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Marburg Stadtwerke stoppen Gas-Förderung
Marburg Stadtwerke stoppen Gas-Förderung
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07:40 31.03.2022
In der Online-Broschüre der Stadtwerke sind die Fördermöglichkeiten von Gasgeräten gestrichen.
In der Online-Broschüre der Stadtwerke sind die Fördermöglichkeiten von Gasgeräten gestrichen. Quelle: Gianfranco Fain
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Marburg

Alexander Sasse freut sich: „Wir haben mit unserer Petition Erfolg gehabt!“ Seit Beginn des Krieges in der Ukraine ärgerte sich Sasse darüber, dass Deutschland weiterhin von Russland Erdöl und Erdgas bezieht. Zudem ist Sasse, der dem Vorstand einer Energiegenossenschaft angehört, der Verbrauch von fossilen Wertstoffen ein Dorn im Auge. Da die Stadtwerke selbst Gas vertreiben und dies in absehbarer Zukunft im Sinne der Versorgungssicherheit fortsetzen, wandte sich Sasse an die Stadtwerke Marburg, um zumindest zu erwirken, dass der städtische Betrieb das Fördern des Kaufs von Gasgeräten für den Haushalt stoppt.

Nachdem nach einiger Zeit noch nichts geschehen war, ergriff Sasse erneut die Initiative. Er initiierte am 7. März auf der Plattform „weact“ eine Online-Petition „Stoppt die Subvention für fossile Gasheizungen“. Mit Erfolg. Innerhalb kürzester Zeit beteiligten sich rund 350 Unterzeichner, was nach Sasses Ansicht die Leitung der Stadtwerke zum Umdenken bewegte.

Sind Wärmepumpen eine Option?

„Die Stadtwerke Marburg stellen ihre Förderprogramme regelmäßig auf den Prüfstand und passen diese an“, sagt dazu Stadtwerke-Geschäftsführer Holger Armbrüster und fährt fort: „In der aktuellen Gesamtsituation war es nach interner Prüfung sinnvoll, das Förderprogramm „Wechsel zu Erdgas 2021/22“ sowie weitere Förderungen, wie beispielsweise Zuschüsse auf Erdgasherde, -wäschetrockner und -warmwasserboiler, einzustellen.“ Nachfragen nach dieser finanziellen Unterstützung, in den meisten Fällen 75 Euro je Gerät, gab es laut Armbrüster im vergangenen Jahr „nur vereinzelt“. Insgesamt 18 Anträge bewilligten die Stadtwerke.

Dies macht laut dem Geschäftsführer „gemessen an allen bewilligten Förderungen aus den Stadtwerke-Programmen in 2021 einen Anteil von weniger als 2 Prozent aus“. Ein kleiner Erfolg, der Alexander Sasse zwar zufrieden stimmt, aber den Blick nach vorn nicht vergessen lässt. Im nächsten Winter müsse wieder geheizt werden – auch mit Gas. Um die Abhängigkeit von den fossilen Brennstoffen zu verringern, gilt es auf Alternativen umzusteigen, zum Beispiel eine Wärmepumpe. Doch auch dafür hat Sasse einen Tipp parat: „Auf Fluorkohlenwasserstoffe als Kältemittel verzichten.“ Denn diese haben ein großes Treibhausgaspotenzial, sollten sie in die Atmosphäre gelangen.

Von Gianfranco Fain