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Marburg Stille Nacht? Marburgs Weihnachtsmarkt wackelt
Marburg Stille Nacht? Marburgs Weihnachtsmarkt wackelt
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20:58 24.10.2020
Weihnachtsmarkt an der Marburger Elisabethkirche. Foto: Thorsten Richter (thr) Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

In Marburg hält man an dem Plan fest, den Weihnachtsmarkt stattfinden zu lassen. Einen Monat vor Beginn der Adventszeit stehen die Zeichen weiterhin auf einer Durchführung des Fests, die erwartungsgemäß steigende Zahl der Corona-Positiv-Tests ändert vorerst nichts an dem Vorhaben. Man wolle den Menschen – sofern die Zahlen nicht explodieren und die Krankenhäuser vor Probleme gestellt würden – „etwas öffentliches Leben bieten“, heißt es aus dem Magistrat. Entscheidend sei das Hygiene- und Abstandskonzept, sodass der Markt kein Hotspot werde. Dafür treffe man laut Stadtmarketing-Chef Jan-Bernd Röllmann in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt alle Vorkehrungen.

Ein Drittel weniger Buden auf Marktplatz und rund um die Elisabethkirche, Sensoren-Überwachung der Besucherzahl, Personen-Registrierung, Sicherheitsdienst, Abtrennung zu den Gastronomie-Bereichen, Glühwein ohne Schuss: „Sicherer kann man es zwar nicht machen. Und wir wollen nicht zu hektisch entscheiden, aber klar ist: Die Veranstaltung ist in der Schwebe“, sagt Röllmann.

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Die Vorarbeiten seien jedenfalls erledigt, die Genehmigungsverfahren laufen, Ordnungsamt und Gesundheitsamt seien von Beginn der mittlerweile abgeschlossenen Planungen involviert gewesen und signalisierten jüngst noch ein Okay.

Hoffnung ruht auf Stabilisierung der Zahlen nach Regelverschärfungen

Die Hoffnung in Marburg: Dass sich die seit Mitte Oktober geltenden Schritte, also etwa die Party- und Alkoholverbote, Besucherbegrenzungen sowie erweiterte Maskenpflicht in zwei, drei Wochen bemerkbar machen, den jüngsten Trend stoppen und somit noch vor Markt-Start eine Stabilisierung eintritt.

Die ab dem heutigen Samstag geltende Allgemeinverfügung verbietet die Austragung des Weihnachtsmarkts zumindest nicht ausdrücklich. Es kann demnach für Veranstaltungen mit mehr als 100 Menschen eine Ausnahmegenehmigung geben. Röllmann: „Einen Weihnachtsmarkt möglich zu machen, ist das eine. Sinnvoll ist er aber nur, wenn gewisse atmosphärische Rahmenbedingungen passen.“ Wenn sich etwa auf 800 Quadratmeter Veranstaltungsfläche nur ein paar Dutzend Menschen aufhalten dürften, „stellt sich die Sinnfrage“.

In Mittelhessen hat Wetzlar seinen geplanten Weihnachtsmarkt am vergangenen Donnerstag abgesagt. In Marburg rechnen viele damit, dass damit auch der Absage-Druck auf die Universitätsstadt steigt.

Dass man in Marburgs Stadt- und der Landkreisverwaltung bis zuletzt alles möglich machen will, liegt nicht zuletzt am Leid der heimischen Schausteller. Ihnen sind in diesem Jahr praktisch alle Einnahme-Quellen, alle Volksfeste verboten worden. Zwar dürfen sie mittlerweile quer durch die Stadt einzelne Stände aufstellen, aber das würde Weihnachtsmarkt-Ausfälle nicht kompensieren (die OP berichtete).

Von Björn Wisker