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Marburg Gut 100 Einsätze für die Feuerwehren
Marburg Gut 100 Einsätze für die Feuerwehren
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11:31 26.04.2019
Die Feuerwehr musste zahlreiche Bäume wegschneiden, die auf die Straße gekracht waren. Quelle: Nadine Weigel
Marburg

Nach dem am Mittwochabend eine Unwetterfront den Landkreis überquert hat, mussten die Feuerwehren zahlreicher Ortschaften ausrücken. "Wir hatten etwa 100 Einsätze kreisweit", berichtet Stefan Schienbein aus der Leitstelle des Landkreises. Schwerpunkte dabei sei Marburg gewesen, aber auch im Hinterland und im Ostkreis habe es zahlreiche Einsätze gegeben. Laut Polizei gab es ungezählte Notrufe, unter anderem wegen umgestürzter Bäume, abgeknickter Äste und umhergewehter Gegenstände.

"Das Unwetter ist quasi einmal durch den Landkreis gefegt", so Schienbein. Von einigen Dächern seien Dachziegel herunter geweht worden, die Bahnstrecke bei Wetter sei kurzzeitig gesperrt gewesen, weil dort Bäume die Gleisen blockiert hatten, und zahlreiche Bäume seien entwurzelt worden.

Ohne Verletzungen und nur mit dem Schrecken kam eine 26-jährige Autofahrerin davon, als ein größeres Baumstück auf ihr Auto knallte. Die Kirchhainerin war auf der Bundesstraße 62 von Marburg nach Kirchhain unterwegs. Die Polizei geht wegen des massiven Schadens an dem Kleinwagen von einem wirtschaftlichen Totalschaden aus.

Bis etwa 23 Uhr hatten die Feuerwehrleute laut Schienbein alle Hände voll zu tun. 

Vermutlich durch Blitzschlag lösten zudem einige automatische Brandmeldeanlagen aus, was ebenfalls zu Einsätzen der Feuerwehr führte, so Schienbein.

Mehr als 100 Mal mussten die feuerwehren nach dem kurzen aber heftigen Unwetter ausrücken.

Zwischen Bracht und Rosenthal steckten einige Autofahrer im Wald fest und kamen wegen umgestürzter Bäume nicht weiter. Während des Einsatzes dort wurde ein Feuerwehrmann leicht verletzt. Er war gegen 0.20 Uhr für die Absperrungen auf der Landesstraße eingesetzt, als er von einem vorbeifahrenden Auto erfasst wurde. Der Feuerwehrmann erlitt leichte Verletzungen. Ein Rettungswagen brachte ihn ins Krankenhaus.

In Kirchhain musste die Feuerwehr ausrücken, weil der starke Wind in Stausebach das Osterfeuer wieder entflammt hatte. 

Weil ein abgebrochener Ast auf eine 20.000-Volt-Mittelspannungsleitung krachte, waren ab 20.19 Uhr die Orte Altenvers, Damm, Kirchvers, Lohra, Mornshausen und Weipoltshausen ohne Strom. Von der Versorgungsunterbrechung waren laut EnergieNetz Mitte rund 6.400 Einwohner betroffen. Mitarbeiter des Netzbetreibers behoben die Störung durch umgehend eingeleitete Umschaltungen im Stromnetz und den Einsatz eines Notstrom-Aggregates. Ab 21.06 Uhr seien die betroffenen Haushalte wieder mit Strom versorgt gewesen.

von Katharina Kaufmann-Hirsch