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Marburg Neues Verleihssystem bietet viele Möglichkeiten
Marburg Neues Verleihssystem bietet viele Möglichkeiten
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20:00 13.03.2020
Jürgen Hölzer (von links), Kirsten Dinnebier und Dr. Arpad Horvath demonstrieren das neue Betriebssystem. Quelle: Foto: Heinz-Dieter Henkel
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Marburg

Zwei Wochen war die Marburger Stadtbücherei geschlossen. Seit wenigen Tagen bietet sich den Nutzern durch das neue Bibliothekssystem ein noch breiteres, vielfältigeres Angebot an Möglichkeiten, sich zu informieren, ganz klassisch auszuleihen, oder aber auch mittels „Onleihe“ sich ganze Bücher auf das eigene Tablet zum Lesen herunterzuladen.

Bei Vorstellung der neu installierten Bibliothekssoftware ließ Stadträtin Kirsten Dinnebier (SPD) keinen Zweifel an der Notwendigkeit der Umstellung aufkommen. „Eine moderne Bibliothek mit modernen Angeboten benötigt eine zeitgemäße EDV-Ausstattung“, sagte sie mit Blick auf die vielfältigen neuen Möglichkeiten. Man habe für die Umstellung und Auswahl rund ein Jahr Vorlaufzeit gebraucht, berichtete Bibliotheksleiter Jürgen Hölzer. Dazu habe man mit der Stadt Gießen interkommunal zusammengearbeitet und ein umfangreiches Anforderungsverzeichnis erstellt. Erst danach habe man sich, unter besonderer Berücksichtigung der IT-Sicherheit, für das von dem Startup LMSClaud entwickelte System entschieden.

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Kosten von 60 000 Euro

Die Kosten für die Umstellung in Höhe von rund 60 000 Euro seien durch das Land Hessen als Pilotprojekt mit 25 000 Euro gefördert worden.

Als Cloud-Lösung minimiert das Koha-System den EDV-Aufwand der Bibliothek deutlich. Für die Anpassung an die Anforderungen der Marburger Stadtbücherei zeichnete IT-Betreuer und Systemadministrator Dr. Arpad Horvarth verantwortlich. Er musste neue Hard- und Software aufspielen, alle Altdaten übernehmen, neue Onlinekataloge installieren und im Vorfeld das neue System intensiv testen. Natürlich bedurfte es auch noch einer Schulung der 15 Mitarbeiter der Stadtbibliothek.

Jetzt können sich Neukunden online für einen Bibliotheksausweis freischalten lassen und bis zu vier Wochen kostenlos die „Onleihe“ nutzen. Mit Hilfe eines neuen elektronischen Bezahlverfahrens lassen sich eventuelle Gebühren über das Internet sofort mit den gängigen Bezahlverfahren wie Paypal oder Kreditkarten begleichen. Die Zustellung einer Mahnung wegen Fristüberschreitung ist aber auch noch analog mit der Post gewährleistet. Die Funktionalität der Benutzerkonten hat sich deutlich erweitert. Jeder Nutzer kann jetzt online nachschauen, was er ausgeliehen habe und wann er das Buch oder die CD zurückgeben muss. Koha zeigt an, in welchem Regal der ausgewählte Titel in der Bücherei gefunden werden kann. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, thematisch ähnliche Bücher aufzustöbern. Sogar ein Zugriff auf die Deutsche Nationalbibliothek ist möglich. „Nach der größten Anpassung seit zehn Jahren sind wir auf dem neuesten Stand“, sagte Hölzer.

Von Heinz-Dieter Henkel

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