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Marburg Steffen Rink feiert politisches Comeback
Marburg Steffen Rink feiert politisches Comeback
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13:58 31.03.2021
Die Fraktionsspitze von der SPD: Steffen Rink. Hier mit Marianne Wölk (SPD) im OP-Gespräch (Archivfoto).
Die Fraktionsspitze von der SPD: Steffen Rink. Hier mit Marianne Wölk (SPD) im OP-Gespräch (Archivfoto). Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Neulinge für frischen Wind: Wenn das Stadtparlament Ende April erstmals in der Legislaturperiode zur konstituierenden Sitzung zusammenkommt, werden einige bekannte Gesichter wie Sonja Sell oder Heinrich Löwer fehlen. Dafür werden neue Namen die nächsten fünf Kommunalpolitikjahre mitbestimmen. In welcher Fraktion gibt es den größten Wandel, wo herrscht Kontinuität? Und wer lässt mitunter neue Leute an der Fraktionsspitze mitmachen? Die OP macht den Fraktionscheck.

Was der SPD trotz Wahlschlappe gelungen sein dürfte: die diverseste, und damit Marburg wohl am breitesten repräsentierende Fraktion zu bilden. Mit Fatma Aydin und Liban Farah sind zwei Kandidaten mit Migrationshintergrund und gleichsam Hoffnungsträger für eine künftige Trendwende hoch-gewählt worden. Ebenso haben – je nach Rückziehern und Magistratsentsendungen von Parteifreunden – Dr. Mohammad Malmanesh, Asmah El-Shabassy und Sevim Yüzgülen noch Chancen, nachzurücken.

Kontinuität bei der CDU

Bei der CDU sieht vieles nach Kontinuität aus, mit dem Wehrdaer Dirk Vaupel hat ein Kandidat auffallend mehr Stimmen bekommen als viele vor ihm Gelistete und wird von Rang 23 mit dem sechstbesten Ergebnis ins Parlament einziehen. Auch Birgit von Bargen ist – allerdings auf sicherem Listenplatz – mit dabei, gute Chancen auf ein Mandat im Frühjahr haben auch die Nachrücker Heiko Schäfer, Jelena Dejanovic und die von Platz 21 ins Nachrückerfeld vorgestoßene Ulrike Ristau.

Die Grünen verdoppeln sich fast – und werden nicht nur über Magistratsentsendungen einiger Erfahrener wie Alev Laßmann, eventuell auch Dietmar Göttling oder Dr. Christa Perabo in der Fraktion personell frischen Wind reinlassen.

Schwung von Grüne-Jugend-Vertretern

Vor allem einen Schwung von Grüne-Jugend-Vertretern wie Katharina Rink, Lena Frewer, Karen von Rüden und Maximilian Walz. In Lauerstellung ist der Aufholer: Payam Katebini, ein Plus von acht Plätzen.

Bei den Linken, die einen Sitz verlieren, bleibt zumindest laut Wahlliste und somit hinter den Promis Jan Schalauske, Renate Bastian und Tanja Bauder-Wöhr alles beim Alten. Je nach Mandatsannahme oder Magistratsentsendung könnte mit Astrid Kolter als Nachrückerin eine Politikerin, die vor mehr als zehn Jahren bereits mal dabei war, wiederkehren.

Klimaliste mit vier jungen Stadtverordneten

Für die BfM, die den Fraktionsstatus verfehlt hat, sind ihre bekanntesten und prägendsten Gesichter im Gremium: Andrea Suntheim-Pichler und Roland Frese. Für die FDP, die ebenfalls nur noch zu zweit ist, läuft es auf Michael Selinka und Lisa Freitag, je nach individueller Mandatsannahme aber auf Christoph Ditschler – zuletzt mit Linken-Mann Hennig Köster zum „Fleißigsten Stadtverordneten Marburgs“ gekürt – hinaus.

Für die Klimaliste ziehen vier junge Stadtverordnete, Studenten oder Doktoranden ein – unter ihnen auch die deutlich hoch-gewählte OB-Kandidatin Mariele Diehl.

Erstes personelles Kooperationssignal an die Grünen

Als Einzelkämpfer wird künftig hingegen nicht mehr nur Piratenpolitiker Dr. Michael Weber, sondern auch AfD-Mann Matthias Pozzi unterwegs sein.

Die SPD hat ihren Fraktionsvorstand gewählt und sendet mit Steffen Rink – der auf den bei der Wahl von den individuellen Stimmenanteilen angeschlagenen und zudem beruflich stark angespannten Matthias Simon folgt – ein erstes personelles Kooperationssignal an die Grünen. Rink war SPD-Fraktionschef der letzten rot-grünen Stadtregierung bis 2016. Myriam Hövel und Jens Womelsdorf unterstützen Rink als stellvertretende Fraktionsvorsitzende, zudem sind Matthias Simon als Schriftführer und Fatma Aydin als Kassiererin Mitglied des Fraktionsvorstands.

Linken Fraktionschefin ist Renate Bastian

Die CDU wählte gestern Abend Jens Seipp zum Fraktionsvorsitzenden. Stellvertreter sind Karin Schaffner, Roger Pfalz und Dirk Bamberger. Zudem schlägt die Fraktion Hermann Heck als stellvertretenden Stadtverordnetenvorsteher vor.

Bei der Marburger Linken scheidet Jan Schalauske aus dem Fraktionsvorstand aus. Fraktionschefin ist Renate Bastian, ihre Stellvertreterin Stefanie Wittich.

Wer folgt auf Marianne Wölk?

Das Amt des Stadtverordnetenvorstehers geht traditionell an die stärkste Fraktion, im Gegensatz zum Dauer-Vorsteher Heinrich Löwer wird SPD-Frau Marianne Wölk somit wohl nur eine Amtszeit auf dem prestigeträchtigen Posten vergönnt gewesen sein. Doch wer folgt ihr nach? Gemunkelt wird, dass Dr. Elke Neuwohner gute Chancen hat, die zusehends profiliertere Fraktionsvorsitzende wäre allerdings für die Fraktion ein herber Verlust. Möglich wäre eine „Grande Dame“ der Marburger Kommunalpolitik: Dr. Christa Perabo.

Von Björn Wisker und Till Conrad

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