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Marburg Neue Ladestellen für „Stromer“ und E-Bikes
Marburg Neue Ladestellen für „Stromer“ und E-Bikes
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18:00 29.09.2020
Bürgermeister Wieland Stötzel (von links), Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies und Stadtwerke-Geschäftsführer Holger Armbrüster an der neuen Ökostrom-Tankstelle für E-Bikes am TTZ. Quelle: Andreas Schmidt
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Marburg

Die Universitätsstadt ist um eine Ladesäule für Elektro-Autos reicher: Stadtwerke-Geschäftsführer Holger Armbrüster gab die neue „Zapfsäule“ mit zwei Anschlüssen am TTZ jüngst gemeinsam mit Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies und Bürgermeister Wieland Stötzel frei. „Das Angebot wurde auch schon angenommen, als die Ladesäule noch gar nicht freigegeben war. Es hielten schon einige Autos an der Säule – da hätten wir schon einiges verkaufen können“, scherzte Armbrüster. Doch nun sei die Säule aktiv: Zwei Fahrzeuge können gleichzeitig mit je 22 Kilowattstunden laden. Damit gibt es nun im Landkreis 46 Ladepunkte, verteilt auf 23 Säulen.

Für Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies steht fest, dass die Elektromobilität ein „zentrales Thema der Zukunft“ ist – „vor allem auch im Hinblick auf unser Ziel, bis 2030 klimaneutral zu sein“. Dafür gebe es einen „außergewöhnlich ambitionierten Klima-Aktionsplan, der bundesweit Seinesgleichen sucht mit der Liga, die wir uns da vorgenommen haben“, so Spies. Nicht nur Stadt und Politik müssten in der Klimakrise jedoch handeln, „auch die Leute müssen mitmachen und bereit sein, selbst die Klimakrise als eine Herausforderung anzunehmen, der wir uns alle stellen“. In den Köpfen sei die Thematik bereits gut angekommen, „alle haben verstanden, dass es die Klimakrise gibt“. Nun müsse der Schritt erfolgen, klimafreundliches Verhalten „in das tägliche Tun so einzubinden, dass wir es tatsächlich geregelt bekommen“. Dafür könne die Stadt nur Rahmenbedingungen schaffen.

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„Eine davon ist, dass wir die Elektromobilität fördern“, so Spies. Der Bund gebe hohe Zuschüsse zum Kauf von E-Autos, das sei bereits ein guter Ansatz. Dazu gehöre jedoch auch, „dass man mit dem Elektro-Auto auch dann Strom bekommt, wenn man ihn braucht“. Man schaffe in der Stadt nun mit der neuen E-Tankstelle „eine weitere Lademöglichkeit für Menschen, die zu Hause beispielsweise keine Lademöglichkeit haben“. Die neue Ladesäule sei ein weiterer Baustein dafür, „dass Elektromobilität für die Bürgerinnen und Bürger lösbar und nutzbar wird“.

Bürgermeister Wieland Stötzel ergänzt, dass die Lebensqualität in Städten durch Elektrofahrzeuge deutlich verbessert werden könne, „da sie leise sind und zur Verringerung der Feinstaubbelastung beitragen“. Und er freue sich darüber, dass direkt am Fahrradstellplatz des TTZ nun auch eine Ladestation mit sechs Steckdosen für E-Bike-Nutzer bereitstehe. Das Thema habe in den vergangenen Monaten nicht nur durch Corona immens an Fahrt gewonnen. „So machen wir uns weiter auf den Weg und verbessern die Lade-Infrastruktur“, so Stötzel. Doch gibt es dabei bisher noch zwei Nachteile: Die Radfahrer müssen ihr eigenes Ladegerät dabeihaben. Und: Es gibt keine Schließfächer – theoretisch könnte das Ladegerät also auch geklaut werden.

Stadtwerke-Geschäftsführer Holger Armbrüster sprach von einer „tollen Kooperation mit der Stadt, um die Infrastruktur stetig gemeinsam weiter auszubauen“. Die neue Ladesäule am TTZ sei neben der am Friedrichsplatz bereits die zweite Mobilitätsstation im Südviertel. „Gerade für Mieter ist es sehr schwierig, einen Platz zu finden, um ihr Auto aufzuladen. Nun haben wir zwei weitere Möglichkeiten geschaffen“, so Armbrüster. Darüber hinaus gebe es ja auch noch einen Ladepunkt am TTZ für die Elektro-Flotte des Carsharing-Anbieters Scouter.

Die neue Stromtankstelle für Elektro-Autos kann rund um die Uhr genutzt werden. Für den Zugang benötigt man entweder einen Ladeschlüssel in Form eines Chips vom Dienstleister „Plugsurfing“, den es während der Geschäftszeiten im Stadtwerke-Kundenzentrum am Krekel gibt. Oder man wählt den Weg über die kostenlose Smartphone-App „Plugsurfing-Ladestationen“. Das Parken an der Säule ist während des Aufladens kostenfrei und in der Zeit von 8 bis 18 Uhr für vier Stunden möglich. Dann kann auch Mal abgeschleppt werden – das komme in der Universitätsstadt jedoch nur „sehr selten vor“, wie es heißt. In der übrigen Zeit – also von 18 bis 8 Uhr – gibt es keine zeitliche Beschränkung, damit Menschen, die in der Nähe wohnen, ihr E-Mobil über Nacht aufladen können.

Was Marburg jedoch noch dringend fehlt, ist eine Schnelllade-Station, mit der sich das Aufladen der „Stromer“-Akkus auf weit unter einer Stunde verkürzt. An vielen Raststätten entlang der Autobahn sind diese bereits Standard. Wie schaut es damit aus? Es gibt einen Lichtblick: „Wir sind in der Planung und Prüfung, um eventuell eine Schnellladesäule am Afföller zu bauen“, sagt Armbrüster. Diese ließen sich jedoch nicht ganz so leicht in das vorhandene Stromnetz integrieren – das Netz müsse die Leistungskapazität hergeben. Der Messeplatz sei dafür ein geeigneter Standort, denn dort gebe es nicht nur die Kapazität des Netzes, sondern auch einen zentralen Punkt, der gut an das Verkehrsnetz angebunden sei – auch für Menschen, die auf der Durchreise seien.

Von Andreas Schmidt

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