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Marburg Stadt will Zaun um Spielplatz bauen
Marburg Stadt will Zaun um Spielplatz bauen
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17:59 01.10.2020
Die Schaukeln sind nur ein Teil im weitläufigen Spielplatz im Weidenhäuser Northampton Park. Quelle: Björn Wisker
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Marburg

Weniger Partylärm, Müll und Fäkalien in Vorgärten: Als Reaktion auf die anhaltenden Anwohner-Beschwerden in Weidenhausen soll nach dem Willen der Stadtregierung der Spielplatz im Northampton Park verlegt, umgebaut, gar eingezäunt werden.

„Es gilt klar zu signalisieren: Jetzt ist hier Feierabend“, sagt Jens Seipp, CDU-Fraktionschef im Stadtparlament. Es brauche eine Möglichkeit, das Gelände abzusperren, eine Tür zum Aufenthaltsbereich abends abzuschließen und so „eine Situation zu entschärfen, die anders offenbar nicht in den Griff zu bekommen ist“.

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Hintergrund sind die Schilderungen mehrerer Weidenhäuser, wonach sie seit Jahren und das zunehmend unter dem Jugend-Treffpunkt, dem nächtlichen Lärm und Hinterlassenschaften leiden (die OP berichtete). Die jetzige Anordnung der Spielgeräte – Sandkasten, Kletterturm und Rutsche auf der einen, Schaukeln auf der anderen Seite – mache einen Zaun unmöglich, daher müsse er zuerst umgestaltet werden.

Der Grünen-Stadtverordnete Hans-Werner Seitz warnt vor dem Schritt: „Diesen beliebten, naturnah an der Lahn gelegenen und auch absichtlich so offen gestalteten Spielplatz einzuzäunen, ihn abschreckend unzugänglich zu machen, kann doch nicht im Ernst gewollt sein“, sagt er.

Freiwilliger Polizeidienst soll Konflikte entschärfen

Bürgermeister Wieland Stötzel (CDU) verweist darauf, dass die Lärmbeschwerden – nicht zuletzt wegen dem Corona-bedingten Trend von belebteren öffentlichen Flächen – „deutlich gestiegen“ seien. Die Stadtpolizei, die regelmäßig bis in die Nacht hinein zwischen Lahnterrassen und Trojedamm kontrolliere, sei vor allem wegen der zusätzlichen Corona-Regelkontrollen etwa in Gastronomie und Gewerbe „absolut am Limit“.

Man wolle zwar mehr Personal einstellen, strebe aber im Northampton Park eine „bauliche Lösung zur Verbesserung der Sicherheitslage“ an. Wenn der Spielplatz verlegt werde, würde auch die Wegeführung angepasst und eben – wie das bei vielen Spielplätzen in Marburg schon der Fall sei – eine Begrenzung errichtet.

Die SPD will – so lautet ein aktueller Parteitagsbeschluss – im Park sowie entlang der Lahnwiesen, Lahntreppen auch auf „Freundliche Uffbasser“ setzen. Das sollen Menschen zwischen 18 und 40 Jahren sein, die speziell in Konfliktschlichtung und Deeskalation geschult sind und Probleme lösen sollen, bevor die Polizei einschreiten muss.

In Aschaffenburg gibt es dieses Konzept seit Jahren, das Vandalismus, Ruhestörungen und Alltags-Streits minimieren soll. Eine Art freiwilliger Polizeidienst also, den es unter anderem in Stadtallendorf, Neustadt und Kirchhain gibt.

Von Björn Wisker

01.10.2020
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