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Marburg Studie sagt eine Senioren-Wohnungsnot voraus
Marburg Studie sagt eine Senioren-Wohnungsnot voraus
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19:36 14.09.2010
In den eigenen vier Wänden alt werden: Wohnungen müssen seniorengerecht saniert werden, damit alte Menschen sich dort frei bewegen können.
In den eigenen vier Wänden alt werden: Wohnungen müssen seniorengerecht saniert werden, damit alte Menschen sich dort frei bewegen können. Quelle: Privat
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Marburg. Senioren haben schlechte Chancen, in den eigenen vier Wänden alt zu werden – im Landkreis Marburg-Biedenkopf droht eine „graue Wohnungsnot“. Das sagt das Forschungsinstitut Pestel in Hannover voraus. Bereits in 15 Jahren würden im Landkreis Marburg-Biedenkopf 5.750 altengerechte Wohnungen benötigt. Das geht aus einer aktuellen Regional-Untersuchung zur „Wohnsituation im Alter“ hervor.

Damit haben Verbände der Bau- und Immobilienwirtschaft gemeinsam mit der IG BAU erstmals den Wohnbedarf älterer Menschen für die Kommunen in Deutschland ermittelt. Sie haben sich dazu in der Kampagne „Impulse für den Wohnungsbau“ zusammengeschlossen. Nach seiner Untersuchung kommt das Pestel-Institut zu dem Schluss, dass es im heimischen Landkreis einen enormen Bedarf an seniorengerechten Wohnungen gibt.

Das bedeute neben dem Sanieren für Senioren auch den Neubau von altengerechten Wohnungen. Denn ein Teil der Altbausubstanz lasse sich nicht mehr wirtschaftlich barrierearm umbauen: ohne Stufen in den Wohnungen und mit einem Aufzug im Haus. Das Pestel-Institut hat errechnet, dass es im Jahr 2025 in Marburg-Biedenkopf gut 24 Prozent mehr Haushalte mit einem über 70-Jährigen geben wird als heute.

Wenn man davon ausgehe, dass nur jeder 5. der dann 28.720 Senioren-Haushalte auf eine Wohnung ohne Barrieren angewiesen sei, müsse dringend saniert und neu gebaut werden – mit Türen, durch die ein Rollator oder Rollstuhl passt, und mit schwellenfreien Duschen. „Es kann nicht sein, dass ältere Menschen nur deswegen ins Heim müssen, weil sie zu Hause keine altengerecht ausgebaute Wohnung haben“, sagt Matthias Günther vom Pestel-Institut.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie am Mittwoch in der Printausgabe der OP.