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Marburg 300 Tänzer begeistern bei Jubiläumsshow
Marburg 300 Tänzer begeistern bei Jubiläumsshow
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20:19 09.03.2020
„Böse Zauberinnen“ überzeugten auf der Bühne im Erwin-Piscator-Haus. Quelle: Melanie Weiershäuser / BELICHTBAR
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Marburg

Was gibt es nicht alles zu erleben im Universum! Abenteuer mit Aliens, Engeln und Marsmädchen sind normal, wenn die Reise durch den Sternenstaub der unendlichen Weiten geht. Für knapp drei Stunden wandeln 300 Mitwirkende der Marburger Tanzakademie „Step In“ das Erwin-Piscator-Haus in einen kunterbunten Kosmos voller Musik, Tanz und Gesang.

Bei „Step in to the Universe“, der Jubiläumsshow zum 30-jährigen Bestehen der Schule, haben 800 Zuschauer großen Spaß, und viele von ihnen platzen fast vor Stolz. Denn die Stars auf der effektvoll ausgeleuchteten Bühne (Delia Naß) sind ihre Töchter, Schwestern, Mütter, Frauen und Freundinnen.

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Ja, mitwirkende Männer sind rar. Es sind zwar vier, fünf swingende und singende Exemplare im Glitzersakko auszumachen, aber „in unserem Kulturkreis ist Tanzen hauptsächlich Frauensache“, sagt Angelika Pierson. Sie leitet seit 2006 gemeinsam mit Inge Beumer die 1990 von ihr gegründete Institution. Von Beginn an gehören die Bühnenshows dazu, sie spiegeln das Können und Engagement aller Beteiligten. Die aktuelle Reise durchs All ist ihre zehnte Show, insgesamt rund 2 500 Besucher sind zu den drei Aufführungen am Freitag und Samstag gekommen.

Eine fantasievolle Reise in fünf Bildern

In fünf Bildern entwickelt sich die fantasievolle Reise, zunächst zum grauen Planeten, von da aus geht’s zum Eis-, Licht-, und Feuerplaneten, bis schließlich alle zum bunten Planeten finden. Die einzelnen Szenen werden in großen Teilen von mitreißender Livemusik begleitet.

Dirk Kunz, musikalischer Leiter der Show, hat seine drei Bandkollegen mitgebracht und damit den Männeranteil der Performance verdoppelt. Vor monochromen Bühnenprojektionen (Stephanie Schmitt) zeigen die Akteure quer durch alle Altersgruppen, was sie draufhaben.

Die Palette fächert sich vom klassischen und modernen Tanz über den feurigen Flamenco, schwungvollen Jazzdance und energiegeladenen Stepptanz mitsamt seiner leichtfüßigen irischen Variante bis hin zum Charaktertanz.

Jeder Besucher hat seinen Favoriten

Jeder Besucher hat individuelle Favoriten, jede Gruppe ihren Fanclub im Saal, doch in einem sind alle einig: Die jüngsten Teilnehmerinnen in ihren putzigen Schneehasen- , Eisvogel- und Teufelchen-Kostümen sind nicht nur ein allerliebster Hingucker, sie wissen auch schon ganz genau, wo der Bühnenhase lang läuft. Es rührt die Gemüter, wie die Kleinen von den Großen geführt werden, um in ihre eigenen quirligen Drehungen zu finden. Selbstredend ernten sie den heftigsten Applaus.

Dem stehen die „Verdammten“ allerdings kaum nach. Zu sphärisch-gespenstischer Musik drehen und winden sie sich in Slow Motion und erzielen Mega-Applaus, als sie über den Bühnenrand durchs Publikum nach draußen krabbeln. Mit einer tollen Interpretation von Bowies „Major Tom“ sticht das Astronautentrio auf seiner Rollschuh-„Irrfahrt durchs All“ heraus. Im Grunde folgt ein Höhepunkt dem anderen.

Hier finden Sie die Bilder der Show im Erwin-Piscator-Haus

Unbedingt erwähnenswert sind die „Anbeter des Lichts“, wie sie à la „Hair“ in ihren sonnigen Hippiekostümen und mit hymnischem Choralgesang die Bühne rocken. Die Flamencofrauen bezirzen in ihren prächtigen Kleidern, doch hätten sie etwas mehr Feuer versprühen dürfen. Der Funke springt dennoch über.

Auf der Zielgeraden zum Showfinale wollen „eine Million Träume“ auf dem „bunten Planeten“ verwirklicht werden. Raumforscher, pfiffige Harlekine, Großstadtmenschen, Zauberinnen und Schlupfwespen – sie alle haben „Hagelsturm“ und „Schmelzwasser“ überwunden und lassen sich gemeinsam vom „Sonnenwind“ ins wunderschöne, von allen Farben des Regenbogens gemalte Schlussbild wehen, in das sich auch die Lehrerinnen einfügen. Die 800 Fans im Saal reißt es hoch, ihr Applaus, die Rufe und begeisterten Pfiffe wollen kein Ende nehmen.

Von Sabine Jackl

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