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Marburg Was wird aus den abgebauten Luftfiltern?
Marburg Was wird aus den abgebauten Luftfiltern?
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10:30 20.01.2022
Ein Luftfilter steht in einem Schulraum.
Ein Luftfilter steht in einem Schulraum. Quelle: Hauke-Christian Dittrich
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Marburg

In der Debatte um Luftreinigungsgeräte in Marburger Schulen will die CDU/FDP-Fraktion erreichen, dass die abgebauten Geräte weiter genutzt werden. Die Stadtverwaltung hatte Luftfilter abbauen lassen, die Eltern in Eigeninitiative aufgestellt hatten (die OP berichtete). Öffentlich wurde dies durch eine Anfrage des unabhängigen Grünen-Abgeordneten Dietmar Göttling. In ihrer Antwort hatte Stadträtin Kirsten Dinnebier eingeräumt, es treffe zu, „dass die in Eigenregie angeschafften Luftreinigungsgeräte abgebaut werden mussten“. Nun stellt die CDU/FDP-Fraktion einen Antrag, der an diesem Mittwoch im Ausschuss für Bildung, Kinder und Jugend, Kultur und Sport beraten werden soll.

Demnach soll der Magistrat verschiedene Möglichkeiten prüfen, die in Eigenregie angeschafften Geräte weiter zu verwenden. „Unser oberstes Ziel muss es dabei sein, die angeschafften mobilen Luftreinigungsgeräte weiterhin zu nutzen, um einen Beitrag im Kampf gegen die Pandemie zu leisten und zu verhindern, dass die angeschafften Luftfilter ungenutzt bleiben oder entsorgt werden“, heißt es in der Begründung des Antrags, den Lisa Deißler (FDP), Birgit von Bargen und Lars Küllmer (beide CDU) unterzeichnet haben.

Vier privat aufgestellte Geräte abgebaut, 25 stehen noch

Luftreinigungsgeräte sollen Aerosolpartikel aus der Raumluft filtern, in denen Corona-Viren enthalten sein können. Wie die Stadtverwaltung auf OP-Anfrage präzisierte, waren vier private Geräte abgebaut worden. Sie standen in Räumen des Gymnasiums Philippinum, die von der Elisabethschule genutzt wurden, teilte Patricia Grähling von der Pressestelle der Stadt mit. Demnach hatte die Stadt nicht alle privaten Geräte abgebaut. „Die Aufstellung privater Geräte hat die Stadt Marburg bis in die zweite Jahreshälfte im vergangenen Jahr ermöglicht“, erklärte Grähling. „Da wurden rund 25 private mobile Lüftungsgeräte aufgestellt – und stehen auch noch an den fünf betreffenden Schulen.“ Allerdings sollten auch diese noch einmal von der Stadt überprüft werden, fügte sie hinzu. „Sollten sie den Ansprüchen der Stadt an Qualität und Sicherheit nicht genügen, werden sie abgebaut. Alle abgebauten Geräte werden durch neue Geräte der Stadt Marburg ersetzt.“

Im Sommer habe die Stadt 170 eigene mobile Luftfilter und 19 fest installierte Lüftungsanlagen beschafft – entsprechend dem Bedarf, den die Schulen gemeldet hatten. Deshalb habe die Stadtverwaltung entschieden, keine weiteren privaten Lüfter zuzulassen, berichtete Grähling. Die Stadt bekräftigte erneut, sie könne für die privat aufgestellten Geräte keine Haftung übernehmen, da die Hausmeister nicht für Wartung und die Wechsel der möglicherweise kontaminierten Filter dieser Geräte geschult seien. Auch die Qualität der aufgestellten Modelle sei unterschiedlich.

Die CDU/FDP-Fraktion schlägt nun drei Möglichkeiten vor, die aussortierten Geräte weiter zu nutzen:

Hausmeisterinnen und Hausmeister sollten eine Schulung für deren Wartung erhalten.

Abgebaute Luftreinigungsgeräte sollten durch vom Umweltbundesamt empfohlene Geräte ersetzt werden. Die abgebauten Geräte könnten in öffentlichen Gebäuden genutzt oder Vereinen zur Verfügung gestellt werden.

Die betroffenen Schulen könnten die Geräte selbst warten und dafür finanzielle Mittel von der Stadt bekommen.

Von Stefan Dietrich

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