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Marburg Stadt will einen Planer zu Hilfe rufen
Marburg Stadt will einen Planer zu Hilfe rufen
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00:25 11.05.2019
Der Verkehrsfluss in Marburg stockt, vor allem zwischen Marbach und Stadtautobahn, wie entlang der Deutschhausstraße in Richtung Hauptbahnhof. Quelle: Tobias Hirsch
Marburg

Das Untersuchungsgebiet soll die ganze Universitätsstadt umfassen und neben einer Analyse der gefahrenen Wege auch das Nutzungsverhalten in Individual-, Nah- und Radverkehr umfassen.

Denn laut Stadtplaner Reinhold Kulle wolle die Stadtverwaltung künftig „konkrete Maßnahmen nicht ohne eine generelle Strategie verfolgen“. Die jüngste Verkehrszählung im Westen sei daher „eher Auftakt als Abschluss eines Überprüfungsprozesses“,­ wie auch Michael Hagen­bring von der Straßenverkehrsbehörde während der Bürgerversammlung in der Marbach 
­vergangene Woche sagte.

Kulle warnte angesichts der laufenden Diskussion um Allnatalweg und Behringtunnel vor ­
einer Verkehrsproblem-Fixierung auf die Behringwerke-Pendler.

Die Fahrten zu den Pharmastandorten in Görzhausen und der Marbach – laut Erhebungen der Pharmafirmen leben rund 30 Prozent ihrer Mitarbeiter in der Stadt, 70 Prozent pendeln aus dem Landkreis oder Nachbar-Landkreisen ein und aus – würden gemessen an der Gesamtheit nur etwa zehn Prozent aller 
Wege in der Stadt ausmachen.

Die Fertigstellung des geplanten Mobilitäts-Gutachtens wird von der Verwaltung im Jahr 2021 angepeilt. Begleiten soll dieses externe Gutachten ein im Laufe dieses Jahres eigens im Fachdienst Stadtplanung angestellter Mobilitätsmanager.

„Einer ganzheitlichen Mobilitätsstrategie liegen sehr komplexe Zusammenhänge zugrunde. Dazu müssen wir eine Expertise von außen holen“, erklärt Kulle, der sich während der Wohngebiets-Diskussion am Rotenberg und Hasenkopf im vergangenen Jahr skeptisch zu Verkehrs-Großprojekten äußerte, da sie „nicht die Wirkung entfalten, die man sich von ihnen erhofft“.

von Björn Wisker