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Marburg Welche Vögel sind noch da?
Marburg Welche Vögel sind noch da?
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15:32 07.01.2020
Ein Eichelhäher sitzt auf einem Ast. Vom 10. bis 12. Januar findet die Nabu-Mitmachaktion "Stunde der Wintervögel" statt. Foto: NABU/Rolf Köhler Quelle: NABU/Rolf Köhler
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Welche Vögel sind noch da? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Nabu von Freitag, 10. Januar, bis Sonntag, 12. Januar. Dann nämlich sind Naturfreunde in ganz Deutschland dazu aufgerufen, eine Stunde lang die Vögel im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden.

Die „Stunde der Winter­vögel“ ist nach Angaben des Naturschutzbundes Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion. Sie findet in diesem Jahr zum zehnten Mal statt. Sie soll Aufschluss darüber geben, wie viele und welche Vögel den Winter in Deutschland verbringen.

Besondere Erkenntnisse versprechen sich die Naturschützer beispielsweise über den Eichelhäher. „Im Herbst haben wir einen massiven Einflug dieser Art nach Deutschland und Mitteleuropa beobachtet“, sagt Gerhard Eppler, der hessische Landesvorsitzende des Nabu: Im September seien es über zehnmal so viele Vögel wie im gleichen Monat der vergangenen sieben Jahre gewesen. „Im Oktober registrierten Vogelzugzählstationen sogar 16 Mal so viele Eichelhäher. Ähnlich hohe Zahlen gab es zuletzt 1978“, berichtet Eppler.

So geht's

  • Jeder, der Lust hat sich zu beteiligen, zählt zwischen 10. und 12. Januar für eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park und meldet sie anschließend dem Nabu.
  • Von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. 
  • Die Beobachtungen können dann bis zum 20. Januar gemeldet werden, etwa über das Widget oben. Zudem ist für telefonische Meldungen am 11. und 12. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800/1157-115 geschaltet.
  • Das pure Interesse und die Freude an der Vogelwelt reichen zur Teilnahme aus, eine besondere Qualifikation ist für die Wintervogelzählung nicht nötig.

Als Grund für dieses Phänomen vermuten die Ornithologen, dass es 2018 in Nordosteuropa eine sogenannte Eichelvollmast gab, also besonders viele Eicheln herangereift sind. So konnten deutlich mehr Eichelhäher den vergangenen Winter überleben und in diesem Jahr brüten. „Viele dieser Vögel sind nun zu uns gezogen, weil in ihren Herkunftsgebieten nicht mehr genug Nahrung für alle Vögel vorhanden ist“, erklärt Eppler.

Seit die Eichelhäher nicht mehr aktiv wandern, scheinen sie jedoch wie vom Erdboden verschluckt. Die „Stunde der Wintervögel“ könnte nun zeigen, wo die ganzen Eichelhäher geblieben sind. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie sich in den Wäldern und Gärten des ganzen Landes verteilt haben“, sagt der Nabu-Landesvorsitzende.

Das sind die zehn häufigsten Wintervögel

Auch weitere vertraute und weit verbreitete Vogelarten stehen im Mittelpunkt der Mitmachaktion. Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen etwa, aber auch typische Wintergäste aus dem Norden wie Bergfinken, Wacholderdrosseln und Erlenzeisige dürften in großen Mengen gezählt werden.

Bei der vergangenen großen Vogelzählung im Januar 2018 beteiligten sich in Hessen nach Angaben des Nabu fast 8 000 Menschen. Insgesamt gingen Meldungen aus mehr als 5 611 Gärten und Parks mit über 223 005 gezählten Vögeln ein. Bundesweit erreichte die Vogelzahl 3,5 Millionen Vögel (siehe Grafik)

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Weitere Informationen zur Aktion finden sich online unter www.stundederwintervoegel.de

Der Haussperling ergatterte damals den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in Deutschlands Gärten, die Kohlmeise erreichte Platz zwei. Auf den Plätzen drei bis fünf folgten die Blaumeise, der Feldsperling und die Amsel.

von Katharina Kaufmann-Hirsch