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Marburg Spontane Demo gegen Afghanistan-Politik
Marburg Spontane Demo gegen Afghanistan-Politik
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21:53 16.08.2021
75 bis 100 Menschen ziehen am Montag bei einer Spontandemo aus Solidarität mit den Menschen in Afghanistan vom Rudolphsplatz über die Universitätsstraße bis zum Marktplatz in der Oberstadt.
75 bis 100 Menschen ziehen am Montag bei einer Spontandemo aus Solidarität mit den Menschen in Afghanistan vom Rudolphsplatz über die Universitätsstraße bis zum Marktplatz in der Oberstadt. Quelle: Thorsten Richter
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„Wir sind wütend! In Afghanistan sehen wir das Resultat eines misslungen Militäreinsatzes, jahrelanger rassistischer Asyl- und Außenpolitik. Während die Taliban Stück für Stück Afghanistan zurückeroberten, haben CDU und SPD darum gewetteifert, wer länger nach Afghanistan abschieben kann“, so ein Redner während der Kundgebung vor dem Protestmarsch.

Menschen, die jahrzehntelang für Deutschland tätig gewesen seien, würden im Stich gelassen, „weil unsere sauteure Militärmaschinerie und Auslandsgeheimdienste diese Katastrophe nicht haben kommen sehen“, hieß es. Noch im Juni habe Außenminister Heiko Maas gesagt, es gebe keine Hinweise, dass die Taliban das Land binnen weniger Wochen unter ihre Kontrolle bringen würden. „Heute weiß auch die Bundesregierung es besser“, so der Redner.

Noch am Wochenende seien die Behörden nicht bereit gewesen, Ortskräfte auszufliegen, weil sie keine Visaanträge gestellt hätten. „So kostet deutsche Asylbürokratie mal wieder Menschenleben. Es kann so nicht weitergehen: Wir fordern Bleiberecht für alle! Verantwortung zeigen für alle, die am deutschen Einsatz in Afghanistan beteiligt sind“, hieß es weiter.

Mit der Rettung der Ortskräfte sei es laut den Demonstranten nicht getan. „Unsere Solidarität muss auch allen anderen Verfolgten gelten.“

Von unseren Redakteuren

16.08.2021
16.08.2021