Mit Schein und Sein durch die Zeit – Das Kunstgebäude der Philipps-Universität 1927“ lässt er die 1920er Jahre in Marburg wieder lebendig werden. Zudem spricht Dr. Verena Jakobi, die Leiterin der Bau- und Kunstdenkmalpflege im Landesamt für Denkmalpflege Hessen, über das Original und seine Verwandlungen.

Das Kunstgebäude in Marburg kann am Sonntag auch besucht werden. Dort bietet die Jugendbauhütte der Deutschen Stiftung Denkmalschutz von 11 bis 17 Uhr Info- und Aktionsstände zu traditionellen Handwerkstechniken vor dem Kunstmuseum an. Um 11 und um 13 Uhr spricht Jan Ermel von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz über das Thema Historismus/Moderne im Atelierraum des Museums.

Begrenzte Teilnehmerzahl

Fernern beginnen um 15, 16 und um 17 Uhr Baustellenführungen im Innenhof des Kunstgebäudes, bei denen die Architektin Ute Kohlhauer und der Kunsthistoriker Thomas Jahn die Sanierung des Brunnens erklären.

Anmeldungen erforderlich

Aufgrund der Corona-Situation ist die Teilnehmerzahl begrenzt, weshalb für die Veranstaltungen am Sonntag das Anmelden mit Angabe des Namens und der Personenzahl erforderlich ist unter: bildung.museum@uni-marburg. de oder telefonisch unter 0 64 21/2822355.

Weitere Veranstaltungen im Landkreis finden statt in:

Bellnhausen

Der Heimat- und Kulturverein Bellnhausen öffnet von 9 bis 17 Uhr das Dorfbackhaus, in dem aus Roggenmehl nach altem Rezept Sauerteigbrot zubereitet und gebacken sowie über das Brauchtum informiert wird. Darüber hinaus findet um 16 Uhr ab dem Backhaus ein historischer Dorfrundgang mit Heimatforscher Heinz Rabenau statt.

Der Erlös aus dem Verkauf der Brote geht je zur Hälfte an den örtlichen Kindergarten und die Flutkatastrophenhilfe für die Region Ahrweiler/Erftstadt. Da die Teilnehmerzahl für den 90-minütigen Rundgang begrenzt ist, ist das Anmelden unter Telefon 0 64 26 / 4 01 30 oder der E-Mail-Adresse HuKBellnhausen@ gmx.de empfohlen.

Bürgeln

Der „Kulturverein Alte Kirche Bürgeln“ öffnet diese um 10 Uhr zu Führungen, bei denen die umfangreiche Sanierung erklärt sowie ein Modell der Kirche präsentiert wird. Außerdem erklingt die Orgel nach zwei Jahren wieder und es stehen eine Ausstellung, Musik und Gesang auf dem Programm. Für Verpflegung ist gesorgt. Besucher sollten die Parkplätze am Bahnhof und vor der Mehrzweckhalle in der Marburger Landstraße nutzen.

Roth

Der Arbeitskreis Landsynagoge Roth bietet von 11 bis 17 Uhr Führungen in der Synagoge in Roth und einen geschichtlichen Dorfspaziergang an. Dabei wird ab 14 Uhr erklärt, wo Juden wohnten, welches Schicksal sie ereilte, welche Beziehungen es zu den Nachkommen gibt und wie der ermordeten und vertriebenen Juden gedacht wird.

Stadtallendorf

Das Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) Stadtallendorf präsentiert eine seiner bedeutendsten Sehenswürdigkeit bundesweit, die Füllstelle B/später Kammgarn Richter in der Rheinstraße 19. Das Gebäudeensemble ist ein mahnendes Beispiel für die Architektur der Rüstungsindustrie der NS-Zeit. Auf dem Gelände und erstmals auch in dem Gebäude ist das Ausmaß des Munitionshungers des Regimes zu besichtigen.

Die Füllstelle ist von 10 bis 20 Uhr zu besichtigen, um 10 und um 13 Uhr beginnen Führungen. Ab 16 Uhr ist eine Podiumsdiskussion vorgesehen, bei der der Kurator Dr. Philipp Aumann vom Historisch-Technischen Museum der ehemaligen Raketenversuchsanstalten Peenemünde zu hören ist. Anmeldungen können bis Freitag, 10. September, per E-Mail an Joerg. Probst@ stadtallendorf.de eingereicht werden.

Sichertshausen

Back-Event ab 14.30 Uhr mit Leckereien aus dem Backhaus.

Todenhausen

Wer wissen will, wie die Hugenotten und Waldenser 1720 nach Todenhausen kamen und noch Vieles mehr über das Dorf erfahren möchte, kann am Sonntag ab 10 Uhr das Hugenotten- und Waldenserarchiv Todenhausen besuchen.

Der Archivraum befindet sich in der ehemaligen Volksschule, Hauptstraße 31. Zu sehen ist eine beeindruckende Sammlung von Bild- und Schriftmaterial. Historische Bücher und Akten, eine Galerie zur Flucht und Ankunft der französischen Glaubensflüchtlinge sowie Exponate sorgen für Anschaulichkeit.

Tag des offenen Denkmals

Der Tag des offenen Denkmals ist der deutsche Beitrag zu den European Heritage Days, einer vom Europarat und der Europäischen Union unterstützten Aktion. Alle 49 Länder der europäischen Kulturkonvention beteiligen sich in diesem Jahr an dem Ereignis. Die Koordination in Deutschland hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz.

In Hessen findet der Tag des offenen Denkmals seit 1990 statt. Zahlreiche Denkmaleigentümer, Initiativen, Stiftungen und Vereine, aber auch Handwerksbetriebe, Architekten, Restauratoren, Kommunen und Gemeinden stellen auch in diesem Jahr ihre Kulturdenkmäler vor. Neben analogen gibt es auch einige digitale Veranstaltungsformate.

Die zentrale Veranstaltung für Hessen findet dieses Jahr in Marburg statt. Sie beginnt am Samstag (11. September), dem Vortag des Tages des offenen Denkmals, um 16 Uhr im Kunstgebäude der Philipps-Universität Marburg.

Der Livestream dazu können Sie hier verfolgen.

Von Gianfranco Fain

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