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Marburg Stadt führt Gratis-Radelsystem ein
Marburg Stadt führt Gratis-Radelsystem ein
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13:58 28.04.2019
Nextbike ist das Leihradsystem, das nun alle gratis nutzen können. Foto: Richter Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Anmelden, Leihrad schnappen, 30 Minuten fahren, Rad abstellen und dann ein neues nehmen, um weitere 30 Minuten gratis zu radeln: Das soll nun für alle Nextbike-Nutzer möglich sein. Die Stadt Marburg übernimmt nach eigenen Angaben die Gebühren für die ersten 30 Minuten einer jeden Fahrt. Bisher gab es die Gratis-Nutzung nur für Studenten und Verwaltungsmitarbeiter.

„Die Leihfahrräder leisten einen wichtigen Beitrag, die Luftqualität in Marburg zu verbessern. Zudem ist das System einfach und für alle gut nutzbar. Das Auto kann so gerne und öfter stehen bleiben“, sagt Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD). Die blau-weißen Fahrräder stehen an mehr als 30 Verleihstationen im gesamten Stadtgebiet. Momentan sind 230 dieser Mietfahrräder in der Stadt unterwegs.

Die Stadt will neben der Einführung des Gratisradelns auch die Zahl der Leihräder erhöhen, 30 weitere kommen hinzu. „Dem Radverkehr und dem einfachen Zugang zu den Leihrädern wird auch in unserem Green-City-Plan eine hohe Bedeutung zugeschrieben“, sagt Bürgermeister Wieland

Stötzel (CDU). Das System erreicht in Marburg bundesweite Spitzenwerte: Pro Tag und Rad werden die Fahrzeuge nach Angaben des Anbieters durchschnittlich drei- bis viermal ausgeliehen. Damit waren die Räder im Jahr 2018 insgesamt 248 000 Mal unterwegs. Und der Aufwärtstrend halte an. Allein im Januar und Februar 2019 hätten sich die Ausleihen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.

Eingeführt wurde das Leihradsystem – damals als „Call a Bike“ – vom Asta der Philipps-Universität, der das Modellprojekt vor fünf Jahren initiierte. Seitdem konnten die Studenten – durch die Grundfinanzierung über den Semesterbeitrag – die Fahrräder kostenfrei ausleihen. Schon im vergangenen Jahr hat die Universitätsstadt – wegen der Sperrung der Weidenhäuser Brücke – ein begrenztes Kontingent bereitgestellt, um 24 000 Mal die ersten 30 Minuten einer Nextbike-Fahrt zu übernehmen.

So funktioniert's

Wer sich eines der rund um die Uhr verfügbaren Fahrräder mieten möchte, muss sich im Internet unter www.nextbike.de (Kosten: einmalig ein Euro) registrieren. Ab dann ist die Ausleihe per App möglich: Sie zeigt den aktuellen Standort und die verfügbaren Fahrräder der umliegenden Stationen. Freie Mieträder können dann entliehen werden, indem der QR-Codes am Rad gescannt wird – das Schloss öffnet sich automatisch. Bei der Rückgabe an einer der Stationen wird der Hebel am Schloss heruntergedrückt, und die Ausleihe ist beendet. Wer nicht länger als 30 Minuten fährt (Studierende eine Stunde), radelt kostenlos. Ab dann wird – wenn man dasselbe Rad nutzt – ein Euro pro halbe Stunde fällig. Nimmt man etwa für die Rückfahrt ein anderes Rad, ist auch diese Fahrt gratis. Telefonnummer für Anmeldung ohne Smartphone: 0 30 / 69 20 50 46.

von Björn Wisker