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Marburg So bringt uns die E-Mobilität weiter
Marburg So bringt uns die E-Mobilität weiter
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Björn Schäfer mit E-Lastenrad am Ortenberg.
Björn Schäfer mit E-Lastenrad am Ortenberg. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Kaum verwunderlich also, dass auch Ladestationen für E-Autos aus dem Boden sprießen. So lag im zweiten Quartal des Jahres die Anzahl der Ladestationen für E-Autos in Deutschland bei rund 28 600 in Deutschland und es werden täglich mehr. Und auch im Landkreis Marburg-Biedenkopf greift der Trend der E-Mobilität um sich, wenn auch viele bereits ihre eigene „Tankstelle“ zu Hause besitzen. „Es ist einfach ein schönes, angenehmes Fahrgefühl zu reisen“, findet Guido Barth aus Roßdorf. Fast täglich ist sein elektrischer Hyundai Kona im Einsatz und schafft mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 120 Stundenkilometern auch längere Strecken wie nach Erlangen oder Nürnberg, dank nun ausgebauter Schnelllade-Stationen an der Autobahn, nahezu mühelos. Das sah vor sechs Jahren noch anders aus, als Deutschland laut Barth ein großer Flickenteppich war, was die Elektro-Mobilität anging. „In Marburg konnte ich bei den Stadtwerken frei laden, während ich in Gießen eine Ladekarte der Stadtwerke besorgen musste“, sagt er. Damals hatte der 54-Jährige für drei Jahre einen Nissan Leaf geleast. „Die Langstrecken waren damals schon spannend“, erinnert er sich.

So war gute Planung vor einem Ausflug das A und O, um mit dem 30 Kilowattstunden-Akku die nächstmögliche Ladestation rechtzeitig zu erreichen. „Die Ladeinfrastruktur ist viel besser geworden“, sagt er heute, wenn er auch meistens den Akku durch die eigene Photovoltaikanlange über Nacht lädt. Nachdem beim Nissan die Handhabung vergleichsweise komplizierter gestaltet war als bei heutigen Modellen, schloss er sich mit anderen E-Mobilität-Interessierten zusammen und gründete die Gruppe „Emobil-Marburg“, um sich auszutauschen. Mittlerweile gehören hier neben einem harten Kern von 15 Personen weitere 60 aktive Mitglieder dazu.

Von Felix Hamann und  Silke Pfeifer-Sternke

E-Beetle-Umbau

Der E-Beetle ist ein Umbau und der ganze Stolz von Ingrid und Sören Heine. „Den gibt es so gar nicht auf dem Markt“, sagt Ingrid Heine. Der Wagen hat eine Leistung von 310 Kilowatt/Stunde (421 PS). Mit dem Cabrio kommt man 350 Kilometer weit bei einem Verbrauch von 13 Kilowatt/Stunde auf 100 Kilometern. „Das entspricht zwei Liter Diesel“, sagt Ingrid Heine. Die Batterie hat eine Kapazität von 47 Kilowatt/Stunde. Die Ladedauer beträgt vier Stunden. An einer Schnellladestation ist die Batterie in zwei Stunden voll aufgeladen. Am liebsten fährt sie offen – zu hören sind dann nur die Abrollgeräusche der Reifen. „Das ist supercool“, verrät Ingrid Heine.  

E-Motorrad

Als „Liebe auf den ersten Blick“ bezeichnet Dr. Jörg Klug seine erste Begegnung im Mai 2014 mit seinem späteren E-Motorrad der Marke Zero. „Ich hatte mir überlegt ein E-Auto zu kaufen, aber das war mir damals noch zu unausgegoren“, erzählt der 61-Jährige. Dabei war er weniger von dem Umweltaspekt überzeugt als viel mehr von der Technik, die in der Maschine verbaut war. „Ich verstehe nicht, warum man sich ein Motorrad mit Verbrenner kaufen sollte“, sagt er. Flüssigkeit, Tanken und der laute Motor – all das seien Argumente, die in seinen Augen eindeutig gegen ein solches Modell sprechen, auch wenn ihm bewusst ist, dass nicht wenige Motorradliebhaber gerade auf diese Aspekte abfahren. Dennoch, er kann gut darauf verzichten, wenn er seine Maschine auf bis zu 160 Stundenkilometern beschleunigt und dabei fast ohne laute Geräusche die Landschaft genießen kann. „Es ist ein sehr schönes, extrem angenehmes und leises Fahren“, sagt er. Für fünf Jahre war er Allwetterfahrer, mittlerweile fährt er um die 10 000 Kilometer im Jahr. „Wenn ich so wie immer fahre, komme ich 130 Kilometer weit“, erzählt er, der wie viele Besitzer von Elektrofahrzeugen eine Photovoltaikanlage besitzt.

Scooter

Seit Juli 2021 fährt IT-Experte Stefan Heuser täglich mit einem Scooter zur Arbeit. Mit 20 Stundenkilometern geht es quer durch die Marburger Innenstadt von Weidenhausen Richtung Cappel in den Franz-Tuczek-Weg. Mit einer Stromladung kommt Heuser zweimal zur Arbeit und zurück. Im Winter ist die Fahrleistung seines E-Scooters niedriger als in den warmen Monaten, allerdings hält die Kälte Heuser nicht davon ab, mit Strom durch die Straßen zu cruisen. In den Sommermonaten ist die Reichweite seines Scooter 25 bis 30 Kilometer. Kurze Strecken ist Heuser früher mit seinem BMW gefahren. Mittlerweile lässt er das Auto immer öfter stehen. „Es macht mir Spaß mit dem Scooter zu fahren, ich bin in Marburg viel schneller als mit dem Auto.“ Für die Scooter besteht Kennzeichenpflicht. Die Versicherung kostet etwa 17 Euro, mit Haftpflicht etwa 33 Euro.

Tesla

Seit gut zwei Monaten besitzt der 36-jährige Leon Pfeifer einen Tesla, Model 3 Performance. Begeistert ist er vor allem von dem Fahrgefühl. Das teilautonome Fahren hat es ihm besonders angetan. Gerade für ihn als Berufspendler sei es ein riesiger Vorteil, sich nicht im Stau bei Stop and Go auf das Fahren konzentrieren zu müssen. Ein Fahren ohne dieses Feature kann er sich nicht mehr vorstellen. Der Tesla hat eine Leistung von 377 Kilowatt/Stunde, also 513 PS mit einer Höchstgeschwindigkeit von 261 Stundenkilometern. An einer Schnellladesäule ist die Batterie in 30 Minuten voll, an einer Normalstation in acht Stunden. Der Tesla hat eine Reichweite von gut 560 Kilometern und ist von 0 auf 100 in 3,3 Sekunden.

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