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Marburg Stadtjubiläum soll auch überregional für Marburg begeistern
Marburg Stadtjubiläum soll auch überregional für Marburg begeistern
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12:00 25.01.2022
Das Hafenfest – hier ein Foto aus dem vergangenen Jahr – sorgte im Bildungsausschuss für eine Debatte.
Das Hafenfest – hier ein Foto aus dem vergangenen Jahr – sorgte im Bildungsausschuss für eine Debatte. Quelle: Tobias Hirsch (Archivfoto)
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Marburg

Für die Jubiläumsfeierlichkeiten „Marburg 800“ sind insgesamt 100 Förderanträge für Projekte positiv beschieden worden – 85 im laufenden Haushaltsjahr und 15 längerfristige. Möglich wurde dies auch dank einer Erhöhung der städtischen Fördersumme um 200 000 Euro. Diese Zahlen stellte Kariona Kupka-Stavrou, Leiterin des Jubiläumsbüros „Marburg 800“, vergangene Woche im Ausschuss für Bildung, Kinder und Jugend, Kultur und Sport vor.

Gemeinsam mit Kurator Dr. Richard Laufner und Sabine Preisler vom Jubiläumsbüro erläuterte sie den Kommunalpolitikerinnen und -politikern den aktuellen Stand der Jubiläums-Planungen. „Was uns besonders stolz macht, ist der Bereich Inklusion“, sagte Kupka-Stavrou. Laufner berichtete, in der Stadtschrift zum Jubiläum seien acht Beiträge in leichter Sprache geschrieben – also gut verständlich auch für Menschen mit kognitiven Einschränkungen und für Nicht-Muttersprachler. Zudem seien mehr Autorinnen als Autoren beteiligt gewesen.

Kritik an den Plänen zum Hafenfest

Im Ausschuss gab es anschließend eine lebhafte Diskussion zu einzelnen Punkten. Der unabhängige Grünen-Abgeordnete Göttling kritisierte aus Umweltschutz-Sicht die Pläne für das Hafenfest, das als Teil der Jubiläumsfeierlichkeiten erneut am Lahnufer stattfinden soll.

Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) antwortete, es sei aus Sicht des Magistrats „selbstverständlich, dass Veranstaltungen für alle Bevölkerungsschichten in die Innenstadt gehören“ – also auch das Hafenfest. Wie immer werde schweres Gerät in den befestigten Bereichen aufgestellt. „Das stimmt doch nicht!“, protestierte Göttling. Denn nach dem Hafenfest im vergangenen Jahr glichen Teile des Lahnvorlandes einer Schlammlandschaft. Es kam zu einem Wortgefecht, der Ausschuss-Vorsitzende Gerald Weidemann (SPD) forderte Göttling auf, sich an den „Umgangsstil, den wir seit Jahren pflegen“, zu halten.

Spies präzisierte dann, im vergangenen Jahr sei das Hafenfest wegen der Corona-Pandemie weiter auseinandergezogen worden, dadurch seien ausnahmsweise auch nicht befestigte Flächen in Anspruch genommen worden. „Im Zusammenspiel mit Regen hat das dann dazu geführt, dass Schäden entstanden sind“, sagte Spies.

Göttling wollte außerdem wissen, welche der geplanten Events überregional Menschen nach Marburg locken könnten. Kurator Laufner zählte dazu gleich eine ganze Reihe von Programmpunkten auf: Eine Gala, die auch online übertragen wird, ein Theaterstück im Stadion, das Event „Tischlein deck dich“ auf der Stadtautobahn, die Deutschland-Tour der Radprofis, eine Ausstellung mit Fotos von Bryan Adams und das erste Gebärdensprachen-Klassik-Konzert.

„Es ist eine ganz besondere Gelegenheit, Marburg auch überregional touristisch bekannt zu machen“, betonte Oberbürgermeister Spies (SPD).

Erhöhung des Budgets für überregionale Vermarktung

Angesichts der aktuelle Haushaltslage halte er es für angemessen, das Budget für die überregionale Vermarktung von „Marburg 800“ zu erhöhen. Die Stadtverordnetenversammlung habe dies in der Vergangenheit nicht gewünscht, allerdings sei damals die Haushaltslage schlechter gewesen, fügte er hinzu.

Myriam Hövel (SPD) hakte nach, was zum Jubiläum in den Stadtteilen geplant ist. Laufner berichtete, dass unter anderem der Foto-Bus die Stadtteile anfährt, außerdem seien 18 weitere Projekte in den Stadtteilen geplant.

Von Stefan Dietrich

25.01.2022
25.01.2022