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Marburg Nordstadt-Radplanung wird vorgestellt
Marburg Nordstadt-Radplanung wird vorgestellt
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12:55 07.10.2019
Für Radfahrer soll es ab Herbst in der Elisabethstraße „sicherer und attraktiver“ werden. Im Oktober werden Radspuren markiert, der Autoverkehr auf eine Fahrspur begrenzt. Quelle: Tobias Hirsch
Marburg

„Das Radfahren im Bereich Elisabethstraße/Bahnhofstraße wird deutlich attraktiver und sicherer“: So äußert sich die Stadtverwaltung im Vorfeld einer für die nächste Woche geplanten Info-Veranstaltung zum nächsten Schritt der Nordstadt-Verkehrsveränderungen. Darum geht es konkret: Die Stadt will stadteinwärts in der Bahnhofstraße – ab Kreuzung ­Robert-Koch-/Rosenstraße und in der Elisabethstraße die zwei Fahrspuren für den motorisierten Verkehr auf eine Spur reduzieren. Dafür sollen dann stadtein- und stadtauswärts Radwege markiert werden.

Wie die OP bereits im Vorfeld berichtete, soll mit der Markierung der Radwege in den Herbstferien begonnen werden – und damit deutlich früher als von Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) einst angekündigt. Ursprünglich wollte er erst abwarten, wie sich der Verkehr nach der Öffnung der Weidenhäuser Brücke entwickelt.

Der Magistrat sieht den Schritt als nötig an, da nach der Verlegung der Universitätsbibliothek an den Pilgrimstein täglich Tausende Menschen mehr in die Innenstadt kämen als zuvor. Damit seien wachsende Verkehrsströme verbunden – insbesondere die stetig zunehmende Zahl an Radfahrern, die es besser zu lenken gelte. Das stieß zuletzt auf ein positives Echo sowohl bei der Campusviertel-Ortsvorsteherin als auch den in der Elisabethstraße ansässigen Gewerbetreibenden. Letztere pochen vor allem auf eine bessere Erreichbarkeit ihrer Geschäfte. Im nächsten Jahr sind nach Verwaltungsangaben noch weitere Radspur-Markierungen in der Stadt geplant: entlang der Großseelheimer Straße und in der Frauenbergstraße.

  • Termin für die Info-Veranstaltung: Mittwoch, 25. September, um 20 Uhr in der Stadthalle (Biegenstraße 15).

von Björn Wisker

Hintergrund

Spätestens seit der Änderung der Verkehrsregelung in der Robert-Koch-Straße im Jahr 2015 – und mit der Sperrung des Bahnhofsvorplatzes – steht die Nordstadt im Fokus der Verkehrsdebatten. Sowohl Berufspendler als auch Geschäftsleute in der Bahnhofstraße beklagen seitdem Staus, die mitunter bis auf die Stadtautobahn reichten. Angesichts dessen wurde zeitweise auch eine Teil-Öffnung des Bahnhofsvorplatzes angeregt, um einen besseren Abfluss des Autoverkehrs in den Spitzenzeiten morgens und nachmittags zu gewährleisten.

Immer wieder gab es Forderungen, die seinerzeit als „Verkehrsversuch“ bezeichnete­ ­Reform zurückzunehmen – zumal die Zahl der Innenstadt-­Abbieger seit Jahren hinter den offiziellen Kalkulationen zurückblieb. Nur rund 13 Prozent,  also etwa ein Dutzend von 100 Autos, die an der Bahnhofstraßen-Kreuzung stehen, nutzten den Weg über die Robert-Koch-Straße. 30 bis 50 Prozent waren von der Stadtverwaltung einst angepeilt worden. Dennoch wird die Regelung seitens des Magistrats als Erfolg gewertet, da täglich 2.500 Fahrzeuge weniger durch die Elisabethstraße fahren als zu Zeiten der Alt-­Regelung.