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Marburg Stadt will beim Klimaschutz alle mitnehmen
Marburg Stadt will beim Klimaschutz alle mitnehmen
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11:00 26.12.2021
Mehr Sonnenstrom von Marburgs Dächern: Die Universitätsstadt beteiligt sich am Wattbewerb – einem bundesweiten Wettbewerb zum Ausbau der Photovoltaik-Leistung. Sieger ist die Kommune, die ihre PV-Leistung verdoppeln kann.
Mehr Sonnenstrom von Marburgs Dächern: Die Universitätsstadt beteiligt sich am Wattbewerb – einem bundesweiten Wettbewerb zum Ausbau der Photovoltaik-Leistung. Sieger ist die Kommune, die ihre PV-Leistung verdoppeln kann. Quelle: Foto: Tobias Hirsch
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Marburg

Die Stadt Marburg hat sich ein anspruchsvolles Ziel gesetzt: Bis zum Jahr 2030 will sie klimaneutral sein. „Wir müssen alle Menschen mitnehmen bei der Umsetzung des Klima-Aktionsplans – nur gemeinsam können wir das Ziel, bis 2030 klimaneutral zu sein, schaffen“, sagt Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) dazu.

Mit einem ganzen Bündel von Beratungs- und Förderangeboten will die Stadt die Bürgerinnen und Bürger motivieren, etwas für den Klimaschutz zu tun, wie die Pressestelle der Stadt auf OP-Anfrage aufgelistet hat. Im ersten Jahr der Umsetzung stand eine Million Euro an Fördermitteln im städtischen Haushalt zur Verfügung. Für 2022 sollen die Förderprogramme überarbeitet und ausgeweitet werden, teilte die Stadtverwaltung mit. Ein Überblick über die Angebote der Stadt:

Förderprogramm „Klimafreundlich wohnen“: Mit dem Programm fördert die Stadt unter anderem den Ausbau von Photovoltaik-Anlagen, die Installation von Akkuspeichern, die Dachsanierung, den Anschluss an die Fernwärme. Für die Warmwassererzeugung werden Biomasse-Heizungsanlagen, solarthermische Anlagen und kombinierte Heizungs- und Warmwasseranlagen gefördert.   Hausbesitzer können mit Zuschüssen bis zu 5 000 Euro für eine Photovoltaik-Anlage und 500 Euro für die Installation eines Stromspeichers rechnen. Wenn Mieter sich zum Beispiel eine Mikro-Photovoltaikanlage für den Balkon anschaffen wollen, gibt die Stadt 150 Euro dazu. Bis Ende Oktober wurden aus diesem Förderprogramm nach Angaben der Stadt 223 000 Euro abgerufen, bis zum Jahresende könnten es nach Schätzung der Verwaltung 300 000 Euro sein.    Der Erfolg der Förderung: Bis Ende Oktober wuchs die Spitzenleistung der installierten Sonnenenergie-Anlagen im Vergleich zum Vorjahr laut Stadtverwaltung um 23,17 Prozent oder 1 623,712 Kilowatt Peak (kWp). Bis Jahresende erwartet die Stadt einen Zuwachs von 35 Prozent. Die Universitätsstadt hat sich mit der Teilnahme am „Wattbewerb“ das Ziel gesetzt, die Photovoltaik-Leistung im Stadtgebiet bis 2024 zu verdoppeln.

Förderprogramm Gründach-Zuschuss: Gründächer verbessern das Stadtklima, binden klimaschädliches Kohlendioxid und dienen dem Hochwasserschutz, indem sie Wasser speichern. Schon seit 2017 bietet die Stadt einen Gründach-Zuschuss an, 2020 wurde er ausgeweitet. Von den zuschussfähigen Kosten wird die Hälfte erstattet, maximal aber 5 000 Euro pro Grundstück und Person. Im vergangenen Jahr wurden laut Stadtverwaltung zwölf Anträge bewilligt, in diesem Jahr bisher zehn.

Förderprogramm Elektrofahrräder und Elektro-Lastenräder: Zuschüsse und Zusatzprämien im Wert von 100 bis maximal 600 Euro gibt die Stadt für Anschaffung und Nutzung von Elektro-, beziehungsweise Elektrolastenrädern. Nach Angaben der Stadt ist bislang der Kauf von fast 300 Elektro-Fahrrädern und Elektro-Lastenrädern gefördert worden. Das Programm läuft 2022 weiter.

Energieberatung: Die Stadt informiert auch Hausbesitzerinnen und -besitzer, wie sie ihre Energiekosten senken, effizient heizen und Häuser energetisch sanieren können. Seit Mitte Februar beschäftigt die Stadt den Energieberater Thomas Kopp, der Bürgerinnen und Bürger telefonisch und vor Ort berät.    In Kooperation mit dem Landkreis, der Landesenergieagentur und der Verbraucherzentrale hatte die Stadt von September bis November 400 ausgewählten Hausbesitzerinnen und -besitzern in Cappel und am Richtsberg eine kostenlose Energie-Impulsberatung zu Hause angeboten, 47 Beratungen fanden statt. 2022 soll dies in weiteren Stadtvierteln fortgesetzt werden.

Solarberatung: Der Fachdienst Klimaschutz der Stadtverwaltung berät Menschen, die eine eigene Photovoltaik-Anlage planen. Zudem hat der Fachdienst die „BürgerSolarBeratung“ initiiert. Dafür hat Energieberater Thomas Kopp sieben Bürgerinnen und Bürger, die selbst Erfahrung mit Solaranlagen haben, ausgebildet, so dass sie Interessierten Rat geben können.    Eine weitere Ausbildungsreihe für das erste Quartal 2022 ist geplant, teilte die Stadt mit. Auch die Volkshochschule der Stadt informiert in Veranstaltungen über Photovoltaik und zukunftsgerechte Energie.

Von Stefan Dietrich