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Marburg Stadtschreiberin schreibt in der OP
Marburg Stadtschreiberin schreibt in der OP
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12:58 16.04.2021
Anah Filou hockt auf der Treppe zum Theater am Schwanhof. Sie ist die erste Marburger Stadtschreiberin und schreibt das Stück zum Jubiläum MR 800.
Anah Filou hockt auf der Treppe zum Theater am Schwanhof. Sie ist die erste Marburger Stadtschreiberin und schreibt das Stück zum Jubiläum MR 800. Quelle: Foto: Uwe Badouin
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Marburg / Wien

Doch Anah Filou wollte eigentlich in Marburg recherchieren für ihr Open-Air-Stück zum großen Stadtjubiläum „Marburg 800“, das im kommenden Jahr gefeiert wird. Der Termin für die Uraufführung steht bereits: 11. Juni 2022. Und bis dahin wird Corona hoffentlich Geschichte sein. Inszeniert wird das Stück von Carola Unser, Intendantin des Hessischen Landestheaters. Und Carola Unser hat auch schon vorgegeben: Nicht kleckern, sondern klotzen. Groß werden soll das Stück über die 800 Jahre alte Stadt an der Lahn mit seinem Schloss, der Elisabethkirche und der Universität.

Das Stück ist eine Auftragsarbeit der Stadt Marburg, die Anah Filou zur ersten Marburger Stadtschreiberin machte. Die Zeit drängt inzwischen doch ein wenig. Drei Monate wollte die junge Wienerin in Marburg verbringen, um die Stadt, ihre Menschen, ihre Geschichte und ihre Gegenwart kennenzulernen. Sie wollte auf Spurensuche gehen in der Stadt, wollte Marburg erinnern, Marburg erleben, Marburg erfinden – es sind die drei großen Themenblöcke des Jubiläumsjahres.

Im so sommerlichen Frühherbst vergangenen Jahres, als man noch hoffte, die Corona-Pandemie irgendwie in den Griff zu bekommen, hat sich die 1989 in Linz geborene Theaterautorin interessierten Marburgerinnen und Marburgern bereits vorgestellt – bei einem Diskussionsabend im Theater am Schwanhof. Sie plante mehrere Treffen dieser Art mit Marburgerinnen und Marburgern, hatte sich sogar schon eine lange Liste mit Marburger Chören organisiert.

Doch dann kam die zweite Corona-Welle, jetzt sind wir in der dritten. Und Anah Filou sitzt in Wien. Warum auch nicht. Die Kulturstadt Marburg ist ja weitestgehend geschlossen. Die Studierenden hocken im Hybrid-Semester wo auch immer an ihren Laptops, die Kneipen und Restaurants sind ebenso dicht wie die Kinos, Konzerte und Theater finden nicht statt. Das öffentliche Leben, das Leben, das eine Stadt lebendig macht, liegt brach.

Aber Anah Filou ist nicht vergessen und sie hat auch Marburg nicht vergessen. Von morgen an erscheinen jeweils samstags bis zum 15. Mai fünf Beiträge von ihr auf den Kulturseiten der Oberhessischen Presse, die sie nach dem Serendipitäts-Prinzip verfasst. Also eher zufällige Beobachtungen von etwas ursprünglich nicht Gesuchtem, die sich als überraschende Entdeckungen erweisen können. Lassen Sie sich überraschen.

Sie erreichen Anah Filou per E-Mail an stadtschreiberin@hltm.de

Von Uwe Badouin

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