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Marburg Mehr Platz auf dem Weihnachtsmarkt
Marburg Mehr Platz auf dem Weihnachtsmarkt
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11:04 16.11.2021
Auf dem Marktplatz in Marburg werden die Buden für den Weihnachtsmarkt aufgebaut.
Auf dem Marktplatz in Marburg werden die Buden für den Weihnachtsmarkt aufgebaut. Quelle: Foto: Tobias Hirsch
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Marburg

Bei der Planung der Weihnachtsmärkte setzen auch in Marburg die Verantwortlichen auf mehr Freiraum wegen der Corona-Pandemie. „Es wird größere Abstände zwischen den Ständen geben und mehr Platz vor den Glühweinständen“, sagte Jan-Bernd Röllmann, Geschäftsführer des Marburger Stadtmarketings, auf Anfrage der OP. Das Stadtmarketing organisiert die Weihnachtsmärkte an der Elisabethkirche und auf dem Marktplatz am Rathaus federführend in Zusammenarbeit mit dem städtischen Ordnungsamt sowie dem Gesundheitsamt des Landkreises.

Angesichts wieder steigender Infektionszahlen wollen die Verantwortlichen Gedränge, wie es sonst für Weihnachtsmärkte typisch ist, vermeiden. „Außerdem gilt Maskenpflicht, wenn man nichts verzehrt“, erläuterte Röllmann. Dort, wo die Menschen die Maske abnehmen, um zum Beispiel einen Glühwein zu trinken oder ein Crêpe zu essen, sollen sie weiter auseinander stehen als in früheren Zeiten. Wie Röllmann auf Nachfrage erläuterte, wird es deshalb an der Elisabethkirche weniger Stände geben, um die größeren Zwischenräume zu ermöglichen.

Außerdem sollen von 16 bis 21 Uhr auf jedem der beiden Märkte auch jeweils zwei Security-Kräfte schauen, dass die Corona-Sicherheitsregeln beachtet werden – also beispielsweise Abstandsregeln und Maskenpflicht. „Wir wollen die Leute nicht kontrollieren“, stellte Röllmann klar, „aber es passiert ja, dass man mal einen Moment nicht an die Regeln denkt, und dann soll es einen freundlichen Hinweis geben, dass man sich daran hält.“

Mehr Platz wird es in allen großen hessischen Städten bei den Weihnachtsmärkten geben, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab (die OP berichtete). Die Stadt Wiesbaden plant bei ihrem Sternschnuppenmarkt sogar einen eingezäunten 2-G-Bereich, in dem die Gastronomie-Stände sind. Essen und trinken kann dort also nur, wer gegen Corona geimpft oder genesen ist. In Marburg soll hingegen die 2-G-Regel laut Röllmann nur in Innenbereichen gelten – die es auf den Weihnachtsmärkten kaum gebe.

Alles unter Vorbehalt

Im vergangenen Jahr konnten aufgrund der Corona-Pandemie keine Weihnachtsmärkte stattfinden – ein herber Schlag für die Schausteller-Branche, die bereits durch die Absage von Volksfesten und anderen Veranstaltungen im Corona-Jahr gebeutelt war.

Einige Städte eröffnen deshalb in diesem Jahr ihre Weihnachtsmärkte früher, um die Schausteller zu unterstützen. So ging es in Darmstadt und Offenbach bereits gestern los – mit ähnlichen Corona-Konzepten wie in Marburg.

Das Stadtmarketing bleibt aber beim gewohnten Termin: Immer am Freitag vor dem 1. Advent findet „Marburg b(u)y night“ statt, die Innenstadt wird mit bunten Lichtinstallationen erleuchtet, und passend dazu starten auch die Weihnachtsmärkte. Diesmal ist das am Freitag, 26. November. In diesem Jahr schienen die Vorzeichen für Weihnachtsmärkte zunächst günstiger als 2020, weil inzwischen Impfungen gegen das Corona-Virus möglich sind und ein großer Teil der erwachsenen Bevölkerung bereits zweimal geimpft ist.

Allerdings sind die Corona-Infektionszahlen in den vergangenen Wochen bundesweit in ungeahnte Höhen gestiegen, die Inzidenz – also die Zahl der Neuinfektionen pro 100. 000 Einwohnerinnen und Einwohner in sieben Tagen – lag am Montagmorgen laut Robert-Koch-Institut (RKI) bei 303. Für den Landkreis Marburg-Biedenkopf gab das RKI die Inzidenz mit 140,7 an.

Aufbau bereits am Montag

Mancherorts sagen Veranstalter deshalb Weihnachtsmärkte auch ab – etwa die Stadt Gelnhausen im Main-Kinzig-Kreis, die am dritten Adventswochenende einen Markt geplant hatte.

Das Risiko, dass bei 3-G-Kontrollen und aufgrund von Zugangsbeschränkungen Menschenansammlungen an Eingängen entstünden, sei dem Magistrat zu hoch gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf Bürgermeister Daniel Glöckner. „Marburg plant die Weihnachtsmärkte. Wir hoffen, dass es dieses Jahr möglich ist“, sagte Röllmann. Aber auch hier steht die Planung natürlich unter einem Vorbehalt, fügt Röllmann hinzu. Wenn die Landesregierung oder andere politische Ebenen in der Corona-Politik neue Entscheidungen treffen, kann dies die Pläne über den Haufen werfen.

Der Aufbau der Stände für die Marburger Weihnachtsmärkte begann am Montag bereits.

Weihnachtsmärkte in Marburg

Am Freitag (26. November) ist die Marburger Innenstadt bunt erleuchtet: Um 17 Uhr beginnt am Willy-Sage-Platz in der Oberstadt „Marburg b(u)y night“. Zugleich öffnen auch die Weihnachtsmärkte zum ersten Mal. Offizieller Start der Weihnachtsmärkte soll am Samstag, 27. November, um 12 Uhr vor der Elisabethkirche sein.

Der Adventsmarkt am Rathaus und der Weihnachtsmarkt an der Elisabethkirche sollen dann bis zum 23. Dezember jeweils von 11 bis 20 Uhr, sonntags von 12 bis 20 Uhr für Besucherinnen und Besucher geöffnet sein. An den Adventswochenenden sollen in der Stadt Lichtinstallationen zu sehen sein – ähnlich wie im vergangenen Jahr.

Damals musste „Marburg b(u)y night“ Corona-bedingt ausfallen. Um Menschenansammlungen zu vermeiden, wurde stattdessen das „Marburger Adventsleuchten“ über drei Adventswochenenden verteilt. Weil dieses Konzept im vergangenen Jahr gut ankam, wird „Marburg b(u)y night“ auch diesmal über das erste Wochenende hinaus fortgesetzt. An den Adventssamstagen soll die Fahrt in den Stadtbussen kostenlos sein. Alle Planungen stehen wegen der Pandemie unter Vorbehalt. 

Von Stefan Dietrich